Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Esther bleibt nichts anderes übrig, bis sie ihre Volljährigkeit erreicht oder heiratet muss sie untertauchen. Das, und die Suche nach dem ehemaligen Anwalt ihres Vaters, ist ihre einzige Chance um ihr Erbe aus den gierigen Fingern ihres verstorbenen Vaters Partner, Morris, zu retten.

Doch das Leben in der anderen Seite von New York, in den Vierteln der armen italienischen und irischen Einwanderer ist nicht einfach. Doch Esther wird von einer Kinderbande adoptiert und nimmt sich gleichsam ihrerseits der Kinder an. Damit wird jedoch, das wenige Geld was ihr zur Verfügung steht knapp.

Die Lösung scheint der Duke of Aberdeen, George Astley, zu sein. Der ist nämlich genau dorthin auf dem Weg, wo Esther auch den Anwalt ihres Vaters vermutet, um das Schicksal um die Goldmine zu klären, in die er das übrig gebliebene Vermögen seiner Familie gesteckt hat.

Da Esther im Wilden Westen aufgewachsene ist, bietet sie sich dem Duke of Aberdeen als Guide an; verkleidet als Mann versteht sich, denn für Esther ist es viel zu gefährlich sich als Frau in den Armenvierteln herum zutrieben. Und der ist mehr als irritiert, warum ausgerechnet sein Guide „Egan“ dermaßen anziehend auf ihn wirkt!

Im Gegensatz zu den Vorgängerteilen ist „An outlawed Heiress and her Duke“ kein Time Travel, sondern ein reiner Historical, genauer gesagt ein Historischer Western Liebesroman. Ich vermutet, dass der Autorin sehr daran gelegen war, auch die Geschichte von George Astley, dem Bruder von Isabella Astley, zu erzählen, da dieser (aus der Vergangenheit heraus) eine nicht gerade geringe Rolle bei den Ereignissen in „A modern Lady lost in Time“ spielt. Natürlich hätte es mir auch gefallen, wenn die Autorin erneut zu einer Zeitreise für Esther und/oder George angesetzt hätte und doch bin ich auch mit einem reinen Historical aus ihrer Feder recht glücklich - da die Autorin auch in diesem Teil erneut das erzählerische Grundprinzip verfolgt, das sie bereits in den anderen Teilen der Geschichte angewandt hat. Dabei gefällt mir besonders gut, wie geschickt sie damit trotzdem Abwechslung schafft und jeweils ähnliche, der doch immer eigenständige Schicksale beschreibt.

Wie alle Figuren, die ich bisher von der Autorin Denise Daye kennenlernen durfte, verfügen auch George und Esther über sehr sympathische Charakterzüge. Ihre Schicksale sind nachvollziehbar beschrieben, ihre Handlungen ergeben Sinn und die Entwicklung ihrer Liebesgeschichte ist romantisch und zuckersüß beschrieben.

In diesem Fall fehlt es zwar ein wenig an den amüsanten und herrlich sperrigen Nebenfiguren, die mich im 2. Teil der Serie so gut unterhalten haben, doch Esthers Kinderbande, allen voran der Älteste und Anführer der Fünf, Milton, fühlt diese Lücke zur Genüge auf. Der Rest der amüsanten Szenen geht dann zu kosten Georges, der sich mit seiner un-väterlichen Zuneigung zu „Egan“ konfrontiert sieht und am Ende nicht fassen kann, warum er so lange nicht erkannt hat, dass es sich bei „Egan“ um eine Esther handelt. Ich liebe derartige Geschichten - vorausgesetzt sie sind so gut erzählt, wie diese hier.
Und es hat mir überraschend Spaß gemacht, mich wieder einmal mit einem Liebesroman aus dem Wilden Westen zu unterhalten; ich sollte mich wohl mal wieder etwas mehr dem Genre widmen?

Kurz gefasst: ein sehr gefälliger Wild West Romance, mit sympathischen Figuren, nachvollziehbaren Szenarien und einer wild-romantischen Liebesgeschichte.