Rezensionen

Tinas Bewertung 04 05 Sterne.png

Susanna Ernst schreibt Bücher, die einen wie ein warmer Sonnenstrahl erwärmen, aber auch zum Nachdenken anregen. Sie versteht es gekonnt wie keine andere Autorin, kleine Puzzlestücke im Laufe ihrer Geschichten zu einem Gesamtwerk zusammenzufügen. Ein Gesamtwerk, das einen erstaunt und aufzeigt, wie man vom Leben manchmal vorgeführt wird.

Das alles gilt auch für "Das Leben in meinem Sinn". Denn dieser Roman, der einen innehalten lässt, erzählt davon, was im Leben wichtig und was nicht so wichtig ist.

Die Geschichte ist in der Ich-Form, jeweils aus der Sicht von Sarah und Ben erzählt. Aber es kommen auch andere Figuren zu Wort, die ihre eigene Meinung haben. Für den Leser ergibt sich so im Laufe der Geschichte ein Gesamtbild der Gefühle und Erinnerungen, die einem am Leben der Figuren und an der Geschichte teilhaben lassen.

Wie auch bei anderen Büchern der Autorin, hat die Geschichte mich auch noch lange nach dem Lesegenuß von "Das Leben in meinem Sinn" nachdenklich gestimmt. Aber es ist eben schon wahr, dass manchmal Kleinigkeiten einem das Leben versüßen oder auch versalzen können.

Kurz gefasst: Das Schicksalsrad hat immer wieder einen Trumpf im Ärmel und wehe einer versucht sich dem zu entziehen! Eine nachdenklich machende, stimmungsintensive Lektüre. Empfehlenswert.

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Ben Todd hat eine sensible Seite, eine Verletzlichkeit, die er nur seinen besten Freunden zeigt. Ein Schicksalsschlag vor ein paar Jahren, nagt immer noch an ihm und hat es bislang verhindert, dass er sich neu verliebte. Ausgerechnet als er Sarah Pace kennen lernt, die genau wie er zur Schauspielerriege, der neuen TV Serie „Das Leben in meinem Sinn“ gehört, ändert sich alles. Benn fühlt sich vom ersten Moment an zu der fröhlichen, aufgeschlossenen, aber auch sehr tiefgründigen Sarah hingezogen. Sarah schließt Ben ebenfalls schnell in ihr Herz, jedoch vermutet Ben zunächst, dass Sarah lediglich freundschaftliche Gefühle für ihn hegt. Schließlich hat Sarah einen Verlobten und mit diesem zusammen, eine kleine Tochter und möchte bald heiraten.
Als die Beziehung mit Sarahs Verlobten jedoch zerbricht, schöpft der, bis über beide Ohren in Sarah verliebte Ben, wieder Hoffnung. Ist diese aber gerechtfertigt?

Ich habe meine Inhaltsangabe bewusst kurz und vage gehalten, um nicht zuviel zu verraten. Susanna Ernst lässt in ihrem neuen Roman diesmal zwei Hollywoodschauspieler aufeinander los, während Sarah bereits sehr berühmt ist, steht Ben noch am Anfang seiner Karriere, obwohl er bereits einige abwechslungsreiche Rollen für sich verbuchen konnte. Bens Erfurcht Sarah gegenüber, in Bezug auf ihren beruflichen Werdegang, lässt jedoch schnell nach, so dass man nicht befürchten muss, einen Roman im Stile des Films „Notting Hill“ vor sich zu haben.

Vielmehr sind sich die beiden ebenbürtig- sie ergänzen sich. Vielleicht war die Vertrautheit zwischen Sarah und Ben auch der Grund dafür, dass mir die Geschichte hier und da etwas zu sanft dahinplätschernd und vorhersehbar erschien. Auch stellte sich bei mir nicht das Hollywoodfeeling beim Lesen ein, das das Setting doch eigentlich dem Leser suggerieren sollte (was ich als positiven Aspekt ansehe). Vielmehr wirkte das Setting auf mich rein britisch, was wahrscheinlich daran liegt, dass Susanna Ernst Art zu schreiben und wie sie die Charakterisierung ihrer Protagonisten händelte, mich stark an die „Schreibe“ von Marian Keyes erinnerte. Allerdings schwingt in Susanna Ernsts Romane noch eine gewisse Melancholie mit und gerade in Momenten, wenn sie bestimmte Vorgänge fast poetisch beschreibt, hebt sich ihre Art zu schreiben, wohltuend von Schreibstilen anderer Autoren ab.
Die Idee, die Geschichte aus der Sicht gleich mehrerer Personen voranzutreiben gefiel mir, bis auf die Einsichten in die Gedankenwelten von Sarah und Ben nur bedingt. Ich verstand zwar dann am Ende des Romans, wieso sich die Autorin dazu entschieden hatte, doch fand ich die Nebenfiguren leider nicht ganz so interessant, so dass ich in angesprochenen Momenten etwas in meinem Lesefluss gestört wurde.

Kurz gefasst: Berührender, bittersüßer Liebesroman voller Poesie und Melancholie, allerdings, wie ich finde, trotz all der positiven Aspekte, auch etwas vorhersehbar geraten.