Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 05 Sterne.png

Als Prinzessin Caroline von Zindarias kleiner Sohn und zukünftiger Thronerbe Nicolai beinahe einem Mordanschlag zum Opfer fällt, zögert sie keine Sekunde mehr und kehrt dem kleinen Fürstentum, in dem die Engländerin seit ihrer Heimat lebte, zusammen mit Nicolai den Rücken. Beide flüchten nach England, werden von Schmugglern an der Küste abgesetzt und dort pudelnass und halb erfroren von dem Ex-Soldaten Gabriel Renfrew gefunden. Dieser kann einer Dame in Not kaum ihrer Wege gehen lassen, auch wenn sie zunächst so dickköpfig und kratzbürstig ist wie Caroline und bietet ihr und ihrem Sohn schließlich an, dass sie zumindest für die eine Nacht bei ihm bleiben kann, denn sein Anwesen liegt ganz in der Nähe.

Caroline, die von Männern bislang enttäuscht wurde, zögert erst, doch dann gibt sie nach. Zwischen Gabriel und Caroline knistert es von Anfang an, jedoch traut Caroline sich erst nicht, Gabriel die Wahrheit zu sagen und ihre wahre Identität preiszugeben. Erst als sie am nächsten Tag ihre ehemalige Zofe im Ort aufsuchen will, die Caroline in vorhergegangenen Briefen anbot, sowohl sie und ihren Sohn aufzunehmen und dort angekommen, feststellen muss, dass Nicolais grausamer Onkel, der den Thron von Zindaria an sich reißen will, bereits vor ihr da war, sieht Caroline schließlich ein dass sie Hilfe braucht. Gabriel und seine Freunde, allesamt Ex-Soldaten, wollen sie ihr gewähren und sie und Nicky retten. Doch wird das möglich sein, oder muss Caroline zuvor einen Engländer heiraten, damit Nicolais Onkel keine Ansprüche mehr auf sie beide stellen kann?

Nach langer Zeit bringt der CORA Verlag nun endlich wieder einen weiteren Anne Gracie Historical in deutscher Übersetzung heraus und ist zugleich der Auftaktband zu einer neuen Reihe um befreundete Ex-Soldaten, genannt „Die Teufelsreiter“ oder auch „Die Engel des Dukes“.

Der erste Teil erzählt die Geschichte von Gabriel Renfrew, eines drittgeborenen Sohnes eines Earls, der jedoch nie von seinem Vater akzeptiert wurde, da dieser zu seinen Lebzeiten dachte, dass Gabriel aus einer Liaison von Gabriels Mutter mit einem Unbekannten stammte. Somit ist Gabriels Verhältnis zu seinen älteren Brüdern recht gespannt, doch mit Harry, seinem Halbbruder, mit dem er zusammen bei einer Tante aufwuchs, und der das Resultat einer Affäre die der damalige Earl mit einer Bediensteten einging, ist, versteht Gabriel sich prächtig. Gabriel hat somit keine leichte Kindheit gehabt, dennoch ist er von freundlichem Wesen, flirtet zwar stets mit Caroline, doch würde auch alles dafür tun, um sie und ihren Sohn zu beschützen.

Caroline selbst wurde in jungen Jahren von ihrem Vater mit einem einflussreichen Adligen verheiratet, doch die wahre Liebe hat sie bislang noch nicht kennenlernen dürfen. Für ihren Sohn tut sie alles, leider verhält sie sich während des Handlungsverlaufes stets ein wenig zu gluckenhaft, für meinen Geschmack, was andererseits aber auch in ihrer Situation nachzuvollziehen war.

„Herz im Sturm“ ist im Großen und Ganzen ein fluffig leichter Historical , der zwar unterhaltsam ist und bei dem ab und an auch Anne Gracies Humor durchblitzt, wenn Caroline und Gabriel sich zanken, der meiner Meinung nach aber im Vergleich zur Merridew Reihe qualitativ etwas abfällt. Das liegt weniger an der Storyline, sondern eher daran, dass ich die Haupt und Nebenfiguren zwar sympathisch fand, diese aber recht eindimensional agierten. So erfährt man nämlich, dass Caroline insgeheim von Gabriel angetan ist, weil er so freundlich ist und sie ihn attraktiv findet, aber wenn beide sich miteinander unterhielten, fehlten mir einfach mehr Gespräche mit Tiefgang. Sicher war es amüsant, Gabriels und Carolines Wortgeplänkel zu verfolgen, doch auf Dauer wurden mir diese Gespräche dann doch etwas zu eintönig, weil sie sich immer nur um Verführung und Carolines Angst vor Männern und die Sorge um ihren Sohn drehten.

Gabriel selbst fehlten ebenfalls einige Ecken und Kanten mehr, seine aufgesetzte Fröhlichkeit in fast jeder Situation war mir teilweise dann auch etwas „too much“, aber trotz dieser Kritikpunkte, kam dennoch keinerlei Langeweile beim Lesen bei mir auf und bin bereits sehr gespannt darauf zu erfahren, ob sich die Autorin im zweiten Teil der Reihe noch ein wenig steigern kann bzw. zu ihrer alten Form zurück findet. Die männlichen Hauptakteure der nächsten Bände wurden bereits in „Herz im Sturm“ eingeführt, leider erfährt man hier noch relativ wenig über ihre Persönlichkeiten, sondern lediglich, dass sie allesamt attraktive Burschen sind, die sich gerne ins Kampfgetümmel stürzen.