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Kerstins Bewertung

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Der bescheidene Kurator und Tutor James Weatherly hatte keine Ahnung, dass einer seiner Vorfahren aus Liebe zu einem Milchmädchen von seinem Vater, einem Herzog, enterbt wurde. Doch nun ist der 9. Herzog von Montford ohne Erben gestorben – und somit ist James der Erbe des Titels und der Ländereien. Zu Fuß, in einfachen Kleidern und mit seinen Second-Hand-Büchern macht sich James auf die Reise und wird kurz vor dem Ziel überfallen. Nicht nur sind seine Papiere verschwunden, nein, auch sein Gedächtnis ist weg. Gerettet wird er von der resoluten Margaret Darrington, die ihn für den neuen Lehrer ihres kleinen Bruders hält. Auch James ist davon überzeugt, dass es wohl so sein müsse, da sich in seinem Besitz lateinische Bücher befinden und er gekleidet ist wie ein gelehrter, aber nicht sehr wohlhabender Mann. Während James als einfacher Tutor ihren Bruder unterrichtet, schmiedet Margaret derweil Pläne, wie sie, um ihre Familie vor dem finanziellen Ruin zu schützen, ihre schöne Schwester am besten mit dem lang erwarteten Herzog verkuppeln kann …

Dieses Buch ist einfach ein perfekter Regency! Der Held ist etwas schüchtern, romantisch, bescheiden und zunächst geblendet von der Schönheit von Margarets jüngerer Schwester. Margaret dagegen ist sehr praktisch veranlagt, resolut und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dennoch haben beide auch eine andere Seite: James kann durchaus zielstrebig sein, wenn es die Situation verlangt, und Margaret wünscht sich manchmal nichts mehr als eine starke männliche Schulter zum Anlehnen. Aber sie hat sich mit dem Los abgefunden, auf Grund ihrer herrischen Art als alte Jungfer zu enden und konzentriert ihre romantischen Bemühungen auf ihre jüngere Schwester. Umso überraschter ist sie, als sie selbst das Ziel von männlichen Aufmerksamkeiten wird. Diese Mehrdimensionalität machte mir die Charaktere sehr sympathisch, auch wenn ich – ich gebe es zu – doch etwas mehr auf den Alpha-Helden stehe. In James’ Fall aber passt sein Beta-Verhalten aber wunderbar – zumal man zumindest gelegentlich den Alpha in ihm erahnen kann ;-)

Ich liebe den Amnesie-Plot in Chick-Lit-Romanen – bei historischen Liros und Regencies allerdings gefällt mir diese story line weniger. Sheri Cobb South aber gelingt der Spagat, denn James erlangt sein Gedächtnis recht bald wieder, entscheidet sich aber, die Rolle des Hauslehrers weiterzuspielen, um Margaret den Hof machen zu können und sich sicher zu sein, dass sie ihn um seiner selbst liebt und nicht um des Titels oder Geldes wegen.

"Of Paupers and Peers" ist vor allen Dingen eins: gemütlich. Keine Intrigen, keine Nebenplots, keine Krimihandlung - dafür aber Musizieren im Mondlicht, Picknick-Ausflüge zu einer Ruine und Äpfel-Klauen im herzoglichen Obstgarten. Wer bei dieser Beschreibung Angst hat, dass der Roman zu langweilig wird, braucht sich keine Sorgen zu machen: dafür sorgen schon die cleveren Dialoge und die resolute Margaret!

Für Jane-Austen- und/oder Georgette-Heyer-Fans wärmstens zu empfehlen! Allerdings reicht dieses Büchlein nicht ganz an diese beiden Autorinnen heran und auch nicht an die Vorgängerwerke der Autorin, besonders die hervorragende Weaver-Trilogie.


Of Paupers and Peers

Sheri Cobb South

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Originaltitel: ----
Verlag: Five Star
ISBN: 978-1594145292
Erscheinungsdatum: Janaur 2006
Genre: Regency

Klappentext

Curate James Weatherly expects only genteel poverty until he learns of his inheritance. But on the way to claim his title he’s set upon by footpads and suffers a memory loss. Margaret Darrington believes he’s the new tutor for her younger brother, and thus accepts James into the family. When James regains his memory, will he persuade Margaret to love him for himself, and not his title?

Quelle: Five Star

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