Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Hallie wurde von ihrem Vater dazu erzogen eine selbstständige Frau zu sein, die ihre Interessen an erste Stelle stellt und das macht, was ihr Freude bereitet.

Aus diesen Erfahrungen heraus lässt sie, in der Trauer um den Tod ihres Vaters, nicht nur dazu hinreißen eine Nacht mit Arthur zu bringen, sondern hat bereits beschlossen eine Arbeit, als archäologische Assistentin anzunehmen, die sie nach Ägypten bringen wird. So bedauert sie zwar sehr, dass Arthur am nächsten Morgen verschwunden ist, doch ihre Pläne veranlassen sie die Enttäuschung in England zurückzulassen.

Doch als sie, wieder zurück, erkennt, dass Arthur nicht der Mr. ist, als der er sich ihr damals vorgestellt hat, sondern Viscount Duncannon, ist sie mehr denn je von seiner Un-Ehrenhaftigkeit überzeugt.

Es waren die damaligen Umstände, die Arthur Howard, damals veranlasst haben Hallie zurückzulassen, doch bereut er sein Verhalten von damals jeden Tag. Und als er nun nach Jahren wieder Hallie endlich wieder gegenübersteht, schwört er sich sie diesmal zu umwerben und nie wieder gehen zu lassen.

Ich verfolge die Autorin Tamara Gill nun bereits seit einer Weile und es macht mir Spaß sie und ihre Geschichten immer mal wieder in meine Leseroutine einzubauen. Das liegt vor allem daran, dass sie Geschichten schreibt, die ich als Short Stories bezeichne, also nur eine Seitenzahl von ca. 250 Seiten haben und somit als recht kurzweilig zwischen rein geschoben werden können.

Hallies Geschichte ist der 2. Teil der „League of unweddable Gentlemen“-Serie und sollte in diesem Fall eigentlich besser „unweddable Ladies“ heißen. Denn hier ist es Hallie, die so gar keine „gute“ Partie ist.

So war es auch Hallie, die für mich die Geschichte getragen hat. Es hat mit gut gefallen, dass sich die Autorin, sie erklärt dies im Anhang, die Freiheit nimmt aus Hallie eine Frau zu machen, die aus historischem Blickpunkt ein rechtes Lotterleben führt und obendrein auch noch einen ganz und gar un-damenhaften Beruf offen ausübt – und dann auch noch von einem Adeligen für diesen Job engagiert wird! Das mag zwar überhaupt nicht in einen historischen Kontext passen, doch für die Figur Hallie funktioniert das und ist „irgendwie“ stimmig, aber vor allem unterhaltsam zu lesen, fand ich.

Übrigens, das Einzige, was ich mir über Arthur gedacht habe, war: Mann, werd‘ endlich erwachsen! Ergo, ich fand ihn einfach nur anstrengend und kann mich damit der Beschreibung von Willow, Hallies Freundin, nur anschließen: rückgratloser Idiot. So betrachtet mag der Serientitel auch stimmen, für mein Dafürhalten ist Arthur definitiv ein „unweddable Gentlemen“.

So möchte ich Hallie und fand Arthur einfach unmöglich. Was Punktegleichstand für positive und negative Seiten Geschichte ergibt. Bleibt nur die Story zu bewerten, die das Zünglein an der Waage sein muss. Und die war, für meinen Geschmack, ein wenig zu wild zusammengewürfelt (denn hier taucht nun der Cousin von Lord Oakes, oder war es Oakley?, der Bösewicht aus dem 1. Teil der Serie auf und erhebt sich nun selber zum Bösewicht-Rächer seines Bösewicht-Cousins, an einer völlig Unbeteiligten) und wirkte damit stellenweise ein wenig zu konstruiert auf mich.

Kurzgefasst: grundsätzlich fand ich „Hellion at Heart“ unterhaltsam zu lesen und mochte die unkonventionelle Hauptfigur, doch mit dem Helden und dem Verlauf der Geschichte konnte ich nur wenig anfangen.