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Nicoles Bewertung

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Der neue historische Roman von Guido Diekmann beginnt praktisch schon vor der Geburt der Heldin Regina.

Der Leser erfährt von Unruhen in Würzburg, von einem Prediger der stets eine Fiedel bei sich trug und dem sich Reginas Mutter einst anschloss und von einem intriganten Ränkespiel, das sowohl das Leben zweier Vertrauter des Predigers, als auch das von Reginas Eltern maßlos verändern sollte.

Jahre später begegnen wir der bereits erwachsenen Regina Babel, die seit ihrer Kindheit in einem Kloster lebt und nur zu kurzen Besuchen heimkehrt, wieder. Sie ist im Besitz der Fiedel des Predigers und liebt ihr Instrument heiß und innig.

Sehr zum Verdruss anderer Damen, die ebenfalls im Kloster leben und Regina das Leben schwer machen möchten. Da Reginas Vater der Stadtvogt ist, gilt sie als gute Partie und so wundert es sie auch nicht, als ihr der gutaussehende Hartmut von Weikersheim nachstellt.
Als sie sich mit ihm in der Nacht am Tor des Klosters treffen möchte, wird sie unvermittelt Zeugin eines Gespräches zwischen Priorin Diemut und einem Gaukler, das besorgniserregend klingt. Demzufolge plant die ehrgeizige Diemut, die amtierende Äbtissin des Klosters langsam aber sicher zu vergiften.

Regina ist entsetzt und macht sich umgehend auf zu ihrem Vater um diesem von ihrem belauschten Gespräch zu berichten. Als der Vater dann tatsächlich dieser Sache nachgehen will, kommt er zu spät. Diemut hat bereits eine teuflische Intrige gesponnen, die Regina in einem sehr ungünstigen Licht erscheinen lässt und der Grund dafür ist, dass der Stadtvogt seine Tochter verstößt.

Unglücklich und auf sich allein gestellt, irrt Regina durch Würzburg, doch dann macht sie eine Bekanntschaft. Sie wird von einem Ehepaar, das mit Gauklern zusammenlebt aufgenommen, nachdem diese Reginas Fiedel entdecken. Doch was hat es mit dieser mysteriösen Fiedel auf sich, um die alle so ein Geheimnis machen?

Nach dem Lesen des Klappentextes wird dem Leser dieses Romans schnell klar werden, dass er hier eher einen historischen Krimi in Händen hält.
Bereits auf den ersten Seiten wird der Leser in ein spannendes und dramatisches Szenario geworfen und man findet zunächst schnell hinein in die Geschichte.

Obwohl man erst einmal viel über das Leben von Regina Babel erfährt, bleibt sie dennoch nicht die einzig wichtige Romanfigur mit der man es als Leser dieses Romans zu tun bekommt. Zwar laufen gerade bei ihr viele lose Handlungsfäden zusammen, doch auch ein römischer Arzt und Gelehrter namens Marcello und sein Freund der berühmte Künstler Tilmann Riemenschneider sind unter anderen mit von der Partie, als es nicht nur darum geht, Reginas Ansehen wieder herzustellen, sondern auch rätselhafte Morde aufzuklären.

Der Autor hat sich bemüht, sehr viel historisches Hintergrundwissen in seinem Roman einzubauen und auch seine Ausdrucksweise und sein geschliffener Schreibstil verleihen der Geschichte viel lokales Zeitkolorit.

Doch trotz einer eigentlich gut gestrickten, atmosphärisch dichten Handlung hatte ich einige Mühen mit diesem Roman. Für meinen Geschmack gab es einfach ab der zweiten Romanhälfte zu viele agierende Personen in diesem Buch und deren Charakterisierung war mir nicht tiefgründig genug, um ein Gespür und ein Gefühl für die Akteure zu bekommen. So ging mir ihr Schicksal leidlich nah und dementsprechend konnte mich auch die Story nach dem sehr guten Einstieg, dann nicht mehr längerfristig fesseln.

Es ist sicherlich kein schlechtes Buch, doch ich fand leider beim Lesen keinen rechten Zugang zu den Figuren.


Die Königin der Gaukler

Guido Dieckmann

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Originaltitel: ----
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499254109
Erscheinungsdatum: Oktober 2010
Genre: historischer Roman

Klappentext

DIE RUNEN DER GAUKLERIN VERKÜNDEN DEN TOD. UND WEITAUS SCHLIMMERES. Eine Intrige verurteilt die Würzburger Bürgerstochter Regina zu einem Leben als Ausgestoßene. Sie ist dem Tode nahe, als ein Gauklerpaar sie unter die Fittiche nimmt. Mit seiner Hilfe entwickelt sich die einstige Klosterschülerin zur Königin der Gaukler, die sich auch auf das Deuten verbotener Runen versteht. Dies bleibt dem Fürstbischof nicht verborgen. Er entsendet Regina auf geheime Mission ins Taubertal, wo Meister Riemenschneider an einem prachtvollen Altar arbeitet. Unheimliche Vorkommnisse bedrohen das Werk des begnadeten Künstlers. Wer hat ein Interesse daran, den Kult um den Germanengott Wotan wiederzubeleben, dessen steinernes Abbild an der Creglinger Herrgotts- kirche angeblich Tränen vergießt? Und wer schreckt nicht einmal vor Mord und Grabschändung zurück? Bald ist auch Reginas Leben in Gefahr.

Quelle: Rowohlt

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