Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Wovor habt ihr Angst?
Ich glaube, dass kein Mensch frei von Ängsten ist; selbst ein Serienmörder hat Angst dass seine Taten nicht entsprechend gewürdigt werden. So wie es dem Killer in Cynthia Edens 1. Teil ihrer "Deadly"-Serie geht und er deshalb einen geschickten Plan auslegt um die FBI-Agentin Monica Davenport in das Städtchen Jasper zu locken.
Denn auch Monica hat Ängste.

Cynthia Eden hat sich ein wirklich interessantes Thema, das nicht nur von Angst handelt sondern einem auch durchaus Angst machen kann, für "Echo der Angst" ausgewählt.
Die Autorin lehrt den Lesern wahrlich das Fürchten, in dem sie ihren Lesern einen angstmachenden und abstoßenden, wie faszinierenden Killer vorführt, der nach unendlich viel Übung im Morden und Quälen kaum mehr angreifbar erscheint.

Spannend zu lesen bis zu dem - leider sehr frühen - Zeitpunkt, als mir klar wurde wer der Killer ist. Von diesem Moment viel die Spannung von mir ab und ich konnte mich nur noch wundern, warum eine Spezial-Einheit von FBI-Agenten so fahrlässig ermittelt und sich dann auch noch gegenseitig, zwar persönliche, für den Fall aber wichtige Informationen vorenthält und allein deswegen dem Killer so nicht auf die Schliche kommt.

Ich denke, dass Cynthia Eden den Killer zwar an einer recht interessanten Stelle eingeführt hat, dann aber ungeschickt vorgegangen ist und ihn zu verdächtig gemacht hat; was leider vor allem auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Ermittler ging.

Wie man an meiner Bewertung sehen kann, war dies aber noch nicht alles mit dem ich Probleme beim Lesen hatte:
Da waren z.B. die ständigen Wiederholungen. Hier ein Beispiel "sie (also Monica) kann sich in den Täter hineinversetzen und er (Luke) in die Opfer". Das sind spannende Charaktereigenschaften, die ich jedoch schon beim ersten Mal lesen kapiert habe und wozu ich nicht noch 20 weitere Erwähnungen benötigte.
Auch etwa wie toll Luke ihren Duft findet und das er ständig einen "Ständer" hat, ihr immer gibt was sie will - was die Autorin mir so hinreichend mitteilte hat dazu geführt, dass ich bei jedem weiteren Lesen müssen dieser Informationen mehr und mehr genervt war.

Die Hauptprotagonistin Monica steht im Mittelpunkt der Geschichte; so sehr, dass Luke, der männliche Gegenpart, viel zu blass erscheint. Ebenso wie die Liebesgeschichte zwischen den beiden, die im Grunde höchstens als "spannungsabbauender Sex" bezeichnet werden kann, dem sich das Paar zwischen zwei Morden - und Tote gibt es reichlich - schnell und irgendwie unpersönlich hingegeben wird. Zwar kann ich es durchaus verstehen, dass man sich lebendig fühlen muss, wenn man hilflos dem Töten und Quälen ausgesetzt ist, doch fand ich die ständigen Wechsel von schnellem Sex und Mord, auf die Dauer verstörend, weil er für mich so wenig Gefühl vermittelte.

Und dann ist da auch noch der Schreibstil, der mich mit seinem Wechsel von kurzen hektischen und langen ruhigen Sätzen immer wieder aus dem Konzept gebracht hat. Die Passagen mit den kurzen, plötzlich das Thema wechselnden Sätzen und Stakkato-artig hingeworfenen Gefühls- und Empfindungsbrocken, hat mich an ein hektisch geschnittenes Video erinnert und mich richtiggehend nervös gemacht.

Sollte das Absicht der Autorin gewesen sein - dann muss ich ihr ehrlichen Respekt für ihr Können zollen.
Gefallen hat es mir jedoch nicht, denn ich fand es einfach anstrengend und in höchsten Maße ermüdend zu lesen.

Ich denke "Echo der Angst" kann durchaus spannend zu lesen sein, insbesondere wenn einem der Stil der Geschichte anspricht. Vor allem wenn man sich gerne von Thrillern mit Serienmördern darin ängstigen lässt, sollte man das Buch ausprobieren.