Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Nash Renfrew (Bruder von Gabriel, Held des Romans „Herz im Sturm und Halbbruder von Harry,, Held des Romans “Zarte Küsse der Sehnsucht”) sind Liebesheiraten ein Gräuel. Denn seine Eltern heirateten einst aus Liebe, doch deren Theatralik, Eifersuchtsszenen und Bitterkeit, möchte er in seiner Ehe keinesfalls erleben und so legt er sein zukünftiges Eheglück in die Hände seiner Tante. Sie soll ihm an seiner Statt die passende Ehefrau mit diplomatischem Geschick suchen. Eine reine Vernunftehe schwebt ihm vor, doch während sich seine Tante auf die Suche nach der guten Partie begibt, stürzt Nash; der sich auf dem Weg zu seinem Erbsitz mitten auf dem Land befindet, um dort nach dem Rechten zu sehen, vom Pferd und zieht sich erhebliche Verletzungen zu. Eine Kopfverletzung sorgt dann auch für eine vorübergehende Amnesie bei ihm- sprich, er kann sich nicht mehr erinnert wer er ist. Miss Maddie Woodford, die unfreiwillig Zeugin von Nashs Sturz wird, zeigt Erbarmen und bringt den Schwerverletzten in ihr Cottage, wo sie ihn gesund pflegt.

Während dieser Zeit entwickeln Maddie und Nash Gefühle füreinander und auch Maddies fünf Halbgeschwister schließen Mr. Rider, wie sie ihn in Ermangelung seines wahren Namens, nennen, in ihr Herz. Als Maddie und ihre Familie, von einem nächtlichen Eindringling heimgesucht werden, der angeblich, so munkelt man im Dorf auch gut und gern die geisterhafte Erscheinung des „blutigen Abts“ sein könnte, ist es an Nash, sich für Maddies Hilfsbereitschaft zu revanchieren….

„Zwischen Pflicht und purem Verlangen“ erzählt nun die Geschichte von Nash Renfrew, der es eigentlich etwas besser hatte in seiner Kindheit, als Harry, sein Halbbruder. Doch auch Nash litt sehr unter der turbulenten Ehe seiner Eltern und das, was sie sich im Streit alles antaten. Man kann seine Vorbehalte einer Liebesheirat gegenüber, also sehr gut als Leser nachvollziehen. Ansonsten ist er ein sympathischer Zeitgenosse, ein Diplomat wie es im Buche steht, der klug und gewitzt seinen Weg geht. Ausgerechnet die Bitte seines Bruders Marcus sorgt dann dafür, dass er auf Umwegen der Frau seines Lebens begegnet.
Maddie hat zwar aristokratische Wurzeln, lebt jedoch wie eine gewöhnliche Bürgerliche am Rande des Existenzminimums, weit ihr Vater sämtliches Vermögen durchbrachte, früh verstarb und sie sich nun völlig allein auf sich gestellt, um ihre Halbgeschwister kümmern muss. Der Onkel von Nash, Sir Jasper, ein Freund von Maddies verstorbener Großmutter, hat jedoch Erbarmen mit Maddie und lässt sie und ihre Familie in einem kleinen Cottage, das sich auf dem Anwesen befindet, wohnen. Doch nach Sir Jaspers Tod ist alles anders, denn der windige Verwalter will nun plötzlich viel mehr Pachtgeld aus ihr herauspressen. Geld, das Maddie einfach nicht hat, vor allem, als ihr durch den „blutigen Abt“ auch noch der Garten verwüstet wird.

Dennoch ist Maddie eine Frau, die gelernt hat, sich nicht durch die Widrigkeiten des Lebens aufhalten zu lassen. Sie legt eine wahre Kämpfernatur an den Tag, als es darum geht, ihre Familie durchzubringen, was auch Nash imponiert und nimmt auch kein Blatt vor dem Mund, wenn sie ihre Rechte verteidigt. Das macht die weibliche Romanheldin dieser Geschichte besonders interessant, vor allem, weil Nash, trotz aller Vorzüge, die er an den Tag legt, ja doch ein wenig lange auf der Leitung steht in Bezug zu seiner Liebe zu Maddie. Besonders, weil einem gegen Ende des Romans als Leser langsam das Gefühl beschleicht, dass Nashs Zögern Maddie heiraten zu wollen, nicht an seiner Liebesheiratsphobie liegt, sondern vielmehr an seinem Standesdünkel.

Dennoch, auch wenn Nash hier und da ein wenig männlicher hätte auftreten können, für meinen Geschmack, möchte ich dafür keinen Punktabzug vornehmen, da die Liebesgeschichte ansonsten wirklich alles hat, um den Leser zu begeistern. Eine romantische Liebesgeschichte, eine charakterlich stark gefestigte Heldin und einen sympathischen Helden, Humor und familiäre Wohlfühlatmosphäre und nicht zu vergessen, die niedlichen Geschwister von Maddie und die Liebespaare der Vorgängerbände, die die Story zusätzlich etwas auflockern. Nach dem Lesen dieses Romans habe ich im Netz recherchiert, um in Erfahrung zu bringen, ob die Autorin auch eine Story über Marcus geschrieben hat, da seine geheimnisvolle Aura schon ein wenig neugierig macht, beim Lesen. Leider ist es aber wohl so, dass von Seiten des amerikanischen Verlags kein weiterer Teil über Marcus erwünscht wurde, so dass die Autorin Marcus Geschichte irgendwann einmal später schreiben wird, aber noch nichts Konkretes geplant ist.

Kurz gefasst: Ein Historical“ der mit Romantik, Humor und Wohlfühlatmosphäre überzeugt. Mein persönlicher Favorit der „Devil Riders“ Reihe bislang.