Rezensionen

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Die Wikinger-Expertin Tessa wird auf eine Insel im Eismeer gerufen, um ihre Expertise zum Fund eines Wikingerschiffs abzugeben, dass das ewige Eis freigegeben hat. Dort trifft sie nicht nur auf ihre Berufskollegin und Freundin Berit und den attraktiven Bergungsteam-Leiter Hendrik, sondern auch auf den eigenbrötlerischen und abweisenden Hotelbesitzer Nick.

Letzterer ist es dann auch mit dem sie ihre bereits zweite Zeitreise, innerhalb kürzester Zeit, in die Vergangenheit erlebt, ins 1. Jahrtausend in die Welt der Wikinger.

Und auch wenn Tessa in ihrer Welt nichts mit Nick zu tun hat und eigentlich auch nicht haben will, so sind in der Vergangenheit ihre Wege jedoch verbunden. Vor allem jedoch, erhalten dort beide die Möglichkeit, ihre Vergangenheiten aufzuarbeiten, ihre Leben zu verändern und neue Wege einzuschlagen.

Dass dann auf einmal auch eine Liebe zueinander eine Rolle spielt, damit haben sie jedoch nicht gerechnet.

Wie bei so vielen guten Autoren, ist es mir auch Fran Henz passiert, nachdem ich um 2007 herum so begeistert „Die Hexe und der General“ gelesen hatte, habe ich die Autorin vollkommen auf den Augen verloren.

Erst vor kurzem beim Überarbeiten der Daten auf Happy End Buecher ist mir die Autorin wieder ins Auge gefallen. Das hat dann jedoch dazu geführt, dass ich noch ein wenig später beim Stöbern an ihrem 2016 erschienenen Buch „Der Stachel der Erinnerung“ hängen geblieben bin.

Manchmal meint es der Zufall eben gut mit einem. Denn in diesem Fall hat er mir eine spannende und fesselnde, wenn auch eine schlaflose Lesenacht geschenkt.

Ich denke, dass man Fran Henzs „Der Stachel der Erinnerung“, wie im Übrigen auch „Die Hexe und der General“, durchaus als speziell bezeichnen kann - und ich meine ich nicht als Kritik. Die Autorin kann eine Leseüberraschung sein, aber ich denke nicht, dass "Der Stachel der Erinnerung“, wohl für alle Liebesroman-Leser funktionieren wird.

Technisch gesehen kann die Geschichte absolut als reinrassiger Liebesroman durchgehen. Doch von seiner Ausführung her ist er mehr, als nur ein spannender und unterhaltsamer Time Travel. Aber mehr noch, wegen des gewählten Plots, seiner Komplexität und seines Stils, hat mich die Geschichte ein wenig an Clannon Millers „Valkyria“-Saga erinnert; wenn auch im Detail völlig verschieden. Aber beim Lesen tauchten in meinem Kopf auch gute Erinnerungen an Szenen aus Sandra Hills „Wikinger“-Serie auf.

Kurz, Fran Henz hat es geschafft, mir in ihrem „Stachel der Erinnerung“ aus allen Lese-Welten das Beste anzubieten und so aufzubereiten, dass es mich aufs vorzüglichste Unterhalten hat. Und das, obwohl weder Tessa noch Nick gefällige Charakter sind. Ganz im Gegenteil, sie haben durchaus ihre Ecken und Kanten, an denen ich mich auch gestoßen habe.

Vor allem aber hat mich, der vorzügliche Erzählstil der Autorin und ihr Geschick mystisches mit Psychologischem so zu verweben, dass daraus eine komplexe Geschichte wird, die nach vielen unerwarteten Wendungen zu einem harmonischen Abschluss kommt, sehr beeindruckt. UND, dass die Autorin darin auch noch eine Liebesgeschichte verpackt, die nicht nur in jeder Hinsicht (am Ende) Sinn ergibt, sondern auch noch prickelnd und romantisch ist, hat mich noch mehr begeistert.

Kurz gefasst: Eine Zeitreisegeschichte, mit sperrigen Charakteren, die mich wegen ihrer Komplexität und ihrer Tiefe ebenso beeindruckt hat, wie durch ihr fesselndes Storytelling.