Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Tessa Dares "Der Kuss der Jägerin" ist ein höchst amüsanter und sehr unterhaltsamer historischer Liebesroman, den sich Fans des Genres nicht entgehen lassen sollten.

Auf den ersten Blick mag die Hauptprotagonistin Lucy wie ein unreifer und bockiger Wildfang daher kommen, der durchaus an den Nerven des Lesers zerren könnte, wenn die Autorin nicht so vollkommen nachvollziehbar Erklärungen und Hintergründe für ihr Verhalten anbieten würde. So gibt es selbst für die schlimmsten "Wildfangallüren" der Hauptprotagonistin eine durchdachte Erklärung, die mir die Figur Stück für Stück näher gebracht hat, bis, nicht nur Jeremy, der Held, sondern auch ich, von ihrem Charme eingewickelt war.

Neben der Naturgewalt Lucy gerät jedoch der Held Jeremy ein klein wenig ins Hintertreffen. Und so wird sein Charakter nicht ganz so deutlich, aber doch noch gerade intensiv genug, beleuchtet um auch hinter seinen "Fassade" schauen zu können.

Zugegeben, im letzten Drittel des Buches treibt die Autorin die Verwechslungen und Missverständnisse auf die Spitze; meiner Meinung nach bekommt sie dennoch gerade so die Kurve, indem sie Lucy praktisch im letzten Moment erwachsen werden lässt und damit die Geschichte zu einem stimmigen Ende bringt.

Besonders gefallen hat mir der locker leichte, ein wenig freche Ton der Geschichte, die köstlichen Rededuelle und die amüsanten Beschreibungen, wann immer sich Jeremy wegen seiner Vernarrtheit in die Schwester und Mündel seines besten Freundes selbst zur Vernunft zu rufen versucht.

Die Heldin des 2. Teiles der "The Wanton Dairymaid"-Trilogie Sophia wurde bereits eingeführt und macht sehr neugierig auf ihre Abenteuer. Ich jedenfalls freue mich auf die weiteren Teile der Serie, die hoffentlich bald ins Deutsche übersetzt werden.

Beste Liebesroman-Unterhaltung: Eine romantische Geschichte, die spritzig erzählt und höchst vergnüglich zu lesen ist.