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Simones Bewertung

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Die Rechtsanwältin Paula erhält in ihrer Besuch Kanzlei von einem russischen Ehepaar mit Sohn. Alles ein wenig kurios… Als sie mit der Familie vor dem Richter steht, weil deren Vermieter ein Musikinstrument gestohlen haben soll, kommt allerdings heraus, dass es gepfändet wurde wegen Mietrückstands. Paula ist fassungslos, dass die Familie ihr das nicht erzählt hat und sie nun hochblamiert dasteht.  Doch wenn sie die Stimme von Artjom, dem Sohn des Ehepaars hört, wird ihr ganz anders…

Die unterschiedlichen Mentalitäten sind witzig in diesem Buch dargestellt. Paula lernt auch immer wieder, dass so manches ihrer Vorurteile total falsch ist und wird auch generell etwas lockerer. Was sie alles so an Kuriositäten erlebt, ist unterhaltsam und fast schon bildhaft geschildert. Ich könnte mir die Erlebnisse auch als Film für das Fernsehen gut vorstellen.

Wie die Familie immer wieder in den Konflikt mit dem Gesetz verwickelt wird und was da alles so verhandelt wird, da schüttelt man beim Schmunzeln den Kopf. Auf alle Fälle kann Paulas Anwaltstätigkeit gut gebrauchen ;). Gleichzeitig berührt das russische Verhalten oft und ist einfach sehr lebendig im Vergleich zum deutschen. Manchmal hat mir ein bisschen Schwung in der Handlung gefehlt, aber die Geschichte ist dafür gut erzählt.

Alles in allem wurde ich von dem Roman gut unterhalten. Ein besonderes Lob an den Verlag für die wunderschöne Gestaltung des Covers und den Aufdruck der Matroschka-Figuren am Buchschnitt. Einfach nur schön!

Kurz gefasst: Eine russisch-deutsche Familie in slapstickhafter Situationskomik – berührend und witzig!


Chris' Bewertung

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Vielleicht wäre es für Paula Matthes klüger gewesen den Fall der Familie Polyakowa nicht anzunehmen. Doch die Rechtsanwältin hat sich erst kürzlich selbstständig gemacht. Beruflich, wie auch privat. Denn ihr Partner in allen Lebenslagen hat sie mit der Assistentin betrogen und damit war für Paula Schluss mit lustig.

Erst lernt Paula ihre künftigen Schwiegereltern kennen, dann auch noch ihren künftigen Mann, da die Polyakowa des Deutschen kaum mächtig sind. Und was für ein Mann! Attraktiv, lebenslustig, enthusiastisch und auch etwas zwielichtig. Wie ein Orkan breitet sich die Sippe in Paulas Leben aus und sie sind gekommen um zu bleiben. Dass es die Polyakowas mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehmen, erfährt Paula erst, als es zum Prozess kommt. Und da tun sich wahre Abgründe auf.

Wieder steht Paula am Scheidewege und kappt alle Verbindungen zu den dubiosen Russen, die sie so auflaufen haben lassen. Doch sie hat nicht mit der Hartnäckigkeit von Artjom Polyakowa gerechnet. Und mit den Massen an Klienten, die plötzlich ihre Kanzlei stürmen.

Vorab muss ich gestehen: Ich kenne keine Russen. Und ich habe auch keine Ahnung wie sie wirklich sind. Was ich jedoch in diesem Buch über sie erfahren habe, hat mich ein wenig verstört zurück gelassen. Und ich denke nicht, dass ich jemand wie die Polyakowas kennenlernen möchte.

Allerdings möchte ich auch am Verstand der Protagonistin zweifeln. Nach nur vier Monaten Bekanntschaft ehelicht sie Artjom und damit auch wohl oder übel den Rest seiner Sippe. Lässt es zu, dass sich Opa aus der Ukraine bei ihnen einnistet und muss damit leben, dass ihr Mann viele Geheimnisse vor ihr hat. Am Ende des Buches weiss ich nun noch immer nicht was genau Artjom macht. Oder vielleicht sollte man das auch gar nicht wissen.

Die Protagonisten sind wirklich amüsant und lebhaft. Allerdings ist dieses Feuerwerk an Gags, unmöglichen Situationen und ‘Ein-Schenkelklopfer-jagt-den-Nächsten’ etwas anstrengend. Ich persönlich kam mir vor wie in einem Adam Sandler Film. Man lacht über Situationen und im nächsten Moment fragt man sich: Wieso hab ich das jetzt lustig gefunden?

Die arme Paula stolpert wirklich von einem Problem in das nächste. Und man hat schon Angst umzublättern. Denn man stellt sich natürlich die Frage: Was kommt da noch? Oder man hofft, dass sie irgendwie aus der Nummer mit den Russen wieder rauskommt. Tut sie aber nicht.

Leider muss ich sagen: Weniger wäre mehr gewesen. Auch wenn ich mich phasenweise gut amüsiert habe, so hatte ich doch etwas anderes erwartet. Etwa wie bei Jan Weiler, der mit seiner Geschichte über den Schwiegervater einfach nur grandios und witzig war.

Kurz gefasst: Wirklich amüsant zu lesen, leider jedoch immer wieder einen Tick zu viel gewollt.


Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen

Alexandra Fröhlich

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Originaltitel: ----
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 978-3426512562
Erscheinungsdatum: Dezember 2012
Genre: Contemporary

Klappentext

Kann man einen Tsunami aufhalten? Eine Lawine? Einen Hurrikan? Ebenso hoffnungslos ist es, Paulas russische Schwiegermutter vom Gegenteil zu überzeugen, wenn diese beschließt, einen zwei Zentner schweren Neufundländer nachts auf einem Hamburger Friedhof zu begraben. Denn Darya ist stur wie ein russischer Panzer und verrückt wie ein tollwütiges Frettchen. Mit Logik ist da nichts zu machen, nur Betteln hilft – manchmal. Wäre da nicht Daryas Sohn Artjom, Paula hätte längst die Flucht ergriffen.
Zugegeben, Artjom liebt Wodka, Nachtklubs und Chopin, aber er hat eine Stimme, die Paulas Kniescheiben zum Vibrieren bringt …

Quelle: Droemer/Knaur

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