Rezensionen

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Die Zwillingsschwestern Liza und Lee haben unterschiedliche Lebensarten gewählt. Liza arbeitet in L.A. als Stuntfrau, ist unabhängig und selbstbewusst. Lee hingegen hat den familiären Betrieb übernommen und ist an Vieles gebunden. Liza beneidet Lee allerdings um die vermeintliche Idylle. Als Lee allerdings verschwindet und Liza in ihre Rolle schlüpft, erkennt sie schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt…

Der Roman ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Die Sprache ist leicht, aber sie wird auch den gefühlvollen und bewegenden Themen gerecht. Besonders interessant sind die Figuren und ihre Entwicklung. Überwiegend wird aus Lizas Perspektive erzählt, man kann die Veränderung, die sie durchmacht, sehr gut nachvollziehen und leidet auch mit ihr mit.

Besonders deutlich wird gemacht, wie schwierig es sein kann, einen Zwilling zu haben, mit dem man verglichen wird. Und wie schwierig es in Familien ist. Jeder hat seinen Platz und seine Rolle, auch wenn er damit nicht unbedingt zufrieden ist. Diese Familienkonstellationen zu verändern ist nicht einfach, was die Autorin in ihrem Buch feinsinnig und bewegend beschreibt. Ein Schmöker zum Mitfühlen und Mitleiden.

Kurz gefasst: Bewegender Frauenroman – besonders geeignet für Leserinnen, die Familiengeschichten mögen.

Tinas Bewertung 04 05 Sterne.png

"Mit den Augen meiner Schwester" ist ein wirklich toller "Zwillings"-Roman. Eine tiefgründige Geschichte, die aber auch zum Lachen einlädt.

Die Stuntfrau Liza ist eine Frau, die genau weiß was sie will und die es genießt mit dem Feuer zu spielen. Abenteuer sind ihr Leben - mit Haus, Hof und Familie hat sie dagegen wenig am Hut.

Lee hingegen hat sich angepasst. Sie arbeitet in der mütterlichen Eiscreme-Manufaktur und ist immer für jeden da. Leider übersieht sie sich selbst dabei und wird einem Roboter immer ähnlicher.

Julie Cohen erzählt "Mit den Augen meiner Schwester" flüssig, charmant und witzig. Auch wenn das Buch in die Tiefe geht, vergisst die Autorin nie Humor mit einzubringen, was ihm trotz Problembewältigung eine gewisse Leichtigkeit verleiht.

Die Geschichte wird aus Lizas Sicht erzählt, doch es kommt auch immer wieder zu kurzen Momenten, in denen Lee das Wort hat. Die Autorin versteht es so gekonnt, dem Leser beide Zwillinge und deren Leben näher zu bringen.
Daher erkennt man recht schnell, wo die Probleme von Lee und Liza liegen. Beide müssen lernen, dass Familie zu sein mehr bedeutet als reine Begegnungen auf Familienfesten. Der Neid und die Eifersucht auf einander werden von Seite zu Seite weniger, denn beide erkennen im Laufe des Buches, auf was es im Leben wirklich ankommt.

Kurz gefasst: "Mit den Augen meiner Schwester" ist ein sehr schöner Roman, der einen zum Nachdenken bringt, aber auch schmunzeln lässt. Eine Autorin die ich mir merken muss. Empfehlenswert!