Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Seit einer Zeit scheint einfach der Wurm drin zu sein. Nichts läuft so wie geplant. Hat sich Russell, seines Zeichens der Mann für „Grobe“ des Kidnap Clubs, zuerst mit Grace, die sich nur in Begleitung ihrer Katze hat entführen lassen wollen, ein hässliches Vieh, dass seine Krallen an ihm gewetzt hat, herumschlagen müssen, nun hat er auch noch die falsche Dame erwischt. Eine Dame übrigens die ebenfalls zu verteidigen weiß, wie er feststellen durfte!

Rosamunde ist nicht so sehr der ängstliche Typ, doch als ihre Kutsche überfallen wird und sie entführt wird und ihr eine Flucht misslingt, bekommt auch sie es mit der Angst zu tun. Doch nun von ihrem Entführer am ganzen Körper abgetastet zu werden - auch wenn dieser noch so anziehend ist - geht dann doch zu weit.

Doch zum Glück ist der Fall schnell geklärt, Rosamunde ist nicht die Auftraggeberin des Kidnap Clubs und Marcus hat keineswegs vor sie zu vergewaltigen, sondern ist nur auf der Suche nach einem weiteren Messer aus Rosamundes Arsenal. So bleibt der Fehler, die falsche Kundin erwischt zu haben, zwar bestehen, doch der kommt Rosamunde gerade recht. Schließlich braucht sie genau die Art von Hilfe, die Marcus bieten kann. Rosamunde sucht ihren Onkel, der spurlos verschwunden zu sein scheint.

Es ist nicht nur die Idee für diese Serie, sondern auch der Erzählstil der Geschichte und deren Figuren, die mir an „Stealing the Heiress“ so sehr gefallen haben. Rosamunde ist eine wunderbar patente Heldin, die sich nichts so einfach gefallen lässt. Sie war lange genug die Brave, hat zum Wohle und Wohlstand ihrer geliebten - aber sehr lauten und aufdringlichen - Familie geheiratet, ist enttäuscht worden und hat nun beschlossen das zu tun, was ihr wichtig ist, und zwar sicherzustellen, dass es ihrem Lieblingsonkel gut geht. Aber auch gegenüber Marcus weiß sie sich zur wehr zusetzten.

Den intelligenten, aber grüblerisch wirkenden Mann, der sich aufgrund seiner Herkunft gegenüber dem Adel grundsätzlich zurückhält, kann nur wenig aus der Fassung bringen. Rosamunde allerdings scheint das spielend zu bewirken. Ich liebe solche Helden, die „nein, auf keinen Fall“ denken und sich am Ende „ja, mache ich“ sagen hören – nur weil sie der Frau gegenüber nichts abschlagen können, sondern um sie und ihr wohlergehen bemüht sind.

Neben diesen wundervollen Hauptfiguren, sind jedoch auch die Nebencharaktere nicht zu verachten. Mir hat es großen Spaß gemacht Rosamundes Familie zu verfolgen, die laut, sich in alles (liebevoll) einmischend und zahlreich geschildert werden.

Durch einen Zufall hatte ich diesen 2. Teil, ganz gegen meine Gewohnheit, zuerst gelesen. Das fand ich jedoch, aus zwei Gründen nicht so schlimm. Zu einem ist die Geschichte so geschrieben, dass sie absolut unabhängig geschrieben wurde; also wirklich unabhängig. Und zum anderen haben mir Russell und Rosamunde als Charaktere so viel besser gefallen als Nash und Grace (Capturing the Bride), sodass es als Einführung in die Serie der perfekte Start war.

Kurz gefasst: Auch Fehler können das richtige sein. Eine wundervolle Liebesgeschichte, mit höchst sympathischen Figuren, eingebettet in eine tolle Serie.