Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Luke Ripton kämpfte einst in Spanien, zusammen mit seinen übrigen Freunden, den „Devil Riders“. Einer von ihnen, Michael kam nicht zurück und noch immer lässt Michaels Tod Luke keine Ruhe. Aber im fernen Spanien wartet seine Ehefrau Isabella bereits seit einigen Jahren darauf, dass er sie aus dem Kloster holt und nach England bringt. Isabella und Luke lernten sich auf ungewöhnlichem Wege kennen. Isabella war auf der Flucht vor ihren raffgierigen Verwandten, dessen Schergen noch nicht einmal davor zurückschreckten, Isabella vergewaltigen und töten zu wollen. Luke tauchte gerade noch rechtzeitig als Retter in der Not auf und bot der damals noch blutjungen Isabella, da sie in arger Bedrängnis war, die Ehe an, um sie in Sicherheit vor ihrem Verwandten zu wissen. Doch die gewollte Annullierung der Ehe konnte nicht stattfinden und so kehrt Luke nun, viele Jahre später, nach Spanien zurück um Isabella zu holen.

Während Freunde und Familie mit Unverständnis und Überforderung auf seine Ankündigung, dass er ein verheirateter Mann ist, reagieren, hat Luke sich bereits in sein Schicksal gefügt. Isabella ist jedoch ganz anders, als er es vermutet hat. Statt sittsam über ihrer Stickerei zu brüten, reitet sie heimlich liebend gerne im Herrensattel, schlägt Angreifer des Klosters in Männerkleidung tapfer in die Flucht und ist alles andere als eine unterwürfige junge Dame.
Obwohl Isabella keine Schönheit ist, fühlt sich Luke mehr von ihr angezogen, als ihm lieb ist. Als Isabella ihn auf der Rückreise quer durch Spanien um den Gefallen bittet, dass sie zuvor auf dem ehemaligen Anwesen ihres Vaters nach dem Rechten sehen möchte, schlägt er der naseweisen jungen Frau diese Bitte zunächst ab. Er hat jedoch nicht mit ihrem wachen Widerstandsgeist gerettet und so sieht er sich bald im Damensattel reitend, Isabella nachjagen…

Der bereits fünfte Teil der „Devil Riders“ Reihe wartet endlich wieder mit allen positiven Aspekten auf, die Anne Gracies Historicals für mich so besonders machen. Neben einem sympathischen Heldenpaar, amüsanten Wortgefechten, einer großen Portion Humor und Romantik, wartet die Autorin diesmal auch endlich wieder mit einer Story auf, die berührt. Und das alles, obwohl ihr Schreibstil so leicht und beschwingt rüberkommt.

Besonders fand ich es, dass Isabella trotz ihres jahrelangen Lebens hinter Klostermauern keine griesgrämige naive junge Frau geworden ist, sondern sehr tough zu Werke geht, sich nicht den Mund verbieten lässt und für Werte, die ihr wichtig erscheinen, einsteht. Es ist daher sehr leicht, Isabella in sein Leserherz zu schließen. Aber auch Luke ist eine sehr charismatische Romanfigur. Mag er zwar mit einem attraktiven Aussehen beschert worden sein, trägt er dennoch reichlich Narben seit dem Krieg mit sich herum und gibt sich äußerst verschlossen diesbezüglich. Ausgerechnet Isabella mit ihrem großen Herzen gelingt es jedoch immer mehr, Luke aus seiner Reserve zu locken, was die Autorin sehr gut darzustellen vermag. Die Annäherung zwischen Luke und Isabella gestaltet sich langsam und behutsam, womit auch das Timing der Liebesgeschichte stimmt. Manche von Anne Gracies Historicals sind für meinen Geschmack ein wenig zu fluffig leicht geschrieben, doch mit „Skandal um die geheime Braut“ ist ihr diesmal die richtige Mischung zwischen Leichtigkeit und tiefschürfender Love Story gelungen, die mich restlos begeistert und berührt hat.

Kurz gefasst: Der 5. Teil der „Devil Riders“ Reihe überzeugt auf ganzer Linie. Wunderschöne Historical Romance die Spaß macht und berührt!