Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Mit diesem vorerst letzten Teil der „Kissing the Wallflower“- Serie kommt auch der Überraschungsteil der Serie daher und mein absoluter Favorit. Als Mr. Stephen Grant seinen ersten Auftritt als Bruder von Louise (A Midsummer Kiss) war er so blass dargestellt, dass ich nie erwartet hätte, mit seiner Geschichte so viel Lese-Vergnügen zu finden. Amüsanterweise hat ihn die Autorin bereits zu diesem Zeitpunkt erstmals mit Lady Clara Quinton zusammengebracht, bzw. aneinander gebracht. Denn die snobistische Clara erhebt sich recht arrogant über die neue Lady Graham und ihre niedrige Herkunft.

Clara gerät also schon beim ersten Kontakt mit dem Leser in die Rolle der arroganten „Bitch“ und man erfreut sich daran, wie Stephen ihr nicht minder zurückhaltend Kontra zu gebe weiß. Da ist es durchaus ein kleines Kunststück, das der Autorin hier gelingt, dem Leser Clara als Heldin zu verkaufen, die dessen Zuneigung verdient und über deren Happy End man erfreut ist. Für mich ist das auf jeden Fall gelungen. Ich fand es sehr gut beschrieben, wie ihr soziales Umfeld Clara prägt, ab wann sie anfängt selbiges zu hinterfragen und wann sie erkennt was wichtiger ist.

Stephen hingegen ist mehr der Pragmatiker. Es klingt an, dass es auch ihm nicht einfach fällt, dass er nicht derjenige ist, der seine Familie mit Wohlstand versorgen kann, sondern Clara Geld und Adel hat. Die Autorin macht jedoch darauf kein Drama, sondern lässt Stephen einfach sein der er ist. Und das hat mir sehr gut gefallen. Auch auf die Gefahr hin, dass Stephen so seinem Charakter vielleicht ein wenig zu sehr in den Hintergrund gerät.

Wann immer Clara und Stephen aufeinander treffen fliegen die Fetzen. Und weil das so gekonnt geschrieben ist und die Charaktere sich ebenbürtig sein, macht das einfach Spaß zu lesen. Doch erst wirklich rund wirkt die Geschichte erst durch Claras langsame Wandlung, wozu auch ihre Trauer über die Erkrankung und den Tod ihres geliebten Vaters gehört.

Kurz gefasst: eine wundervolle Liebesgeschichte über zwei Menschen mit gegensätzlichen (und doch ähnlichen) Schicksalen, die doch so perfekt zusammenpassen.