Rezensionen

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

"Eine Dame und ihr Zauber", erzählt die Geschichte der "mission faerie" Sophia Thorne. Diese ermogelt sich den Auftrag, der kleinen Tochter des "Dangerous Dukes", Ashley Trimble, Duke of Robinsworth, zu helfen, um damit ihr angeknackstes Image aufzupolieren; denn sie ist leider keine besonders erfolgreiche Auftrags-Fee und ständig in der Gefahr, als Strafe ihre Flügel zu verlieren.

Doch erneut droht alles zur Katastrophe zu werden, denn der "Dangerous" Duke erweist sich als höchst "dangerous", wenn auch nicht für ihr Leben, so doch für Sophias Herz und ihre Zukunft als Fee - denn eine der 5 wichtigsten Regeln für Feen lautet: Verliebe dich nie in einem Menschen.

Ich habe dieses Buch bereits 2012 im Original gelesen. Und ihm damals eine positive 4,5 Punkte starke Bewertung verliehen – die ich heute nicht mehr nachvollziehen kann.

Die Frage ist nun, liegt es am Buch, bzw. in diesem Fall an der Übersetzung, in der ich das Buch re-readed habe, oder an meinem veränderten Leseverhalten? Oder ist es womöglich eine Kombination aus beidem?

Heute würde ich der Geschichte (in der deutschsprachigen Übersetzung) bestenfalls eine 3,5 Bewertung geben und das auch nur, weil ich die Idee der Autorin hier paranormale und märchenhafte Elemente mit der Zeit des englischen Regency mischt und damit für mich, das Beste aus allem zusammenfügt. Warum ich die Geschichte einst spritzig, amüsant oder unterhaltsam genannt habe, kann ich jedoch nicht mehr nachvollziehen.

Ganz im Gegenteil dieses wiederholte Lesen zog sich endlos zäh, wie alter und ausgelaugter Kaugummi. Sicher, da ich um ihre kleinen Twists bereit wusste und ein Happy End nun mal selten zu überraschen weiß war im vorne herein klar, dass die Geschichte kein Überraschungshit für mich werden würde. Doch die Hoffnung auf ein paar amüsante Lesestunden trägt mich in der Regel durch solche Nebensächlichkeiten.

Doch leider war die Geschichte alles andere als amüsant zu lesen, weswegen ich ihr heute max. 3 Punkte geben kann. Sie hat einfach nur genervt. Sophia hat genervt, der Duke hat genervt, die Feen haben genervt. Die wirre Geschichte hat genervt. Und der seltsam un-runde Schreib-, Erzähl- oder Übersetzungsstil hat genervt.

Okay, ich mochte den Butler des Dukes und den frechen Zwerg Ronald. Die einzigen, die tatsächlich auf amüsanterweise genervt haben. Aber was ist das für ein trauriges Bild?

Was mir schon bei ersten Lesen positiv aufgefallen war und was ich erneut erwähnen möchte war, dass Tammy Falkner auf Missverständnisse und hin und her zwischen ihren Hauptprotagonisten verzichtet. Die Liebesgeschichte ist klar und ehrlich. Und wird von beiden Charakteren ohne Scheu offen ausgelebt. Und die Hindernisse und Beweggründe der Figuren haben durchaus Hand und Fuß, zumindest sind sie so gut erklärt, dass man sie nachvollziehen kann.

Das ganze Drum-Herum ist jedoch irgendwie Quatsch, zu dick aufgetragen und nur wenig Märchenhaft (im romantischen Sinne) - bis auf ein bisschen Glitzer, auf dem berühmten Boden der Tatsachen.

Was ich aus meiner alten Rezension noch übertragen kann ist, dass die Atmosphäre der Geschichte leicht gehalten ist und in einem relativ modernen Stil geschrieben. Sophias flotte und offene Art wird mit ihrer Erziehung als Fee erklärt - was durchaus Sinn macht. Aber - und nun eine neue Ergänzung - definitiv nicht jeden Lesers Sache ist.

Wer eine historisch-märchenhafte Geschichte sucht, der wird sich auch nach einer solchen Stimmung beim Lesen sehnen. Und ich kann verstehen, dass in einem solchen Fall, die Bereitschaft ein eher unkonventionelles Handeln oder einen solchen Erzählstil zu akzeptieren, eher gering ist.

Kurz gefasst: Eine Fee mischt den englischen Regency auf? Im Ansatz eine amüsante Idee. In der Ausführung leider nur wenig überzeugend.