Rezensionen

Tinas Bewertung 03 Sterne.png

"Der Garten der verborgenen Träume", lädt den Leser mit einem traumhaften Cover ein, das vielleicht sogar das Haus der Familie Winter zeigen könnte und dem Leser seine Türen öffnet, damit der Staub entfleuchen kann und die Geheimnisse sich lüften, aber auch die Familie wieder zusammen geführt wird.

Denn die erscheint zwar nach außen hin einen Zusammenhalt zu haben und untereinander einen liebevollen Umgang miteinander zu pflegen, so gibt es dennoch so etwas wie ein Mysterium, dem sich Martha und ihr Mann David langsam entziehen wollen, denn die Zeit drängt.
So erfährt man als Leser einiges über die Familie, das Leben und das Zusammenleben miteinander und erkennt dann auch, dass alles ein heilloses Durcheinander ist und nicht alle so zufrieden sind, wie sie erscheinen.

Harriet Evans beschreibt die Familie Winter sehr genau, mit all ihren Ecken und Kanten, aber auch den kleinen Geheimnissen. Das hat mir eigentlich recht gut gefallen, doch fand ich die Zusammenhänge manchmal einfach schwer nachzuvollziehen und hatte Probleme alldem zu folgen. Das Problem bei war, dass dabei meine Aufmerksamkeit immer mal wieder abgeschweift ist und ich das Gefühl hatte, das Buch zöge sich z.T. wie Kaugummi.

Ich fand das sehr schade, weil ich eigentlich den Erzählstil von Harriet Evans sehr gerne mag und auch die Art, wie eine Geschichte angeht. Doch gerade bei diesem Buch war mir alles ein wenig zu viel und ich war ein wenig von der Geschichte überfordert.

Kurz gefasst: Zu viele Geheimnisse, die ans Tageslicht wollen und eine zu verstrickte Familie, die zu viele Probleme hat. Obwohl das eigentlich genau mein Thema „Familie und Geheimnisse“ ist, fand ich es bei diesem Buch schwer allem zu folgen.

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Martha Winter ist seit vielen Jahrzehnten glücklich mit ihrem Mann, den berühmten Comiczeichner David verheiratet. Sie sind stolze Eltern dreier Kinder, die unterschiedlicher nicht sein könnten und haben auch bereits Enkel vorzuweisen. Und auch, wenn die Familie Winter im Ort den Ruf genießt, ein eingeschworenes Team zu sein, gibt es gewisse große und kleine Geheimnisse, die das Paar vor ihren engsten Verwandten verbirgt.

Bei einer Familienfeier soll aber dann endlich Schluss mit der Geheimniskrämerei sein. Schweren Herzens beschließen Martha und David, ihre Kinder und Enkel aufzuklären, über einen tragischen Vorfall, der sich bereits vor einiger Zeit zugetragen hat.
Aber auch David, der schwer krank ist, erhofft sich von dem Familienfest, endlich einen reinen Tisch machen zu können, denn er weiß bereits, dass er nicht mehr lange leben wird.

Während sich die beiden bereits seelisch auf ihre Aussprache vorbereiten, haben ihre Lieben jedoch ganz andere Probleme. Da wäre Bill, der mit der viel jüngeren Karen verheiratet ist, doch in der Ehe kriselt es ein wenig, Daisy, die ihrem Elternhaus früh den Rücken gekehrt hat oder auch Florence, die fern in Italien lebt und berufliche sowie private Probleme hat. Und nicht zu vergessen, Enkelin Lucy, die bei einer Zeitung arbeitet, jedoch begeistert sie der Job nicht so sehr wie erhofft, und ihre Cousine Cat, deren Mutter Daisy, sie einst bei ihren Großeltern ablud.

Joe, ein Koch aus Leidenschaft soll für das Familienfest das Essen zubereiten und so wird auch er in das Leben der Winterfamilie verstrickt…

„Der Garten der verbotenen Träume“ stellt eine wahre Herausforderung an den Leser dar, denn die Autorin hat sich für eine sehr extreme und seltene Art des Geschichtenerzählens entschieden. Jeder Akteur dieses Romans, ob Großeltern, Kinder, Enkel oder der Familie Nahestehende kommt hier zu Wort. In jedem Kapitel, kann der Leser abwechselnd den Figuren über die Schulter schauen und erfährt viel darüber, wie sie leben, was sie antreibt und wie sie charakterlich geschaffen sind. Da es einige Figuren sind, sollte man diesem Roman die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient, damit man sich nicht zwischen den vielen Akteuren und ihrem Verhältnis zueinander verstrickt.

Harriet Evans berichtet sehr umfangreich über das Leben der Familie Winter, doch auch wenn ich die eine oder andere Begebenheit vielleicht ein wenig „too much“ empfand und mich fragte, ob man wirklich jede noch so banale Situation so ausführlich beschreiben muss, belehrte sie mich am Ende dann doch eines Besseren, denn gerade die Ausführlichkeit in ihren Beschreibungen bringt einem die Familie im Grunde sehr nahe, so dass man sich sehr gut in die Akteure des Romans hineindenken kann, auch wenn man zwangsläufig nicht jeden von ihnen sympathisch finden wird.

Das muss man auch nicht, denn die Winters haben einige „Leichen im Keller“ und zu erfahren, wie diese Geheimnisse nach und nach gelüftet werden, übte einen großen Reiz beim Lesen bei mir aus, so dass ich, auch dank des eingängigen, gefälligen Schreibstils, den Roman relativ schnell ausgelesen habe. Zugegeben „Der Garten der verbotenen Träume“, ist nicht mein Favorit unter Harriet Evans Büchern, doch für Fans von Familiengeschichten keinesfalls zu verachten.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer Familienroman, der mit einer sehr eigenen Erzählstruktur aufwartet.