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Nicoles Bewertung

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London 1662:

Elizabeth Stuart, die mit dem bereits vor vielen Jahren verstorbenen Friedrich V. von der Pfalz, dem sogenannten Winterkönig verheiratet war und lange Jahre im Exil ausharren musste, liegt nun, in London, im Sterben. An ihr Totenbett ruft sie ihre einzige, wahre große Liebe, William, den Earl of Craven und vergibt ihm seine einzige große Verfehlung.

Elizabeth war einst im Besitz zweier Gegenstände, denen magische Kräfte nachgesagt wurden. So genügte ein Blick in den antiken, kostbaren Handspiegel, um in die Zukunft sehen zu können. Doch der Preis dafür war hoch. Zu hoch!

Gegenwart:

Seit dem frühen Tod ihrer Eltern sind sich die Geschwister Holly und Benn stets sehr verbunden. Zumindest glaubt das Holly. Als sie, mitten in der Nacht, einen Telefonanruf von ihrer kleinen Nichte, Bens Tochter erhält, die sich allein in der geerbten Mühle auf dem Lande aufhält und große Angst hat, da Ben spurlos verschwunden ist, will Holly daher nicht daran glauben, dass ihr Bruder so rücksichtslos ist. Sie fährt umgehend los zur Mühle, um ihrer Nichte beizustehen und sie zu beruhigen. Hollys Verlobter ist keinesfalls angetan davon und einmal mehr spürt Holly, dass ihre gespannte Beziehung wohl nicht mehr zu kitten ist.

In der Mühle angekommen, fehlt von Ben immer noch jede Spur. Auch die herbeigerufene Polizei ist ratlos, vermutet aber spätestens einige Tage später, dass sich Ben aus dem Staub gemacht hat, da dessen Ehefrau fest an eine heimliche Affäre glaubt. Holly ist verzweifelt. Sie spürt instinktiv, dass Ben nicht fortgegangen ist, doch die Suche nach ihm verläuft auch in den nächsten Tagen im Sande. So beschließt die Glasgraveurin, so lange in die Mühle zu ziehen, bis Ben zurückgekehrt ist und lernt im Ort, den charismatischen Mark kennen, mit dem sie einen One Night Stand hat.

Überrascht erfährt sie wenig später, dass sich Ben bis zu seinem Verschwinden mit Ahnenforschung beschäftigt hat. Der Historiker, mit dem Holly Kontakt aufnimmt, vermutet, dass Bens Verschwinden mit einem antiken Spiegel und einer Perlenkette zu tun haben könnte, auf denen angeblich ein gefährlicher Fluch liegt. Holly wird neugierig und beginnt damit, Nachforschungen anzustellen….

Ich kannte von Nicola Cornick bislang nur ihre romantischen Historicals, die im CORA Verlag erschienen sind, als ich zu „Die Schatten von Ashdown House“ griff. Da ich aber mysteriöse Romane, in denen düstere Familiengeheimnisse aufgedeckt werden müssen, von jeher sehr mag, wollte ich Nicola Cornicks Ausflug, in ein anderes Genre, nicht verpassen. Ein Rezensent verglich den Roman der Autorin mit den Büchern von Kate Morton. Und zugegeben, wer ähnlich gestrickte Geschichten mag, wird sicherlich auch hier auf seine Kosten kommen.

Der Roman entfaltet sich auf zwei Zeitebenen; eigentlich auf dreien, wenn man die Tagebucheinträge einer weiteren Protagonistin einbezieht. Und ich verrate an dieser Stelle auch nicht zuviel, wenn ich von einer geheimnisvollen Verbindung zwischen den Protagonisten der Vergangenheit und Gegenwart spreche. Ich mochte beide Handlungsstränge sehr, allerdings mit einer Einschränkung. Ich fand es ehrlich gesagt verblüffend, dass eine Autorin, die für ihre recht prickelnden und romantischen Historical Romances bekannt ist, hier ausgerechnet ihre Liebesgeschichten so unausgegoren und leidenschaftslos konstruiert hat. Und hier beziehe ich mich nicht auf die Liebesszenen an sich, sondern vielmehr auf das fehlende Knistern zwischen den Heldenpaaren. Nicola Cornick hat ihre Frauenfiguren leider dermaßen nüchtern geschaffen, dass ich große Probleme damit hatte, sie zu mögen. Es fehlten dazu tiefschürfende Dialoge, die für mehr Nähe zwischen den Protagonisten gesorgt hätten.

Abgesehen von diesem, sieht man einmal das üppige Gesamtwerk, eher kleinen Kritikpunkt, ist „Die Schatten von Ashdown House“, jedoch ein sehr unterhaltsames Buch, das Mysteryelemente (Fluch, Visionen, Gegenstände die magische Fähigkeiten besitzen) mit spannenden Momenten verbindet und eine gelungene, ausgewogene Mischung aus Historischem und Gegenwartsroman bietet. Dazu hat Nicola Cornick zwei sehr interessante, historisch verbriefte Persönlichkeiten ausgewählt, die eine spannende Hintergrundgeschichte zu bieten haben. An Nicola Cornicks Schreibstil gibt es ansonsten nichts zu kritisieren und es ist ihr zudem gelungen, beide Handlungsstränge, sowohl den in der Gegenwart angesiedelten, als auch den der Vergangenheit, gleichsam spannungsvoll zu gestalten. Wer geheimnisvolle Romane im Stile einer Barbara Erskine, Barbara Wood, Susanna Kearsley oder Katherine Webb mag, (ich finde Vergleiche mit genannten Autoren noch treffender) sollte den Schatten von Ashdown House unbedingt eine Chance geben. Reine Liebesromanfans könnten jedoch enttäuscht sein.

Kurz gefasst: Kurzweiliger, spannender Mystery-Schmöker, der gleich auf zwei Zeitebenen spielt. Für Fans von Barbara Erskine, Susanna Kearsley oder Katherine Webb.


Die Schatten von Ashdown House

Nicola Cornick

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Originaltitel: House of Shadows
Verlag: Mira
ISBN: 978-3956497414
Erscheinungsdatum: November 2017
Genre: Mystery

Teil einer Serie: New Timeslip

Klappentext

Als Hollys Bruder Ben spurlos verschwindet, macht sich die junge Frau verzweifelt auf die Suche nach ihm. Sie reist nach Oxfordshire, wo Ben zuletzt in dem kleinen Ort Ashdown nach Hinweisen auf ihre Familiengeschichte forschte. Hier entdeckt Holly das mysteriöse Anwesen Ashdown House – ein Ort, an dem sich die Schicksale zweier Frauen mit ihrem eigenen verknüpfen. Die dunkle Vergangenheit des herrschaftlichen Gutes verbirgt den Schlüssel zu Bens Verschwinden. Nur wenn sich Holly den Mysterien längst vergessener Zeiten stellt, hat sie eine Chance, Ben zu finden.

Quelle: Cora

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