Rezensionen

Chris' Bewertung 05 Sterne.png

Rafe Ramsey ist ein jüngerer Sohn, der im Krieg gedient hat und seither ein sehr unstetes Leben führt. Zu seiner Familie hat er ein eher distanziertes Verhältnis, nur seine verstorbene Großmutter war ihm wichtig. Nun erwartet sein älterer Bruder George, dass Rafe heiratet und einen Erben zeugt, da George selbst kinderlos ist. Und George hat ihm bereits eine ‘passende’ Braut ausgesucht.

Doch Rafe entzieht sich dieser brüderlichen Anordnung und reist nach Ägypten, um dort nach der verschollenen Enkeltochter von Lady Cleeve – einer Freundin seiner Großmutter – zu suchen. Im Land am Nil macht sich Rafe nun auf die Suche nach Alice. Doch stattdessen findet er die burschikose Ayisha, die sich als Junge verkleidet hat vor; die mit einer Ägypterin und einem kleinen Jungen zusammenlebt. Rafe, der in Ayishas Viertel ein Bild von Alice vorzeigt, wird schließlich fündig und stellt Ayisha eine Falle. Obwohl sie sich in den letzten Jahren stark verändert hat, erkennt Rafe dass er erfolgreich war.

Jedoch ist Ayisha über ihre ‘Rettung’ nicht sonderlich glücklich und versucht sich Rafe zu entziehen. Auch wenn sie noch immer mit Problemen aus ihrer Kindheit konfrontiert wird, will sie nicht mit Rafe nach England gehen. Denn es gibt viele Geheimnisse im Leben der jungen Frau, die sie nicht willig ist mit Rafe oder gar ihrer unbekannten Großmutter zu teilen.

Endlich ist er da – der dritte Teil der Devil Riders. Schon zu Beginn der Geschichte ahnt man, dass der Held ein wenig neben der Spur ist. So lebt Rafe ziemlich riskant und kann dann schon einmal verhaltensauffällig reagieren. Ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit. Es scheint auch, als würde er mental etwas labil sein. Dieser Gemütszustand ändert sich jedoch, als er endlich wieder eine Aufgabe hat. Während man von Rafe schon zu Beginn ziemlich viel erfährt, kommt man Ayishas Hintergrund nur Stück für Stück auf die Spur.

Und phasenweise reagiert die Heldin auch völlig unverständlich und kann dem Leser schon einmal ein Augenrollen entlocken. Jedoch gelingt es Anne Gracie ihre Heldin sehr authent zu beschreiben und ihre durchaus komplexe Biographie erklärt dann auch letztendlich Ayishas Zaudern, Mißtrauen und ihr Verhalten. Auch Rafe’s Geschichte hat mehr Tiefen als Höhen und der Grundstein für sein distanziertes und manchmal unverständliches Verhalten wurde bereits in seiner Kindheit gelegt.

Doch auch er stellt sich der Vergangenheit und öffnet sich Ayisha gegenüber, die ihn von Anfang an fasziniert. Genauso wie Ayisha sich sehr schnell von Rafe angezogen fühlt und bald mehr fühlt, als ihr eigentlich lieb ist. Ein sehr schöner Teil der Devil Riders, der natürlich jetzt Lust auf den vierten Teil macht. Hoffentlich wird dieser auch bald im CORA Verlag veröffentlicht.

Kurz gefasst: Tolle Charaktere, exotischer Schauplatz, amüsante Dialoge - was will man mehr?

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Rafe Ramsey ist ein wagemutiger junger Mann, der eine Vorliebe für Kutschenrennen besitzt. Er liebt es, sich dabei abzureagieren. Vor allem seit der letzten Enttäuschung, die ihm noch in den Knochen sitzt. Ausgerechnet sein älterer Bruder hat von ihm verlangt, dass er endlich heiratet und Erben in die Welt setzt, da die Frau von Rafes Bruder keine Kinder bekommen kann. Eine passende Braut ist ebenfalls schon gefunden. Doch Miss Fettiplace, auch wenn sie durchaus eine ansehnliche junge Dame ist, hat eine recht befremdliche Auffassung von Kindererziehung. Sie hat keinerlei Interesse an Kindern und würde, nach ihrer Niederkunft ihre Sprösslinge zu gerne so schnell wie möglich in die Hände der angeheirateten Schwägerin übergeben, die diese natürlich zu gerne aufziehen würde.

Rafe fühlt sich dabei restlos übergangen und tritt die Flucht nach vorn an. Die beste Freundin seiner verstorbenen Großmutter sucht verzweifelt nach ihrer verschollenen Enkelin, die bis zu ihrem dreizehnten Lebensjahr in Ägypten lebte. Bislang glaubte man, Alice wäre damals gestorben, doch ausgerechnet eine in Ägypten angefertigte Zeichnung, die eine junge Dame zeigt, die Alice bis aufs Haar gleicht, lässt nun Raum für Hoffnungen und Spekulation.
Rafe verspricht der alten Dame, ihre Enkelin zu suchen und wirbelt in Ägypten angekommen viel Staub auf und ruft natürlich auch Bösewichter auf den Plan, die die junge Frau ebenfalls zu gerne in die Hände bekommen würden.

Ayisha lebt derweil unerkannt in Agypten und hat sich zur Tarnung als burschikoser Straßenjunge verkleidet. Lediglich der kleine Straßenjunge Ali und die liebeswerte Bäckerin Laila stehen ihr im täglichen Kampf ums Überleben bei, seitdem ihre Eltern einst an der Pest starben.
Als Rafe sie endlich findet und ihr das Angebot unterbreitet, sie nach England zu ihrer Großmutter zu bringen, zögert Ayisha jedoch. Warum?

Nachdem Anne Gracie in „Herzen im Sturm“ und „Zarte Küsse der Sehnsucht“ bereits zwei der „Devil Riders“ unter die Haube gebracht ist, lässt sie nun im dritten Teil der Serie den etwas undurchsichtigen und wagemutigen Rafe Ramsay auf eine recht unkonventionelle junge Dame los. Wie auch die beiden Vorgängerbände, ist „Gefährliche Maskerade einer Lady“ sehr abenteuerlastig angelegt und wer ein Faible für Historical Romances hat, die im Stile von Connie Brockways „Die Braut Arabiens“ geschrieben sind, wird sich mit diesem dritten Teil der Serie bestimmt genauso amüsieren können, wie ich.

Anne Gracies Historicals sind auf der einen Seite sehr soft geschriebene Historicals, doch andererseits punkten sie mit viel Herz und Gefühl. Da sowohl Rafes als auch Ayishas persönlicher Hintergrund sehr gut beschrieben wird, kann man sich als Leser sehr gut in die beiden hineinversetzen und verzeiht so recht schnell die ein oder andere Handlungsweise, die würde man besagte Hintergründe nicht kennen, schon hier und da für etwas Befremdung sorgen könnte. Etwa Ayishas beherztes Eingreifen, als sie von Piraten auf dem Schiff gen England angegriffen werden oder auch Rafes Unrast und Wagemut, die sich durch sein schwieriges Verhältnis zu seiner Familie erklären lassen.

Zwar verlieben sich die beiden für meinen Geschmack etwas zu sehr Hals über Kopf ineinander; mir wäre es lieber gewesen, wenn Ayisha sich Rafe vielleicht etwas eher anvertraut hätte, doch abgesehen davon fand ich die Liebesgeschichte zwischen dem Heldenpaar sehr romantisch und süß inszeniert. Die abenteuerliche Note sorgt dazu für spannende Momente und hat mir ein paar Stunden gute Liebesromanunterhaltung beschert.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer; sehr abenteuerlicher dritter Teil der „Devil Riders“ Reihe, der mit einer süßen und romantischen Liebesgeschichte punkten kann.