Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Catherine Singleton verspricht ihrem leichtlebigen Vater auf dem Totenbett, das Unrecht, das ihm vor Jahren in England zugeführt wurde, und ihn zu einem Leben im Exil verbannte, zu rächen. Zu diesem Zweck reist sie mit ihrer Zofe zurück nach England und begibt sich ins Haus ihrer „Tante“. Eine Frau, deren Name Catherines Vater zuletzt erwähnte. Obwohl sie dort herzlich aufgenommen wird, zweifelt sie doch daran, dass diese „Tante“ wirklich mit ihr verwandt ist, da Catherines Vater ihr einst mitteilte, dass sie nach seinem Ableben keinerlei Verwandtschaft mehr hätte.

Ihre Tante bereitet ihr Debüt in der Gesellschaft vor und es wird ein voller Erfolg. Die Männer scheinen sich nur so um Catherine zu reißen. Den Grund dafür, erfährt sie aber nur zu schnell- alle Welt denkt, sie wäre die steinreiche Alleinerbin einer Diamantmine. Dieses Gerücht lockt auch unter anderem den jungen Adligen Thomas Norwood und seine Mutter, Lady Norwood an. Um zu überprüfen, ob Catherines Reichtum wirklich vorhanden ist, lässt sich der Vormund von Thomas mit Catherine bekannt machen, um sie heimlich auszufragen.

Jedoch hat er dabei nicht mit Catherines Charme, Intelligenz und Humor gerechnet. Sie lässt ihn in dem Glauben, sie wäre eine stotternde, langweilige, schüchterne und etwas dümmliche junge Frau und so beißt er sich an ihr sprichwörtlich die Zähne aus. ;-)

Außerdem plagt den Vormund von Thomas, Sir Hugo Devenish, noch eine andere Sorge. Ein scheinbar chinesischer Dieb, geht nachts auf Raubzug in London und obwohl er ihn zweimal dabei erwischt, gelingt es dem schmächtigen Dieb immer, ihn zu überlisten. Das nagt sehr an Sir Hugos Stolz bis er irgendwann herausfindet, dass es eine Verbindung zwischen dem Chinesen und Lady Cathherine zu geben scheint...

Ich hatte diesen Historical schon längere Zeit auf meinem „SUB“ liegen und habe nur durch Zufall danach gegriffen. Doch schon nach den ersten Seiten war ich total begeistert von der toughen Heldin und habe oft lachen müssen, wenn sie den armen Sir Hugo an der Nase herumführte. Dieser Roman verspricht eine interessante Handlung, zwei intelligente Protagonisten bei denen die Chemie auf Anhieb stimmt und die sich wie Raubtiere umkreisen, in der Hoffnung der Gegenpart mache endlich einen Fehler aus Unaufmerksamkeit. Dieses „Umkreisen“ und abtaxieren, der Protagonisten, bringt dem Leser sehr viel Lesespaß. Auch die Auflösung des Romans fand ich gelungen und was ich ebenfalls sehr schön fand, war, dass der Held immer an die Heldin glaubte und sie trotz seiner Zweifel an ihrer Unschuld, nie im Stich ließ.

Kurz gefasst: Ein wunderschöner, humorvoller historischer Liebesroman mit Protagonisten, die einem schnell ans Herz wachsen. Dieses war mein erster, gelesener Roman von Anne Gracie, aber sollte Cora weitere Bücher von dieser Autorin übersetzen, bestimmt nicht mein letzter! Empfehlenswert! :-)

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Wieder besseren Wissen hat Catherine ihrem Vater auf dem Totenbett versprochen, jenes ihm einst zugefügte Unrecht und damit seine Ehre wiederherzustellen. Die Fähigkeiten dazu hat ihr Vater ihr bereits als Kind beigebracht.

Sie reist mit ihrer Zofe nach England und bezieht, wie von ihrem Vater angewiesen, Unterkunft bei der Frau, die ihre „Tante“ sein soll. Und auch wenn sie freundlich von der Dame aufgenommen wird, so ist sich Catherine doch sicher, dass sich hier mitnichten um ihre Tante handelt, sondern vermutlich eine der vielen „Freundinnen“ ihres windigen Vaters.

Letztendlich ist es das auch egal, schließlich hat sie andere Sorgen und am Ende wird das eh keine Rolle spielen. Denn Catherine hat nicht vor in England zu bleiben.

Der bodenständige Mr. Hugo Devenish verfolgt eigentlich nicht den Plan allzu bald zu heiraten, doch als er Catherine begegnet gerät seine Meinung dazu ins Wanken. Aber derweil ist er eh abgelenkt: ein Dieb macht London unsicher und ihm ist der „Chinese“ bereits durch die Lappen gegangen.

Mit der Autorin Anne Gracie hatte ich bisher nicht viele Berührungspunkte. Ein einziges und bereits vor Jahren gelesenes Buch, gibt nicht gerade besonders viel Auskunft. Aber ich fürchte, dass auch dieses Leseerlebnis nicht dazu beigetragen hat, die Autorin für mich zu einem must-read zu machen. Aber womöglich habe ich auch bisher einfach nicht zum „richtigen“ Buch gegriffen.

Ich empfand das Lesen von „Das Geheimnis der schönen Catherine“ als eine eher zähe Angelegenheit. Nach meinem Eindruck lag das vor allem daran, dass die Geschichte einfach zu viel von allem hat. So viele Schicksale wollen gehört werden, so viele Wendungen erzählt werden und so viele, zum Teil doch recht erstaunliche Happy End sind zu feiern. Und ich hatte meine Mühe und Not da hinterherzukommen.

Zudem fand ich es schwierig die Anziehungskraft zwischen Hugo und Catherine zu verstehen. Sicher, es hat durchaus seinen Reiz, wenn sich zwei so gegensätzliche Charaktere verbinden und doch fand ich gerade diese Verbindung ein wenig befremdlich.

Vielleicht lag es auch daran, dass Catherine einerseits als ein mit vielen Wassern gewaschenes Früchtchen dargestellt wird (was amüsant zu lesen war) und dann an den seltsamsten Stellen plötzlich lieb und schüchtern daherkommt (was ich eher als befremdlich empfunden habe).

Sollte es der Autorin daran gelegen haben Catherine, als gespaltene Persönlichkeit darzustellen, dann zolle ich dieser Erzählweise Respekt. Zumal es zu eigen Szene geführt, die ich wirklich amüsant zu lesen fand. Doch stimmig verbinden ließen sich für mich beim Lesen diese Eigenschaften nicht.

Kurz gefasst: Eine Geschichte, die für meinen Lesegeschmack einfach zu viel erzählen will und damit zu wenig beim wesentlichen (der Charakter Entwicklung der Hauptprotagonisten) bleibt.