Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Samantha Prendregast hat eine erfolgreiche Vergangenheit als Taschendiebin hinter sich als sie von Lady Bucknell, ihres Zeichens Betreiberin der „Vornehmen Akademie für Gouvernanten“ mit der Hand in ihrer Taschen erwischt wird. Anstelle die junge Frau den Behörden auszuliefern, erkennt Lady Bucknell jedoch die Qualitäten Samanthas und nimmt sie in ihre Akademie auf.

Dummerweise hat Samatha jedoch die durchaus lobenswerte, für ihre Arbeitgeber nicht so erfreuliche, Eigenart, ihre Schützlinge wie eine Löwin zu fördern und dabei die Dinge nach ihrem Geschmack zu regeln.

Und nun hat sie Lady Bucknell ins Exil aufs Land verbannt, wo, da ist sich Samantha sicher, so manch unheilvolles Getier lebt und Gefahren an jeder der so zahlreichen Wald- und Wiesen-Ecke lauern. Was den Hausherren und seine Kinderschar betrifft, so hat sie keinerlei Zweifel, dass sie dieses Problem ganz sicher in den Griff bekommt. Wenn sie sich da mal nicht getäuscht hat?

Nach 5 Gouvernanten-Romanen habe ich mit „Die widerspenstige Braut“ nun endlich das wieder gefunden, was ich seit Beginn meines Re-readings der Serie suche: den Charme der Reihe, die mir die Bücher so unvergesslich gemacht haben und mir als Keeper im Gedächtnis geblieben sind.

Mittlerweile gehe ich davon aus, dass ich einfach mal wieder unterschätzt habe, wie sehr Erinnerung doch täuschen kann oder wie deutlich sich meine Lese-Vorlieben gewandelt haben müssen. Irritierend dabei finde ich, dass zwischen den Veröffentlichungen im Original, von 1 bis 6 Teil, lediglich 2 Jahre liegen; aber wer weiß, vielleicht hatte Christina Dodd die Romane schon in eine Weile in der Schublade bevor sie sie hat verkaufen und weiter daran arbeiten konnte. Das würde mir dann auch erklären, warum ihr Stil sich so geändert hat.

Zwar empfand ich die Heldinnen der Autorin immer schon als starke und selbstbewusste Charaktere, konnte aber bisher nur wenig mit ihren Höhlenmännchen-Helden anfangen. Doch freut euch nicht zu früh, auch Colonel Willam Gregory, der Held aus „Die widerspenstige Braut“ ist so einer. Aber diesmal hat es die Autorin geschafft ihm mit der Heldin Samantha – und der Hilfe seiner Familie – genau den Kontrapunkt zu setzen, den so ein Macho-Liebesroman-Held, meiner Meinung nach benötigt.

Beim Vorgängerband, „In meinen Armen“, hatte ich ja vermutet, dass es womöglich an einer ungeschickten Übersetzung liegen könnte, dass die Hauptfiguren allzu „zänkisch“ rüberkam, ein solches Problem hatte ich bei „Die widerspenstige Braut“ jedoch nicht. Das Buch liest sich in der Übersetzung höchst geschmeidig und sehr unterhaltsam.

Dabei hat mir besonders der Witz gefallen, zb. die Idee der Autorin den Colonel mit einer hübschen Anzahl an Töchtern zu konfrontieren und die leichten, aber doch sehr amüsanten Charakter-Twists, mit der Autorin die Geschichte belebt (und eine weitere kleine Liebesgeschichte erzählt).

Kurz gefasst: Leicht, locker, amüsant und sympathisch. „Die widerspenstige Braut“ zu lesen (und zu Re-readen) ist einfach ein Vergnügen.