Rezensionen

AnkesBewertung 04 05 Sterne.png

Eigentlich hätte Guy Huntington, Earl of Henleigh wichtigeres zu tun als sich mit der Klatschreporterin Miss Freya Haversham herumzuärgern, die ihn so hartnäckig verfolgt – heimlich, wie sie glaubt. Sein Kidnap Club, der es sich zur Aufgabe gemacht hat Damen in Not zu „Entführungen“, steht vor der schwierigen Aufgabe eine Ehefrau als den brutalen Händen ihres adeligen Mannes zu befreien. Und die Zeit drängt, da sie Situation für die Dame immer bedrängender wird.

Freya wollte nie für die Klatschkolumne schreiben, sondern als ernsthafte Reporterin anerkannt werden. Nun haben die Geschichten, um eine Reihe verschwundener Damen des tons, ihre Aufmerksamkeit erregt. Eine Story, die ihr vielleicht den Weg ebnen kann. Dass sie es damit mit dem attraktiven Earl of Henleigh zu tun hat, der sich so gar nicht willig zeigt auf ihre Fragen einzugehen, macht jedoch die Sache nicht einfacher.

„Taking the Spinster“ ist der letzte Teil der Trilogie um den „Kidnap Club“ und erzählt die Geschichte des Initiators der Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Damen in Not zu helfen. Und Guy ist wahrlich ein Kümmerer - der sich von klein auf dazu berufen gefühlt hat seine Mutter, und sich selbst, vor seinem brutalen Vater zu schützen. Meiner Leseerfahrung nach kann eine solche Beschreibung eines Heldentypen durchaus schnell mal zu einem „zu viel“ tendieren. Samantha Holt hat es jedoch geschafft hier einen Helden zu beschreiben, der sich kümmert und sorgt, aber nicht überfürsorglich wirkt. Ich würde ihn eher als realistischen und bodenständigen Charakter beschreiben, Eigenschaften die mir die Figur sehr sympathisch gemacht haben.

Aber auch Freya hat mir als Heldin der Geschichte gut gefallen. Vielleicht hat sie sich ein paar Aufgaben zu viel aufgeladen und wirkt dadurch auf mich ein klein wenig wie eine Märtyrerin. Doch Guy stellt dazu mit seiner Art den perfekten Gegenpool dazu dar, sodass daraus kein Problem entstanden ist.

Doch grundsätzlich schätze ich die Autorin auch nicht so ein, aus Mücken einen Elefanten zu machen. Das verhindert schon ihr Humor, der nicht nur in der Geschichte, sondern auch in ihren Charakteren mitschwingt. Samantha Holts leicht und lockerer Schreibstil tun dann das übrige für eine gute Unterhaltung und eine entspannte Stimmung beim Lesen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war, wie die Autorin das Thema um Guys „Problem“ gelöst hat, bzw. nicht aufgelöst hat. Ein Problem, das zunächst als prominent geschildert wurde, nur um sich dann so sang und klang los in Luft aufzulösen? 

Kurz gefasst: einen höchst unterhaltsame Trilogie, die sowohl mit ihren Geschichten als auch ihren Figuren überzeugt. Guy und Freya sind zwei sympathische Figuren, die sich in ihrer Persönlichkeit wunderbar ergänzen und die abenteuerliche Geschichte, um die Befreiung einer gepeinigten Ehefrau abrunden.