Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Obwohl es vordergründig die Idee ist, zu einem geologischen Symposium zu reisen und dort einen Vortrag über ihren Fund zu halten, so ist es Minvera Highwood in diesem Zuge auch ganz recht, wenn sie Colin Sandhurst, Lord Payne aus dem Einzugsbereich ihrer Schwester holt, sie glaubt Colin könnte sich ihre hübsche Schwester zur Braut wählen, indem sie ihn überredet sie zu begleiten.

Colin hingegen ist relativ schnell bereit, mit der enervierenden Minerva zu reisen und sie zu beschützen. Zugeben würde er diese Tatsache jedoch nicht, noch nicht einmal vor sich selbst. Aber der störrische Blaustrumpf reizt und verlockt ihn in vieler Weise, definitiv mehr als ihre, zugegeben liebliche, Schwester es je könnte.

Da es sich jedoch leider so verhält, dass wo auch immer er mit seinem Charme und seiner Leichtfüßigkeit auftaucht, alles in Chaos zu versinken scheint, könnte es evtl. sein, dass sie Edinburgh gar nicht oder nicht rechtzeitig erreichen, damit Minvera ihren Fund präsentieren kann.

Vor Minvera wäre Colin dies auch egal gewesen, solange er nur ein wenig Spaß und Zerstreuung davon hat. Doch nachdem er Minerva näher kennengelernt hat, scheint keine Aufgabe ihm je wichtiger erschienen zu sein.

"Eine sündige Lektion" präsentiert sich auf den ersten Blick ebenso leichtfüßig und komisch, wie sein Vorgängerteil. Doch empfand ich die Geschichte als einen Hauch dunkler und ein wenig erster, als "Süßer Sieg der Leidenschaft".

Das steht ihr jedoch gut zu Gesicht. Vor allem aber macht es, mit dieser gegensätzlichen Art, aus dem sorglosen und übermütigen "Klassen-Clown" Colin, wie man ihn im 1. teil der Spindle Cover Serie kennengelernt hat, einen sensiblen und sympathischen und sehr interessanten Charakter.
Minvera ihrerseits, ist einfach nur großartig. Sie ist genau der Charakter einer weiblichen Hauptfigur den ich am liebsten mag. Etwa vorlaut, tatkräftig, interessiert, nüchtern, offen für alles und dabei trotzdem auch noch ein verträumte junge Frau.

Wenn eine Autorin solche Helden auf einen Roadtrip durch das historische England schickt, dann dürfte doch eigentlich nichts mehr schiefen gehen, oder? Nun ist es auch im Grunde nicht. Trotzdem war mir die Story an einigen zu dick aufgetragen, so dass ich ihr einfach keinen Keeperstatus verleihen kann.

Es ist allerdings auch heftig, was das Heldenpaar auf seiner Reise alles durchmachen muss. Wobei das vielleicht noch gar nicht mal das problematischste war, es waren die aufgesetzt wirkenden Spitzen, wie etwa ein Abstecher bei Colins lasziven "Kumpels". Meiner Meinung nach eine Episode mit "C"-Movie Qualitäten, die man sich hätte auch sparen können.

Kurz gefasst: Ein schöner 2. Teil der "Spindle Cove"-Serie und für sich ein lesenswerter historischer Liebesroman - interessante Charaktere, eine unterhaltsame Geschichte und ein paar kleine Schwächen.