Rezensionen

Simones Bewertung 03 Sterne.png

Mir hat Hanna Dietz‘ Erstling „Meuterei der Hormone“ gut gefallen, deshalb ging ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an den zweiten Roman der Autorin heran. Leider konnte mich dieser jedoch nicht so sehr überzeugen wie der Erstling.

Der Schreibstil war gewohnt flüssig und temporeich, allerdings fand ich die sich manchmal überschlagenden Ereignisse etwas zu unglaubwürdig. Die Autorin legt großen Wert auf eine schnelle Handlung und witzige Dialoge, was durchaus gelingt, leider blieben mir diesmal aber die Protagonistin und ihr Freund Jan als Figuren zu blass, um mit ihnen wirklich mitfühlen zu können.
Bis auf sein unsensibles und unromantisches Verhalten in der ersten Hälfte des Buches konnte ich z.B. Jan nicht näher fassen bzw. charakterisieren. Deshalb ist er mir auch ein bisschen unsympathisch geblieben und ich war gelegentlich versucht zu denken: „Schick ihn doch einfach in die Wüste …“

Da es aber in Wirklichkeit wohl durchaus Leserinnen gibt, die einen Partner mit ähnlich unromantischem Verhalten haben und ihn trotzdem lieben, wird es denke ich, durchaus Leserinnen geben, die sich mit der Geschichte identifizieren können und über das Verhalten auch mal schmunzeln können.

Nett fand ich die Idee ausgearbeitet, dass die Verwirklichung von Wünschen oft anders aussieht, als man sie sich in den eigenen Träumen ausgemalt hat und dass man auch mal darüber nachdenken sollte, was man alles am Partner hat, anstatt nur, was einem fehlt. ;)

Kurz gefasst: Nette Unterhaltung für zwischendurch für Leserinnen, die sehr quirlige Protagonistinnen und temporeiche Handlungen mögen. Deutsche Chicklit.