Rezensionen

Tinas Bewertung 05 Sterne.png

Ich liebe Familiengeschichten in denen Tier eine Rolle spielen und so habe ich mit Begeisterung und Vorfreude zu Lucy Dillons "Liebe kommt auf sanften Pfoten" gegriffen.
Und es war eine gute Entscheidung, denn kaum angefangen zu lesen, war ich schon mitten in einer Geschichte - einer Geschichte, die wie aus dem realen Leben gegriffen zu sein scheint.

Der Tod ist wie ein Damoklesschwert, das die Hauptfigur Juliet gefangen hält, wäre da nicht ihr Hund Minton, der sie begleitet und der auch schon zu Bens Lebzeiten an ihrer Seite war.
So ist es auch die Trauer und der Verlust eines geliebten Menschen, die erst einmal im Vordergrund stehen, bevor sich der Fokus im Laufe des Buches mehr und mehr zum Leben hin verschiebt.

Doch bis es so weit ist, erfährt der Leser erst einmal so einiges über Juliet und ihre Familie, die auch nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens steht. Zusammen mit Juliet erkennt man wer Freund und wer Feind ist, lernt wie wichtig Zusammenhalt sein kann und welche Bedeutung die Liebe für jeden Einzelnen haben kann.

Die Autorin Lucy Dillon schafft es mit leichter Hand schwere Themen wie Trauer und Neubeginn zu vereinen und dabei auch der Liebe eine Chance zu geben. Ihr flüssiger und sehr einfühlsamer Schreibstil, den sie auch in "Liebe kommt auf sanften Pfoten" perfekt einzubringen weiß, hat mich wieder einmal begeistert.

Das wunderbare Fazit der Geschichte erklärt, dass Haustiere, wie Hunde oder auch Katzen einem helfen können wenn es einem mal schlecht geht. Ihre ganz besonderen Antennen für die Gefühle des Menschen, erweichen auch die dicken Fassadenmauern hinter denen wir uns verstecken können.

Kurz gefasst: Es ist ein Roman über Familie, Leben und Lieben einfühlsam geschrieben und absolut zu Herzen gehend.

Chris' Bewertung 05 Sterne.png

Seit ihr Mann Ben vor ein paar Monaten gestorben ist, versteckt Juliet sich. Ihr Baustellenhaus ist ihr Rückzugsgebiet, ihr Terrier Minton ihr einziger Umgang. Den ganzen Tag hockt Juliet vor dem TV und versucht ihre lästige Verwandtschaft zu ignorieren. Einer geregelten Tätigkeit geht sie seit Ben’s Tod nicht mehr nach. Dazu fühlt sie sich nicht in der Lage und außerdem hat sie ihren Geschmackssinn verloren. Für eine Köchin die wichtigste Eigenschaft.

Fünfzehn Jahre war Juliet mit Ben zusammen. Eine Jugendliebe, die ein Leben lang halten sollte. Doch Ben’s Leben endet unerwartet. Ein Herzinfarkt mitten auf der Straße reißt den jungen Landschaftsgärtner aus dem Leben. Zurück bleibt Juliet. Untröstlich, verzweifelt. Immer weiter zieht sie sich in die Isolation zurück. Einzig ihre Mutter kommt an sie heran, während das Verhältnis zu Louise, Juliets Schwester, distanziert bleibt.

Ihre Nachbarn versucht sie genauso zu ignorieren, auch wenn es bei dem anhaltenden Lärmpegel der Großfamilie schwierig ist. Doch wider Erwarten entpuppen sich die Kellys als schrecklich, nette Familie und da gibt es noch Lorcan, der ebenfalls bei den Kellys wohnt. Allerdings bleibt sein Verhältnis zu den Kellys vorerst ein wenig mysteriös.

Der Roman zieht den Leser von der ersten Seite an in den Bann. Man leidet mit der jungen Witwe mit. Versteht ihre Beweggründe und ihren Schmerz. Gleichzeitig zeigt die Autorin auf, wie sehr solch unerwarteter Verlust eine ganze Familie verändert. Zu Beginn hat das Buch ein paar Längen. Viel Platz wird den Hunden eingeräumt, um die Juliet mit der Zeit als Hundesitterin kümmert. Dennoch ist es kein Tierbuch, sondern die Geschichte einer großen Liebe.

Juliet erscheint zu Beginn hilflos, verbittert, verkümmert und zutiefst unglücklich. Doch Stück für Stück löst sich der Kummer. Durch ihre Mutter überrumpelt nimmt Juliet Aufgaben an, die sie zwingen das Haus zu verlassen und wieder unter Menschen gehen. Juliet ist zu Beginn sehr selbstgerecht. Erst nach und nach erkennt sie, dass auch andere Menschen Probleme und Sorgen haben. Dass nicht alles so ist wie es scheint. Und vor allem, dass es ein Leben danach gibt. Dass das Leben weitergeht. Und vor allem beginnt sie sich wieder anderen Menschen zu öffnen. Geht neue Bekanntschaften ein, aus denen Freundschaften werden.

Besonders das Verhältnis zu ihrer ‘perfekten’ Schwester Louise ist problematisch. Überschattet von Missverständnissen und Enthüllungen, die für beide Schwestern nicht einfach sind. Doch als Louise in Schwierigkeiten gerät, ist Juliet da.

Eine wirklich gelungene Familiengeschichte mit sehr liebenswürdigen Protas. Mir gefiel die Entwicklung der handelnden Personen. Niemand blieb auf der Strecke. Besonders gut fand ich die Entwicklung der Hauptperson – Juliet. Irgendwann rafft sie sich auf. Und irgendwann beginnt sie zu begreifen, dass sie ihre Zeit mit Ben nicht glorifizieren darf. Muss sich den Tatsachen stellen, dass auch ihre Ehe nicht perfekt war. Und dennoch spürt man die tiefe Liebe, die sie für Ben empfunden hat. Welch‘ tiefe Wunde sein Verlust hinterlassen hat. Am Ende öffnet Juliet sich wieder dem Leben und geht aus diesem Trauerjahr gestärkt hervor.

Kurz gefasst: Ein wunderschöner Familienroman mit Geheimnissen, Tiefgang und viel Gefühl.