Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Eigentlich hat er gehofft, dass, nachdem er, nach Jahren im Ausland, wieder englischen Boden betritt, endlich Ruhe hat, doch der Ärger scheint dem neuen Marquess of Manwaring auf Schritt zu Tritt zu verfolgen. Doch damit nicht genug. Auch die Witwe seines verhassten Onkels, Lady Katherine Manwarning, die einzige Frau, nach der er sich sehnt, die er aber nicht haben kann, geistert nun wieder durch Sebastian Sherbrooks Leben.

Lady Katherine Manwaring ist alles andere als überzeugt, dass sich ihr „Neffe“ geändert hat. Hat er nicht gerade bewiesen, dass er immer noch Halunke ist, der er war? Und überhaupt, genug der Gedanken an Sebastian! Ohne Männer in ihrem Leben ist sie besser dran. Sie hat sich ihr Leben als wohltätige Witwe eingerichtet und denkt nicht im Traum daran, an diesem Status etwas zu ändern – wenn nur Sebastian nicht auf so unziemliche Art und Weise anziehend auf sie wirken würde.

Es ist schon eine Weile her, dass ich den 1. Teil der „Regency Romp“-Serie, „Ein Duke auf Reisen“, von Maggie Fenton gelesen habe, doch es fiel mir sehr leicht, mich wieder an die Charaktere (Lady Alice und Cyril Monk, Duke of Montford) zu erinnern. Im Gegensatz zum 1. Teil der ins Deutsche Übersetzt wurde, liegt „Virtuous Scoundrel“ nur in der englischen Originalausgabe vor.

Dieser 2. Teil beschäftigt sich mit Sebastian Sherbrook, einem engen Freund des Duke of Montford, und der Witwe seines Onkels, was dem Inhalt durchaus Brisanz verleiht, denn, wie Katherine im Gespräch mit ihrer Freundin Alice hinweist, gibt es gesetzliche Regelungen, die eine offizielle Verbindung von Tante und Neffe (ob nun Blutsverwandt oder nicht) in England rechtlich nahezu unmöglich machen. Doch da die Autorin geschickt mit der Feder umzugehen weiß, findet sie nicht nur dafür eine Lösung. Sondern schafft es sogar, mir als Leser, dass in jeder Hinsicht ein wenig extrovertierte Verhalten von Sebastian nachvollziehbar zu erklären.

Irgendwie ein Kunststück, wenn ein Teil davon handelt, sich eine Kuchenschlacht auf einem Ball mit seinem besten Freund zu liefern und daraufhin der gaffenden Menge zu offenbaren, dass diese Aktion allein aus Eifersucht und nicht erwidertet Liebe zu Katherine passierte ist. Ergo, die Autorin wirklich nichts auslässt, um ihren Helden zu exponieren.

Obendrauf gelingt es Maggie Fenton zudem all das auch noch höchst amüsant und äußerst eloquent in einem Roman zu präsentieren, der Geschichte und ihren Figuren die nötige Tiefe zu verleihen. Und bei all dem auch noch romantisch zu sein! Was kann ich als Leser da noch mehr verlangen?

Kurz gefasst: flott erzählt, amüsant zu lesen und gerade so viel Dramatik, dass ich die Geschichte nicht aus der Hand legen wollte.