Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Um den Mörder ihrer Kusine Mary zu entlarven, erschleicht sie sich als angebliche Blinden-Lehrerin für Marys kleinen Sohn Christopher den Zugang zum Haus des Witwers, Peter Holland.

Und genau er ist es auch den Sarah Woodard, die sich im Haushalt als Sarah Hopkins vorstellt, verdächtigt und am Ende überführen möchte. Doch dazu muss sie jedoch das Tagebuch ihrer Kusine finden.

Doch bevor sie die ihr fehlenden Beweise in die Hand bekommt, muss sie nicht nur erkennen, dass es ihre eigene Schuldigkeit ist, die sie auf Peter Holland abwälzen möchte und dieser tatsächlich unschuldig ist, ja sie sich sogar in ihn verliebt, sondern sie muss sich auch gefährlicher Anschläge auf ihr Leben erwehren.

„Perfekt in meinen Augen“ war meine erste Begegnung mit der Autorin Tanya Anne Crosby.

Meine Auswahl des Titels war zufällig und ist mitten aus einer Serie gegriffen. Grundsätzlich lege ich viel Wert darauf, eine Serie nach ihrer Reihenfolge zu lesen, doch ich hatte zuvor den Hinweis der Autorin auf ihrer Homepage gelesen, dass ihre Bücher bis auf wenige Ausnahmen, tatsächlich keiner Reihen folgen. Und so wird „Perfekt in meinen Augen“ zwar als Teil der „Redeemable Rogues“-Serie geführt, ist aber tatsächlich vollkommen unabhängig der anderen Teile zu lesen.

„Perfekt in meinen Augen“ geht in die Richtung eines „Victorian Gothic Tale“, ist aber meiner Meinung nach nicht so düster zu lesen, wie andere Romane des Genres. Allerdings amüsante oder leicht und lockere Kost ist er auch nicht.

Tatsächlich hat das Buch mich mit seiner Tiefe durchaus zu überraschen gewusst. Ich fand, dass die Autorin ihre Figuren, hier vor allem Sarah, wirklich sehr gut gezeichnet hat und sie mit all ihren Fehlern, Ecken und Kanten darstellt. Sie lässt ihre Protagonistin, in den kurzen Zeitraum, in dem das Buch spielt, eine nachhaltige Entwicklung durchmachen und das hat mir sehr gut gefallen. Dadurch wirken die Figuren so erwachsen, wie sie angegeben sind.

Selbst für die Sache mit der angeblichen Blindheit, mit der sich Sarah im Haushalt Holland als Lehrerin einführt, die durchaus Tendenz dazu hatte too much zu sein, hat die Autorin (gerade noch so) die Kurve bekommen. Und das fand ich beeindruckend.

Da mir ich in letzter Zeit so einiges an grauslicher Übersetzung-Arbeit untergekommen ist, war ich vorsichtig. Aber auch in diesem Punkt konnte mich die Autorin, ihren Erzählstil betreffend, und ihr Übersetzer-Team überzeugen.

Im Grunde gibt es an „Perfekt in meinen Augen“ überhaupt nichts auszusetzen. Und doch kann ich dem Buch nur 4 Punkte verleihen, da es mich – subjektiv bewertet – nicht so mitzureißen vermochte. Ich mag es nun mal eben etwas leichter und lockerer.

Kurz gefasst: Ein Historical, der mich mit seiner Tiefe und seinen Figuren zu überraschen wusste, der aber mit seinem „Victorian Gothic Tale“ nicht so ganz meinen persönlichen Lesegeschmack getroffen hat.