Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Charlotte Schneidemann und Peter Käfer werden für ihren neuen Fall in das Eliteinternat Schloss Lemburg gerufen. Dort wurde einer der Schüler tot in einer „Eisernen Jungfrau“ aufgefunden. Max war sehr beliebt unter den Mitschülern, doch während ihrer Ermittlungen stellt sich heraus, dass auch er einige Feinde und dunkle Geheimnisse hatte, die es zu ergründen gilt. Der Direktor der Schule hätte es am liebsten, wenn Max Tod als Unfall oder Selbstmord zu den Akten gelegt würde, denn er fürchtet um den guten Ruf der Schule. Und es sieht in der Tat auf den ersten Blick alles nach Selbstmord aus. Besonders, als ein Video, das kurz vor Max Tod entstand, auf der Webseite des Internats auftaucht.

Max Tod trifft dessen Mutter hart, denn bereits auf den Tag genau, ein Jahr zuvor, hat sie ihren Ehemann Alex verloren, der bei einem Autounfall starb.
Auch Marie ist erschüttert. Sie war die Freundin von Max und dachte stets, er würde sie niemals verlassen und allein mit ihrer Einsamkeit zurücklassen.
Währenddessen gehört Frederik, ein Schulkollege von Max zu den Menschen, die froh sind, dass Max das Zeitliche gesegnet hat, denn er hasste Max, der auch eine dunkle Seite hatte. Nun hat er endlich die Möglichkeit bekommen, Marie davon zu überzeugen, dass er der Richtige für sie ist.

Das Ermittlerduo hingegen ist verwundert über die sehr unterkühlte Atmosphäre, die im Internat vorherrscht. Die Schüler scheinen in erster Linie ihre zukünftige Karriere im Sinn zu haben, der Leistungsdruck ist immens und für Trauerarbeit anscheinend keine Zeit. Und auch die Lehrkörper sind ihren Schülern keine große Stütze. Im Gegenteil, manche von ihnen scheinen ebenfalls einige Geheimnisse zu haben…

„Tod nach Schulschluss“ ist bereits der dritte Band der Reihe um das Ermittlerduo „Schneidemann & Käfer“. Jedoch kann man diesen Roman meiner Meinung nach auch gut ohne Vorwissen lesen, man kommt gut hinein in die Geschichte und Informationen über Geschehnisse, die sich in den Vorgängerbänden zutrugen, werden ebenfalls von der Autorin nebenher eingestreut, so dass man stets im Bilde über alle Verbindungen zwischen den Ermittlern ist.
Christine Drews hat einen spannenden Krimi geschaffen, in dem die unterkühlte Atmosphäre, die im Internat bzw. zwischen den Akteuren vorherrscht, auch gut als Leser spürbar gemacht wurde. Sie legt viele falsche Fährten aus, die den Leser bezüglich der Mördersuche verwirren sollen, was ihr sehr gut gelingt, wie ich finde. Zwar hatte ich gewisse Vermutungen bezüglich des Zusammenhangs von Alex und Max Tod, die sich dann auch später bestätigten, doch gab es dennoch genügend Überraschungsmomente, (besonders bezüglich Maxs wahrem Charakter) die meine Neugierde bis zum Schluss schüren konnten.
Besonders gut gefallen hat es mir, wie die Autorin die Probleme der Schüler neben dem Kriminalfall in den Fokus stellt und Schwächen des elitären Denkens entlarvt, das nicht nur dem Direktor zu eigen ist.

Lediglich das Autorenduo war mir nicht greifbar genug. Zwar sind Charlotte und Peter sympathische Charaktere, doch fehlten mir noch ein wenig mehr Romanpassagen, die sich mit ihrem familiären Hintergrund beschäftigen und vielleicht auch gewisse Ecken und Kanten an ihnen, was sich in weiteren Teilen der Reihe vielleicht noch ändern wird, wie ich hoffe.
Was ich etwas unglaubwürdig empfand, war die Szene in der die traumatisierte Putzfrau beschließt, gleich am nächsten Tag den Tatort, der über und über mit Blut verunreinigt ist, selbst zu putzen. Dafür gibt es doch zertifizierte Tatortreiniger, was man seit der gleichnamigen TV Serie weiß.

Kurz gefasst: Spannender Krimi über menschliche Abgründe an einer Eliteschule.