Rezensionen

Tinas Bewertung 05 Sterne.png

Ein Zitat aus dem Buch verrät mehr, als ich mit noch weitere Information tun könnte: Der Freundschaftsschwur von Amy und Matt: "Eine Bitte habe ich: Vergiss es nie, mein treues Wort ...Wo du auch bist, ich bin bei dir. So wie an jedem Ort."

Kaum angefangen zu lesen ist man schon in der Welt von Matt und Amy versunken. Man fiebert und man leidet unwillkürlich mit und ja, es fließen hier und da ein paar Tränen. Stelleweise hatte ich eine richtige Gänsehaut beim Lesen, denn es ist eine Geschichte die tief geht und auch das Herz berührt.

Susanna Ernst schreibt flüssig, aber auch mit Gefühl, das einem berührt und den Eindruck vermittelt mittendrin zu sein und es alles live mitzuerleben. Die Geschichte wird aus der Sicht von Matt in der Ich-Form erzählt, aber auch Amy erzählt ihre Sicht der Dinge in kursiv gedruckten Absätzen, so dass man als Leser ihre Sicht und ihre Gefühle besser verstehen kann.

Die Liebe und Freundschaft, sowie die Wiedergeburt haben in diesem Roman einen großen Platz, aber auch das Thema Autismus und das Trauma, das Matt durch den gewaltsamen Tod von Amy erleidet.

Das Buch beinhaltet so viel, es nimmt einem ein, macht sprachlos und fasziniert in jeder Hinsicht so intensiv, dass das alles auch nach dem Beende des Buches noch in einem nachklingt und man sich fragt: Sind Wunder möglich?

Gegen alle Regeln habe ich den Ausgang der Geschichte bedauert, ich persönlich hätte mir einen anderen gewünscht. Dennoch ist die Geschichte trotzdem stimmig, denn schließlich schließt sich damit der Kreis.

Für mich persönlich ist Susanna Ernst eine Autorenentdeckung, die ich nicht missen möchte, genau so wenig, wie den Genuss diesen Buchs. Sehr empfehlenswert.

Kurz gefasst: Ein Buch das tief berührt und zeigt, wie groß und stark die Kraft der Liebe sein kann. Berührend und mitreißend - einfach fantastisch.

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

21 Jahre zuvor:

Die neunjährige Amy und der Nachbarsjunge Matt sind die besten Freunde. Jeden Sommer halten sie sich stundenlang im Badesee in einem Waldgebiet auf und plantschen munter und vergnügt darin herum. Leider werden sie eines Tages von einem Kindermörder dabei beobachtet der ihnen auflauert, sie beide gefangen nimmt und Amy schließlich, nachdem er sie missbraucht hat, vor Matts Augen, der gefesselt an einem Baum hängt, ermordet. Matt bleibt jedoch am Leben und schleppt dieses Trauma Jahr seitdem mit sich herum, denn der Täter wurde nie gefasst.

21 Jahre später:

Mittlerweile ist Matt erfolgreicher Masseur und Physiotherapeut; arbeitet in einer gut gehenden Gemeinschaftspraxis und hat eine Kollegin, die bis über beide Ohren in Matt verliebt ist. Doch Matt zögert sich auf eine Liebesbeziehung mit ihr einzulassen, da er seit damals fürchterliche Angst vor Nähe hat und seine Freundin Jugendfreundin Amy auch nie vergessen konnte. Matt ist vereinsamt und hat, seitdem seine Eltern bei einem Flugzeugabsturz starben auch keine Familie oder Freunde mehr. Das ändert sich schlagartig, als er eines Tages aus reiner Freundlichkeit einem Patienten von ihm, der an einem Bandscheibenvorfall leidet, anbietet, dessen autistische Tochter Julie morgens und abends die Treppe herauf und herunter zu tragen, damit diese nicht in ein Heim muss.
Matt spürt sogleich eine unheimliche Verbindung zu Julie, die sich verstärkt, als er Julie eines Tages massiert; denn Matt hat eine besondere Gabe. Doch das was er während dieser Massage über Julie herausfindet, verstört ihn zutiefst. Kann es sein, dass Amys Seele in Julies Körper steckt? Und kann es ihm gelingen Julie aus ihrer Lethargie zu reißen?

„Deine Seele in mir“ ist ein Roman über uneingeschränkte Liebe, Schicksalsfindung, Reinkarnation und Freundschaft, der mir beim Lesen ziemlich unter die Haut gegangen ist. Das Hauptthema dieses Romans ist Reinkarnation und somit steht sogleich die zentrale Frage im Raum, ob es wirklich möglich sein kann, dass Menschen wiedergeboren werden können. Sicherlich sollte man hier keinen Roman erwarten, der sich auf wissenschaftlicher Basis diesem Thema nähert; wer jedoch eher einen berührenden Liebesroman lesen und dabei gut unterhalten werden möchte, wird sicherlich auf seine Kosten kommen, denn sowohl Plot als auch die Umsetzung des Ganzen empfand ich als sehr gelungen.

Die Autorin schildert die fortschreitende Handlung zunächst aus Matts Sicht in „Ich-Form“- zwischenzeitlich und in Kursiv-Schrift gesetzt, lässt sie allerdings auch Julie zu Wort kommen, so dass man sich gut in beide Hauptfiguren hineinversetzen kann. Es ist eine Geschichte in der zwei Figuren im Fokus des Geschehens stehen, die beide etwas Schlimmes erlebt haben und die nur gegenseitig in der Lage sind, sich zu heilen. Natürlich spielt auch die gegenseitige Liebe füreinander eine große Rolle in diesem Roman und besonders diese Passagen haben es mir sehr angetan, denn sie gehen unter die Haut und wirken echt und zu keinem Zeitpunkt kitschig.

Zugegeben, so manches Mal hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin vielleicht ein wenig mehr Dialoge einstreut, um alles etwas lebhafter zu gestalten. Es gilt zwischendurch sehr viel Text zu lesen; etwa wenn Matt seinen Tagesablauf oder andere Dinge die ihn beschäftigen, beschreibt. Zum einen mag das wichtig sein, damit man Matts Sicht auf die Dinge besser versteht und auch wie er innerlich gestrickt ist, doch hier und da fand ich, dass es kleine Längen in diesem Roman gab. Außerdem konnte ich, wenn ich ehrlich bin, nicht so gut nachvollziehen, wie Julie trotz ihrer Passivität dennoch in der Lage war, sich nach ihrem „Erwachen“ so gewählt auszudrücken wie jemand in ihrem Alter und auch schon gleich wie eine Erwachsene zu fühlen, denn immerhin war Amy als sie starb gerade einmal 9 Jahre alt!
Lediglich ihre Ungeduld, die so manches Mal zum Tragen kommt, zeigt noch ein wenig die Unreife der jungen Frau an, was mir persönlich zu wenig war.
Auch fand ich, dass sich diverse Schwierigkeiten, die das Paar überwinden musste, so manches Mal etwas zu schnell in Wohlgefallen auflösten. Etwa als Julies Eltern vor vollendete Tatsachen wegen der geplanten Reise in Amys Heimat gestellt werden und viel zu schnell nachgaben.

Dies sind jedoch auch schon die einzigen kritischen Punkte, die mir beim Lesen von „Deine Seele in mir“ aufgefallen sind. Ansonsten konnte ich wunderbar in der Geschichte versinken, mitfiebern und mitleiden und kann es nur allen empfehlen, die Bücher, die im Stile von Nicholas Sparks etc. geschrieben sind, mögen.

Kurz gefasst: Ein unter die Haut gehender Roman, der noch lange in mir nachhallte über uneingeschränkte Liebe, Schicksalsfindung, Reinkarnation und Freundschaft.