Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Rosie Fox ist ein selbsternanntes, amerikanisches Medium und ist unterwegs auf Tournee in England. Bisher läuft die Tour mehr schlecht als recht, auch wenn sie dank Rosies hervorragenden Einfühlungsvermögen und schauspielerischem Talent immer mehr Anhänger findet. Doch eines Abends geschieht etwas Seltsames, das Rosie völlig verstört! Unangekündigt und unvermutet hat sie diesmal wirklich eine Vision- sie warnt eine Frau im Publikum eindringlich davor, nach der Show in einen bestimmten Zug zu steigen- mehr noch, Rosie, überzeugt von dem Wahrheitsgehalt ihrer Botschaft, stürmt kurzerhand zum Bahnhof und versucht den besagten Zug zu stoppen.

Doch keiner mag sie ernst nehmen. So wird sie von der Polizei abgeführt und muss wenig später zu ihrem Entsetzen erfahren, dass der Zug tatsächlich verunglückt ist. Am liebsten möchte sich Rosie vor der Welt verstecken, doch die hat nun sozusagen Blut geleckt und so soll Rosie in allen bekannten englischen Zeitungen von ihrer Vision erzählen. Ein wahres Rosie –Fieber bricht aus!
Doch ein Mann, der gutaussehende Moderator einer Sendung die über paranormale Phänomene berichtet, Harry Blake, glaubt ihre Story nicht so ganz und beschließt sie auf ihrer restlichen Tour durch England zu begleiten und sie in seiner Sendung auftreten zu lassen.

Harry und Rosie fühlen sich sofort vom ersten Moment an sexuell zueinander hingezogen, doch beide zögern zunächst sich auf eine Affäre einzulassen. Trotzdem sprühen immer wieder die Funken zwischen den Beiden und es kommt wie es kommen muss- beide verbringen eine heiße Nacht miteinander. Doch kann mehr daraus werden ? Schließlich will Harry Rosie des Betrugs bezichtigen und Rosie dagegen versucht so gut wie möglich, ihre bisherige Rolle weiterzuspielen. Bisher ist ihr das Lügen nie schwer gefallen, doch bei Harry ist alles anders...

„Liebe im Schlepptau“ ist auf den ersten Blick ein humorvoller, sexy Liebesroman der viel Kurzweil verspricht und auch hält.
Obwohl die Story durchaus eher in Richtung leichte Unterhaltungskomödie a la „Notting Hill“ geht, ist sie auf den zweiten Blick doch mehr als das.

Julie Cohen schlägt bei ihrer neusten leichten, locker-flockig geschriebenen Liebeskomödie, in der die Romanfiguren sehr humorvoll miteinander umgehen; vielleicht manchmal ein wenig vorhersehbar agieren, auch ernstere Untertöne an und das macht diesen Roman für mich so besonders und lässt ihn aus der Masse an anderen leichten Liebesromanen herausragen.

Ihre Figuren sind keineswegs eindimensional und nur schemenhaft gezeichnet- geschickt führt die Autorin dem Leser immer wieder Rosies innere Skrupel (der Roman ist in „Ich-Form“ geschrieben) , genau wie auch ihre Fehler, vor Augen . Da man aber auch häppchenweise Rosies bisherigen Werdegang erfährt, wirkte sie dadurch weniger skrupellos und kalt auf mich, auch wenn sie die Leute beschwindelt, denn sie macht es stets mit viel Charme und Herz. Ich konnte schnell Verständnis für ihr Verhalten aufbringen und mich mit ihr identifizieren.

Harry, der attraktive TV-Moderator hat ebenfalls sehr viele, verschiedene Facetten in seiner Persönlichkeit zu bieten und auch hier ist es spannend zu lesen, wie er Rosie Stück für Stück seine kleinen Geheimnisse verrät und sich ihr offenbart, auch wenn seine Bindungsängste es ihm zunächst verbieten, mehr als nur eine Affäre mit Rosie einzugehen. Wie sich beide langsam dem anderen öffnen und sich unbewusst auch zum Besseren umkehren, das hat die Autorin richtig sensibel umgesetzt.

Und trotz aller Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonisten- es ist in erster Linie ein toller unterhaltsamer Liebesroman geworden- mit sehr prickelnden Liebeszenen versteht sich und so ist das Buch eigentlich perfekt dazu geeignet am Strand, auf dem Balkon oder sogar im Zug gelesen zu werden, da das neutrale Cover durchaus auch Öffentlichkeitstauglich ist. ;-)

Ein kleiner Wermutstropfen war jedoch für mich, dass ein Handlungsstrang nicht weiter von der Autorin verfolgt wurde und zwar blieb die Frage offen, wer für Rosies Vision nun wirklich verantwortlich war. Es wird zwar eine Vermutung angestellt, jedoch hätte ich mir in dieser Hinsicht lieber eine etwas befriedigendere Alternative gewünscht.