Rezensionen

Simones Bewertung 03 05 Sterne.png

Dem Klappentext, dem zu entnehmen ist, dass der Roman „der heiteren Art“ angehört, kann ich nicht zustimmen, Komik spielt in dem Buch eine ziemlich untergeordnete Rolle.

Es geht vielmehr darum, wie eine verhältnismäßig begüterte Familie ihren Reichtum verliert und sich fortan mit wenig Geld durchschlagen muss. Ein zeitgemäßes Thema, allerdings wird der durchschnittliche Leser manchmal Probleme damit haben, Sympathie und Identifikation mit der Mutter der Familie, Maren Behringer, zu empfinden, der schon das Einkaufen im Supermarkt zu kompliziert und anstrengend ist (auch wenn es so etwas in der Realität sicherlich gibt!). Aber Maren wird sich immer wieder bewusst, in was für einer oberflächlichen Welt sie gelebt hat, was sie dann wieder sympathischer macht.

Die Familie, vom Schicksal getroffen, ist erst einmal überfordert und entwickelt dann von relativ normalen Strategien (Ebay-Verkauf) zu relativ fragwürdigen (Vater als Damen-Begleiter etc.). Bei der krampfhaften Suche nach Geld verlieren sie somit den Blick für das Maß der Dinge…

Als Kontrast wird der ehemals reichen Familie die Supermarktverkäuferin Roswitha gegenübergestellt, die alleinerziehende Mutter eines Sohnes ist und einen anstrengenden Alltag hat, der zudem nicht allzu viel einbringt. Durch diesen Kontrast wird eine gute Spannung in der Figurenkonstellation aufgebaut.

Der Roman lässt sich flüssig lesen. Der wahre, aber doch in seiner Einfachheit klischeehafte Aussagekern des Romans, „Geld ist nicht alles“, erscheint mir als ein wenig zu simple Lösung der Familienprobleme. Den Figuren hätte ein wenig mehr Dreidimensionalität gut getan, die überzeugend geschriebenen Dialoge garantieren aber recht gute Unterhaltung.

Fazit: Familienroman, in dem es um sozialen Abstieg geht – nette Unterhaltung für zwischendurch.