Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Louise Stanton lebt seit dem Tod ihrer Eltern und übrigen älteren  Verwandten, zusammen mit ihrer herzensguten, aber auch recht schwierigen Cousine Harriet. Beide haben sich ganz gut mit ihrem Mauerblümchendasein arrangiert, wenn Louise insgeheim immer noch auf eine gute Partie hofft. Doch leider und das obwohl sie durchaus eine attraktive Erscheinung ist, zeigen die Herren der Schöpfung mehr Interesse an den blutjungen Debütantinnen der Saison. Als Louise eines Abends allein auf eine Tanzveranstaltung geht, da Harriet keinerlei Lust verspürte, sie zu begleiten, trifft sie auf den attraktiven, aber sehr burschikosen Sir John, den Baron of Chalkstone.

Der sympathische Landadlige, nimmt sie gleich für mehrere Tänze in Beschlag und stellt sie anschließend auch seinen Freunden vor, die ihn auf seiner Mission in London begleitet haben. Denn John ist auf der Suche nach einer Frau. Diese Frau soll jedoch kein ewig kicherndes, naives junges Mädchen sein, sondern eine Frau, die clever und besonnen zugleich ist. Und diese Frau glaubt er in Louise zu sehen. Gleich am nächsten Tag macht er ihr seine Aufwartung und überrascht Louise mit seinem Heiratsantrag. Und Louise stimmt nach einem Tag Bedenkzeit auch zu.

Um Sir John besser kennenlernen zu können, verspricht sie ihm, nur wenig später die Reise nach Chalkstone anzutreten, um sich dort vor Ort ein Bild von Johns Leben machen zu können. Mit Louise reist auch Harriet an; diese jedoch ist alles andere als begeistert, da sie kurz zuvor feststellen musste, dass John der Neffe des Mannes ist, der ihr einst das Herz brach. Und auch Louises Begeisterung für John legt sich ein wenig, als sie zum ersten Mal mit seinen Schwächen konfrontiert wird…

Nachdem ich vor einiger Zeit so positiv überrascht war, von Sophy Hesters ersten Regencyroman „Vicomtesse zu vererben“, habe ich mich sehr darüber gefreut, dass es nun endlich Lesenachschub von der Autorin zu vermelden gibt. „Lady auf Landparty“, ist wieder einmal ein äußerst amüsantes Lesevergnügen für mich gewesen, denn neben der geschliffenen Ausdrucksweise, die die Autorin hier abermals an den Tag legt, die zur erwählten Zeitepoche passt, lässt sich Johns Liebeswerben einfach sehr humorig an. Zwischen John und Louise stimmt zudem die Chemie und auch in Zeiten, in denen sich das Paar uneinig ist, spürt man dennoch stets, wie zugetan sie sich sind.

Besonders stark fand ich „Lady auf Landpartie“, wenn sich das Paar in Dialogen ergeht, die spritzig und amüsant zugleich geraten sind. Für meinen persönlichen Geschmack jedoch, hätte ich mir den Roman noch etwas dialogreicher gewünscht. Die zahlreichen Nebenfiguren, allen voran Johns Freunde, lockerten zwar die Geschichte einerseits etwas auf, blieben jedoch andererseits etwas zu blass, so dass ich mir gewünscht hätte, dass die Autorin lieber ihr Heldenpaar noch mehr in den Fokus gestellt und dieses mit mehr Dialogen bedacht hätte. Dieser kleine Kritikpunkt schmälert meinen guten Gesamteindruck jedoch nur minimal, so dass ich, an dieser Stelle, gerne eine Leseempfehlung für alle Regency- und Georgette Heyer Fans aussprechen möchte.

Kurz gefasst: Spritziges Lesevergnügen für Fans des englischen Regencyromans.

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Es ist nun schon wieder eine Weile her, dass ich zufällig auf Sophy Hester und ihre Romane gestoßen bin und mit großem Vergnügen „Vicomtess zu vererben“ und „Nordlichtnächte“ gelesen habe.

Auch „Lady auf Landpartie“ fand ich höchst vergnüglich und ich habe vor allem die herrlich spritzigen und höchst amüsanten Dialoge, die wundervoll gezeichneten Figuren und die gekonnte Beschreibung der Szenerien genossen, doch so gut, wie die von mir gelesen Vorgänger fand ich „Lady auf Landpartie“ nicht.

Ich vermutet, dass das an der doch etwas langweiligen Handlung lag. Hier ist der Titel des Romans Programm. Eine Lady auf Landpartie, eben. Nicht mehr und nicht weniger. Und objektiv besehen, auch völlig in Ordnung. Schließlich liegt der Fokus der Geschichte eindeutig auf den brillanten Dialogen.

Es mag daran liegen, dass ich den Hals einfach nicht voll genug bekommen kann. Sicher, ich jammere hier auf sehr hohem Niveau und lege die Ansprüche sehr hoch. Und die Autorin und begeisterte Leser, möge es mir verzeihen. Aber he, wenn ich schon so fantastische Figuren und eine so spritzige Atmosphäre serviert bekomme, warum soll ich mir dann nicht auch noch eine entsprechend turbulente Handlung dazu wünschen?

Kurz gefasst: Sophy Hester schreibt definitiv historische Liebesroman-Perlen, die man gelesen haben sollte - und das gilt auch für diesen Roman. Und ich lege die Messlatte sehr hoch, wenn ich der „Lady auf Landpartie“ „lediglich“ 4 Punkte gewähre. Doch in „Vicomtess zu vererben“ dürfte ich lernen, dass es die Autorin noch besser kann.