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Nicoles Bewertung

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Sophie lebt seit einiger Zeit in Versailles, als eine der Hofdamen der Königin. Wie es dazu kam, kann man in dem Vorgängerroman der Autorin „Der Duft der Rose“, nachlesen, denn darin sind Sophie und Farid bereits zwei Nebenakteure. Man muss die Vorgeschichte jedoch nicht kennen, denn als ich zu diesem Roman griff, kannte ich den Vorgängerband noch nicht und konnte mich dennoch gut in die Story einfinden.

Nachdem es Sophie gelungen ist das Interesse eines Aristokraten zu wecken, der sie ehelichen will, kommt es jedoch fast zu einem Skandal. Sophies erste große Liebe mit dem sie viele Jahre in wilder Ehe zusammen lebte und für den sie ihr Elternhaus verließ, der Maler Franco, ist noch im Besitz zweier Bilder die Sophie in schwangerem Zustand zeigen. Und diese Bilder droht er der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wenn Sophie ihn nicht entsprechend bezahlt. Sophie ist verzweifelt und wendet sich aus diesem Grund an den Besitzer des Bordells für Frauen; dem Haus der Freude, Farid, den sie bereits vor einiger Zeit bei ihrem Gönner kennen lernte.
Farid, eigentlich ein abgeklärter Mann und männliche Hure, der Frauen mittlerweile nur noch als Mittel zum Zweck sieht, nämlich um sich finanziell weiter über Wasser zu halten, konnte nur Sophie niemals vergessen- die Frau die ihn über alle Maßen erregte, die er aber nicht haben konnte. Er fällt aus allen Wolken, als ausgerechnet diese Frau eines Tages vor ihm steht und ihn darum bittet, dass er für sie ihren Ex-Geliebten ausfindig machen soll.
Weil sie ihn trotz ihrer Verzweifelung herablassend behandelt, sichert Farid Sophie seine Hilfe zwar zu, doch nur im Austausch dafür, dass sie sich bereit erklärt; Farid für einen Monat zu Willen zu sein. Sophie stimmt zu, ahnt jedoch nicht, worauf sie sich einlässt…

Eigentlich war es nur meiner Vorliebe für historische Liebesromane mit französischem Setting geschuldet, dass ich mich für „Das Haus der Freude“ entschied, denn im Grunde mache ich um reine erotische Romane; noch dazu mit einem solch eindeutigen Cover herausgegeben, sonst einen großen Bogen. Doch was soll ich sagen, ich war positiv überrascht vom Inhalt des Buches und vor allem von Ausdrucksweise und Schreibstil der Autorin! Obwohl es in diesem Roman in Sachen Liebeszenen sicherlich ein wenig öfter und expliziter „zur Sache“ geht, als in „normalen“ Historicals, steht dennoch die Liebesgeschichte zwischen Held und Heldin eindeutig im Vordergrund und diese wurde zudem überraschend romantisch inszeniert.

Das Heldenpaar dagegen ist nicht unbedingt einfach gestrickt. Sowohl Farid als auch Sophie sind Opfer ihrer Vergangenheit. Beide haben sich im Laufe der Zeit eine unnahbare Fassade geschaffen, doch insgeheim sehnen sie sich in ihrem Innersten nach Liebe, Wärme und Zuneigung und sind einsam. Während Sophie den Weg gewählt hat, sich einen passenden Ehegatten zu suchen, hat Farid sich seinen Wunschtraum mit dem „Haus der Freude“ geschaffen. Als beide dann erneut aufeinander treffen, müssen sie feststellen, dass ihre eigentliche Wünsche keinesfalls mit ihren geheimen Leidenschaften harmonieren und ich fand es dabei wunderschön von der Autorin beschrieben, wie ihrem Heldenpaar langsam bewusst wird, dass sie sich eigentlich lieben und sie sich klar darüber werden, was wirklich wichtig im Leben ist.

Der Roman ist trotz diverser Kurzauftritte von Nebenakteuren ein „Zwei-Personen-Stück“ und man sollte so etwas in der Regel schon mögen, wenn man sich auf diese Geschichte einlässt, denn die Suche nach dem Maler Franco, bzw. den Bildern wurde recht kurz und unspektakulär beschrieben und bietet definitiv keinen spannenden Handlungsnebenstrang. Ich persönlich fand diesen Punkt auch nicht weiter wichtig, da ich die Liebesgeschichte zwischen dem Heldenpaar so gelungen fand. Wenn aus Farid, einem abgeklärten Mann der stets seine Gefühle unter Verschluss hält ein Liebender wird, der plötzlich die Kontrolle verliert, bietet sich dem Leser genug „Stoff“ für diesen tollen, sehr prickelnden Erotik- Historical, den ich auch Lesern empfehlen würde, die nicht unbedingt Fans erotischer Lektüre sind. Und auch in Sachen Liebeszenen kann ich Entwarnung geben. Sämtliche Szenen wurden ansprechend, durchaus „eindeutig zweideutig“ aber immer niveauvoll beschrieben.

Kurz gefasst: Hocherotischer, romantischer Historical mit einem charismatischen Heldenpaar!


Das Haus der Freude

Daria Charon

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Originaltitel: ----
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404166411
Erscheinungsdatum: März 2012
Genre: Erotischer Liebesroman

Klappentext

Versailles, Mitte des 17. Jahrhunderts. Sophie ist verzweifelt: Sie muss unbedingt den Maler Franco aufspüren, einen Exliebhaber, der die junge Frau mit anrüchigen Gemälden erpresst. In ihrer Not wendet sie sich an den einflussreichen Bordellbesitzer Farid und stellt ihm für seine Hilfe eine reiche Belohnung in Aussicht. Farid willigt ein, aber sein Preis ist ein anderer als jener, den die schöne Sophie ihm anbietet ...

Quelle: Bastei Lübbe

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