Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Esme lebt, nach einem gesellschaftlichen Skandal, von ihrer Familie allein gelassen mit einer älteren Frau zusammen, die sie Tante Thea nennt. Esme hat ein ungewöhnliches Hobby für eine Frau- sie liebt es wissenschaftliche Berichte und Forschungen über archäologische Artefakte zu lesen und ist auf ihrem Gebiet eine durchaus geschätzte Forscherin geworden.
Doch diese Gabe wird ihr eines Tages zum Verhängnis, als sie zwei Männer in ihrer Bibliothek überrascht und diese die überraschte junge Frau kurzerhand entführen.
Sie fordern von Esme einen Schlüssel, der die berühmt berüchtigte Büchse der Pandora zu öffnen vermag und den sie an einer Kette um ihren Hals trägt.

Beiden Männern gelingt es, ihr den Schlüssel zu entwenden, doch dann, als sie die Büchse öffnen, kommt es zu einem erstaunlichen Vorfall- sobald die Männer ihre Hände ausstrecken um in die Truhe zu greifen, wird ihr Handgelenk von einem Goldreif umfangen.
Dieser Goldreif lässt sich auch nicht mehr abstreifen. Was mag es mit diesen Reifen für eine Bewandtnis haben? Bevor Esme sich länger in ihren Überlegungen verlieren kann, betritt plötzlich ein weiterer Mann ihr Gefängnis und befreit sie.

Fielding Grey, Viscount of Eldon, gilt in der Gesellschaft als hoffnungsloser Abenteurer und ist nicht sehr beliebt, da er sich seinen Unterhalt selbst verdient, indem er archäologische Artefakte für seinen Onkel, von allen nur der Rabe genannt, beschafft, der diese weiter verkauft. Als Fielding jedoch von Solomons, ein exklusiver Herrenclub, der es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat archäologische Artefakte zusammenzutragen und für die Nachwelt zu sichern, engagiert wird, die Büchse der Pandora für sie zu finden, glaubt sich Fielding endlich bald am Ziel seiner Wünsche.

Nach vielen Jahren der Verbitterung hofft er, wird es nun möglich sein, die Männer ausfindig zu machen, die er an dem Tod seines Vaters für schuldig hält und die wie sein Vater ebenfalls zu diesem Club gehören. Esme ist für ihn zunächst nur ein Mittel zum Zweck, die ihn zur Büchse der Pandora geführt hat, doch je länger er mit ihr zusammen ist, um so mehr fühlt er sich zu ihr hingezogen. Ist es wahre Liebe, oder beruhen diese intensiven Gefühle doch nur auf Pandoras Fluch der auch Esme heimgesucht hat?

Zauberhafte Versuchung ist der erste Teil der Legend Hunters Trilogie um Männer und Frauen, die sich der Archäologie verschrieben haben. Zwar ist es in erster Linie ein historischer Liebesroman, doch so actionreich und spannend inszeniert, dass die Liebesgeschichte fast nur eine Nebenrolle einnimmt. Die Romane spielen in der viktorianischen Ära und im Mittelpunkt steht „Solomons“ ein Herrenclub bzw. ein Geheimbund, der archäologische Artefakte für die Nachwelt aufspüren und bewahren möchte.
Im ersten Teil geht es um die Büchse der Pandora.

Esme wird von der Autorin als intelligente, aufgeschlossene junge Frau beschrieben, die jedoch sehr einsam ist und sich insgeheim nach einem liebevollen Ehemann sehnt, aber aufgrund ihrer Vergangenheit kaum noch Hoffnungen hegt, dass sich ihr Wunsch doch noch erfüllen könnte. Als Fielding sie rettet, verliebt sie sich Hals über Kopf in den charismatischen Mann und Abenteurer, doch sie befürchtet, dass ihre Verliebtheit nicht echt ist- da auch sie vom Fluch der Pandora heimgesucht wurde und nun, wie ihre Entführer auch, einen goldenen Reif um ihr Handgelenk trägt, der sich nicht mehr abstreifen lässt.

Fielding selbst versucht sich zunächst von Esme fernzuhalten, doch seine Zurückhaltung fällt ihm zunehmend schwerer. Er will sich nicht auf sie einlassen, da er ihr nicht die Ehe anbieten kann. Er hält sich für nicht gut genug für Esme und begründet diese Aussage damit, dass er in der Gesellschaft verpönt ist, was ich für eine recht schwache Begründung gehalten habe, weil auch Esme ja ihren guten Ruf im ton bereits längst verloren hatte.

Der Charakterisierung von Fielding und Esme fehlte meiner Meinung nach ein wenig mehr Tiefe, doch abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten hat mir der erste Teil der Legend Hunters Trilogie sehr gut gefallen.

Robyn DeHarts Schreibstil ist eingängig, der Roman lässt sich leicht lesen und wird zu keiner Zeit langweilig. Auch die Übersetzung fand ich gelungen und habe einige spannende Lesestunden mit diesem Roman verbracht. Wenn ich Vergleiche anstellen müsste, würde ich Robyn DeHarts Romane mit denen von Autorinnen wie Kathryn Caskie oder Julia London vergleichen.

Kurz gefasst: Spannender Archäologie-Historical!