Rezensionen

Kas Bewertung 05 Sterne.png

Bis dato kannte ich nur die „Scarred Souls“-Reihe von Tillie Cole, muss aber gestehen, dass ich schon mit dem ein- oder anderen Original geliebäugelt habe, da die Geschichten der Autorin einfach rein hauen! Nicht anders war es mit „A Thousand Boy Kisses“! Es war eines jener Bücher, die ich einmal angefangen, nicht mehr aus den Händen legen konnte. Es hat mich regelrecht gefesselt und ich konnte dem Locken von „A Thousand Boy Kisses“ nicht widerstehen.

Was ich während des Lesens jedoch mitgemacht habe, war eine emotionale Achterbahnfahrt. „A Thousand Boy Kisses“ war dermaßen traurig, bewegend, tiefgreifend, bittersüß, eine Geschichte von solch starker Liebe, das ich letztendlich als kleines Häufchen Lesedrachen zurück blieb. Erzählt dieses Buch doch von einer Liebe, die selbst den Tod übersteht. Es ist die Geschichte von zwei Hälften einer Seele, die versuchen wieder Eins zu werden. Eine Geschichte, die den Moment lebt und trotz ihrer Tragik, des dargestellten Verlustes, tatsächlich das Leben, das Jetzt zelebriert und jeden gelebten Augenblick bejaht. Ein Buch, das von zwei Menschen erzählt, in dem einer eigentlich Freude, Liebe und Trost braucht, aber letztendlich derjenige ist, der dies alles spendet.

Alleine, wenn ich nun hier sitze, und über dieses Buch schreibe, sammelt sich das Augenwasser. Himmel, ich musste beim Lesen immer wieder so sehr weinen, dass meine Tränen über die Wimper gepurzelt sind, um im Glas meiner Brille aufgefangen zu werden ausgelöst von Passagen starker Intensität. Ja, es ist „nur“ eine Geschichte, aber eine, die hängen bleibt. Eine, die mich gepackt, verschlungen, zerknittert, geglättet, traurig und glücklich zugleich wieder ausgespuckt hat. Eine, die zum Nachdenken anregt. Mit einem ungewöhnlichen Happy End ( Mir will dieser Begriff im Zusammenhang mit „A Thousand Boy Kisses“ nicht so recht über die Lippen kommen. ), von dem ich mir wünschte, es wäre für die Protagonisten anders gekommen. Andererseits glaube ich, alles andere – obwohl Fiktion – wäre nicht glaubhaft, und an dieser Stelle nicht stimmig gewesen. Und das mir, einem bekennenden Happy-End-Junkie!

Sicher ist es auch der Übersetzerin Silvia Gleißner zu verdanken, das die Gefühle und alles, was damit zusammen hängt, so gewaltig und unvergesslich beim Leser angekommen sind. Die Emotionen gingen bei der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche NICHT verloren! Total tolle Sache! Unbedingt lesen, auch wenn es verdammt harter, an die Nieren gehender Tobak ist! Absolute Leseempfehlung.

Kurz gefasst: Trotz der Tragik von „A Thousand Boy Kisses“, ist dieses Buch so voller glücklicher Momente, dass einem beim Lesen gar nichts anders übrig bleibt, als sein Herz zu öffnen und dem Flüstern, dem Schreien, dem Lachen, dem Weinen, der Freude, der Hoffnung die dieser Erzählung entströmt, Tür und Toren zu öffnen.