Rezensionen

Tinas Bewertung 04 Sterne.png

Eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreibt.
Lisa und Erik erhalten eine zweite Chance und fassen den Plan, fortan nicht länger nur zu Träumen, sondern diese Träume auch zu (er)leben.

Erik will den Iron-Man machen und sich von Beruf und Pflichten freizunehmen und nur das tun, worauf er Lust hat. Lisa sehnt sich nach einem Kind von Erik. Lebenspläne die so gar nicht zusammen harmonieren und der Streit ist vorprogrammiert. Doch dann greift das Schicksal ein und zeigt ihnen worauf es ankommt...

"Was ich dir noch sagen will", ist ein Roman der unter die Haut geht, denn man denkt automatisch daran, was wäre wenn man selbst an Lisa und Eriks Stelle wäre, was würde ich in einer solchen Situation tun?

Sofie Cramer, die auch unter dem Namen Heidi Goch schreibt, erzählt flüssig und mitreißend. So dass sich das Buch, wie eine Gefühls-Achterbahnfahrt liest, die erst langsam anfährt, rasant beschleunigt und den Leser dann mit Höhen und Tiefen in Atem hält. Dabei ist es besonders spannend zu lesen, wie sich Lisa und Erik entscheiden werden, denn beide haben Angst dem anderen nachzugeben und vielleicht die eigenen Wünsche und Träume außer Acht zu lassen zu müssen.

Ein Buch das Mut zum Leben macht und dazu, zu seinen Gefühlen zu stehen.

Übrigens: "Was ich dir noch sagen will" ist bereits unter dem Titel "Ein Teil von Dir" im Weltbild Verlag erschienen.

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Auf dem Weg zum Flieger, der Lisa und ihren Mann Erik zurück nach Deutschland bringen soll, stellt Lisa plötzlich entsetzt fest, dass sie ihren Ehering im Hotel hat liegen lassen und so kehren die beiden nochmals um, um den Ring zu holen. Durch die Verzögerung kommen sie schließlich zu spät am Flughafen an- ihre Maschine ist bereits unterwegs und so müssen sie sich nochmals Ersatztickets besorgen und eine spätere Maschine nehmen.

Während ihrer Wartezeit schläft Erik ein und träumt von einem Flugzeugabsturz in den sie beide verwickelt gewesen wären. Und als sie schließlich zurück in Deutschland sind, fällt ihnen ihre Familie glücklich in die Arme, denn Eriks Traum hat sich auf traurige Weise bewahrheitet- genau die Maschine, die sie ursprünglich nehmen wollten, ist abgestürzt und es gab keine Überlebenden.

Sowohl Erik als auch Lisa sind überglücklich, dass sie durch einen Wink des Schicksals überlebt haben, doch im Laufe der Zeit kristallisiert sich heraus, dass beide eine völlig andere Art haben, damit umzugehen. Während Erik sich zu einem wahren Adrenalinjunkie entwickelt, der keinen Gefahren aus dem Wege geht, wünscht sich die romantisch veranlagte Lisa zum Zeichen ihrer Liebe und inneren Verbundenheit ein Kind.

Als Erik ihr jedoch unmissverständlich klar macht, dass er keine Kinder möchte, kommt es zu einem Ehekonflikt zwischen den beiden und Lisa stellt ihre Ehe völlig in Frage. Die Lage scheint aussichtslos- erst als Erik einen Unfall hat, hat Lisa mehr Zeit als ihr lieb ist, um ihre Positionen nochmals zu überdenken…

Was ich Dir noch sagen will“ ist eine unter die Haut gehende Geschichte zwischen einem Ehepaar, dass durch gewisse Geschehnisse in ihrem Leben zum Nach und Umdenken in ihrer Beziehung angeregt wird. Doch so unterschiedlich wie alle Menschen nun einmal sind, so unterschiedlich sind auch Erik und Lisa. Bis beide verstehen und akzeptieren was wirklich wichtig und entscheidend im Leben ist, vergeht einige Zeit.

Die Geschichte als solches fand ich sehr gut und berührend geschrieben- einzig mit den beiden Hauptfiguren wurde ich nicht so sehr warm. Natürlich machen beide eine Wandlung durch und sind durchaus auch lernfähig im Laufe der Story, doch während Lisa mir stets eine Spur zu naiv, nachgiebig und fast schon unterwürfig agierte, empfand ich Erik Charakter als sehr unangenehm. Ich konnte fast zu keinem Zeitpunkt nachvollziehen, was die Romanheldin überhaupt an ihm gefunden hat und auch wenn es durchaus hier und da kleine Entwicklungen in dem Roman gibt, in denen Erik auch etwas sympathischere Züge zeigt- davon waren mir jedoch zu wenig vorhanden, um Lisas Festhalten an seiner Person verstehen zu können.

An Sofie Cramers Schreibstil ist jedoch nichts auszusetzen und abgesehen von meinem kleinen Kritikpunkt was das Heldenpaar angeht, war ich von dem Roman sehr angetan.