Rezensionen

Schnees Bewertung 05 Sterne.png

Amber ist Mitte 30, Mutter, verheiratet und lebt in einer Vorstadthölle der USA. Vorstadthölle heißt, dass sich die Frauen die wichtigsten Fragen des Lebens stellen, die da wären: Wer trägt das teuerste Kleid? Wer gibt die besten Partys? Wer hat das größte Haus? Welche Kinder gehen auf die beste Privatschule? Und, welches Kind gibt das beste Bäuerchen? Amber fragt sich, ob dieses Leben wirklich noch das ist was sie möchte. Aufgewachsen in einem Wohnwagen hat sie hart gearbeitet und gut geheiratet, aber was ist aus der lebenslustigen und nicht oberflächlichen Amber geworden? Beim lesen eines englischen Magazins, entdeckt sie die Suchanzeige einer Redakteurin. Diese ist mit ihrem Singledasein unzufrieden und möchte wissen, wie das Leben mit Mann, Kind und tollem Haus wirklich ist. Wenig später tauscht Amber mit der Londonerin Vicky ihr Leben. Wird diese Auszeit aus dem realen Leben der beiden Frauen, viel verändern oder werden Amber und Vicky erkennen was wirklich wuchtig ist?

„Kopfüber“ ist wie jedes Buch von Jane Green ein unterhaltsamer Roman mit tiefsinnigeren Elementen, und genau das schätze ich so an ihren Büchern.

Viele Fragen des Lebens und der Liebe werden aufgeworfen und von den Protagonisten verarbeitet. Sicher können sich viele weibliche Leser in einigen Problemen der Frauen wiederfinden, sei es die Situation von Vicky, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Heim und Familie, oder Ambers, die sich festgefahren in ihrem Leben fühlt. Gerade die Unterschiede der beiden Frauen, lassen den Leser viel Spielraum zur Identifikation.

Sympathisch fand ich beide Charaktere, jede für sich hatte einen ganz eigenen Charme und gerade die Unperfektion machte die Frauen perfekt. Amer erscheint zunächst oberflächlich, aber schon bald merkt man, dass mehr hinter ihrer Fassade steckt. Wie Jane Green selbst im Buch erwähnt, ist dieser Roman kein typischer rosaroter Liebesroman. Nein, es geht vielmehr um die Selbstfindung beider Frauen, das schließt die Liebe natürlich auch mit ein.

Etwas schade fand ich, dass der eigentliche Lebenstausch erst nach 200 Seiten beginnt. Ich hätte gern noch mehr Erfahrungen der Frauen in diesem neuen Leben mitbekommen. Auf der anderen Seite lernte man die Frauen auf den ersten 200 Seiten sehr gut kennen und konnte den Tausch besser betrachten und für sich bewerten.
Insgesamt ein wirklich gelungenes Buch, welches die Autorin durch ihren flüssigen Schreibstil wunderbar abrundet.

Tinas Bewertung 04 Sterne.png

Amber ist mit Richard Winslow verheiratet und das Paar hat zwei Kinder, Jared und Grace.
Zur Familie gehören aber auch noch Nanny Lavinia und Hund Ginger.

Amber war eine erfolgreiche Anwältin bevor sie Mutter und Society-Lady wurde. Und heute besteht ihr Leben aus dem Planen von Partys, das Haus neu zu dekorieren und das Füllen des eigenen Kleiderschranks. Je teurer desto besser, denn Amber kennt auch die Schattenseiten des Lebens. Aber ist Geld immer wirklich das wichtigste im Leben?

Victoria Townsley, die von allen nur Vicky genannt wird, arbeitet als Feature- Ressort Leiterin für „Poise!“ ein angesagtes Londoner Lifestyle-Magazin.
In ihrer Wohnung wartet nur ihre Katze Eartha auf sie, denn Vicky ist Single.

Vicky beneidet alle Freundinnen, wie auch ihren Bruder der verheiratet ist und Kinder hat. Sie sehnt sich nach dem Leben als Mutter und liebevolle Ehefrau. Leider ist von Mr. Right nichts zu sehen!

Als sie einen Artikel schreibt der „Lebenstausch“ heißt, erkennt sie immer mehr was sie will und was sie nicht will…

Ich möchte an dieser Stelle meine Oma zitieren, die immer sagt: Die Kirschen aus Nachbars Garten schmecken besser, als die eigenen. Aber beim Kirschen stehlen ist eben auch ein wenig Nervenkitzel dabei ;-)

Und so ist es auch mit Vicky und Amber. Auf der Suche nach Nervenkitzel tauschen die beiden ihr Leben und erkennen daraufhin was ihnen fehlt und was sie brauchen.

Ich muss gestehen, dass ich mir, als ich dieses Buch auswählte, davon versprochen hatte eine amüsante Unterhaltung zu finden, die mich aufmuntert und zum Lachen bringt.
Ich mag die Autorin sehr gerne und habe auch schon sehr viel bei ihren Geschichten gelacht, aber Kopfüber hat einen eher ernsten Hintergrund, der mich persönlich lange beschäftigt hat.

Vicky und Amber haben Seiten die jede Frau mit Sicherheit von sich selber kennt. Und es rüttelt an einem und man stellt diese Wünsche und Gedanken in Frage. Auch ist das Buch so geschrieben, dass man als Leser sehr genau erfährt was Vicky oder Amber denken und erleben und so ist man als Leser mittendrin im Gefühlsleben.

Selbstverständlich ist das sehr spannend zu lesen, wie auch die Autorin durchaus flüssig und unterhaltsam zu schreiben weiß. Und wer sich vor Augen hält, dass dies kein Buch ist bei dem man Tränen lachen kann, sondern dass es einem eher zum Nachdenken anregt, wird seine Freunde beim Lesen von „Kopfüber“ haben.

Für mich persönlich war es wohl das falsche Buch zur falschen Zeit. ;-)