Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Alan Dales Leben ändert sich schlagartig, als er eines Tages beim Stehlen einer Pastete erwischt wird- zunächst einmal fällt er Sir Ralph Murdac, Verwalter von Nottingham Castle, negativ auf, der ihn für den Diebstahl sogleich zur Rechenschaft ziehen will.

Doch Alan gelingt die Flucht zurück nach Hause. Geistesgegenwärtig bringt ihn seine Mutter nur kurze Zeit später zum Herrn der Wälder, dem Kopf der Gesetzlosen aus dem Sherwood Forest, Robin Hood. Unter Robins Fittiche lernt der junge Dieb Alan ein Krieger zu werden. Doch auch seine musikalische Ader wird berücksichtig. Alan zur Seite gestellt wird der französische, ebenfalls geächtete Barde Bernard, der ihm die Kunst des Singens und Komponierens näher bringen und Alans Fähigkeiten verfeinern soll.

Obwohl Alan unter Robins Getreuen viele neue Freundschaften schließt, gibt es auch Neider und Feinde, wie Guy. Das zwingt Alan nicht nur dazu schnell erwachsen zu werden, sondern auch mit List und Tücke zu agieren, wenn er überleben will.

Eines Tages offenbart ihm Robin einen Plan- Alan soll als Bernards Begleiter an den Hof von Königin Eleonore gehen um zu spionieren. Dabei gerät er in Lebensgefahr, denn dort trifft er erneut auf Guy und Sir Murdac...

"Der Barde" ist der erste Teil einer abenteuerlichen Saga über eine der wohl beliebtesten Sagengestalten überhaupt- Robin Hood!

Der Roman wird aus Sicht eines jungen Diebes geschildert, der unter Robin Hoods Aufsicht vom Kind zum Mann und unerschrockenen Kämpfer reift. Was ich besonders bemerkenswert fand, war, dass der Autor nicht den Fehler begeht, Robin Hood nur als schillernden Helden darzustellen, sondern im Gegenteil einen Menschen mit Stärken und Schwächen zu beschreiben, der nicht nur gut ist und sich für die Armen einsetzt, sondern durchaus auch grausame Züge an sich hat, wenn sie seinem Zweck dienlich sind. So wirkt Angus Donalds "Robin Hood" viel authentischer und glaubwürdiger, als in vielen anderen Erzählungen.

Allerdings ist nicht Robin die Hauptfigur des Romans sondern Alan Dale. Alan ist ein gewitzter, allerdings zunächst noch recht ängstlicher Junge und sein Reifeprozess gestaltet sich dementsprechend langsam aber plausibel. Durch die gewählte "Ich-Form" bekommt man einen guten Einblick in seine Gefühlswelt und auch seine innere Zerrissenheit in Bezug auf Robin. Zum einen verehrt Alan Robin wie einen Helden, zum anderen stoßen einige von Robins grausamen Taten, Alan auch wieder ab.

Der Schreibstil von Angus Donald ist sehr mitreißend uns packend, allerdings nichts für ganz zarte Gemüter, denn Kampfszenen werden recht bildlich und ungeschönt dargestellt.
Zeitlich hat der Autor den Roman zum Ende der Regierungszeit von König Henry II. angelegt, bevor Richard Löwenherz König wurde.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch anzubringen- ich fand, obwohl die Erzählung Alans spannend geschildert ist, dass der Roman durchaus noch einige Dialoge mehr vertragen hätte und auch die Nebenakteure wie Tuc oder John ein wenig mehr Aufmerksamkeit von Seiten des Autors verdient hätten.
Auch ist die Romanfigur Sir Murdac ein wenig konturenlos; fast prototypisch böse geraten.

Ansonsten ist der Roman wunderbar und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!