Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Den Bitten seiner Mutter folgenden, hat es Adam Moncrieff, zusammen mit seinen älteren Brüdern auf den Familiensitz nach Langmere verschlagen. Natürlich war es auch nicht uneigennützig, sich einem Skandal, an der er keine Schuld trägt, zu entziehen und London für eine Weile hinter sich zu lassen. Adams Problem ist es jetzt nur, sich hier auf dem Land Gesellschaft zu suchen, die beim Kartenspiel, dem Zeitvertreib seiner Wahl, mitzuhalten weiß.

Miss Rosie Seymour, die jüngst als „Beauty of Buttermere“ Bekanntheit erreicht hat, ist nicht sonderlich begeistert darüber, dass der gutaussehende Adam ihre Gaststube unsicher macht und ihre Kunden vertreibt, indem er sie beim Spiel besiegt.

So scheint es auch kein Wunder, dass sie den Gentleman in der Nacht mit einer Stichwunde in der Seite in ihrem Stall findet. Sie nimmt den Unbekannten auf und pflegt ihn gesund. Erst als seine Brüder, darunter der Marquis of Kirbeck, auf der Suche nach Adam bei ihr auftauchen, wird ihr klar, wem sie da geholfen hat. Vor allem aber wird ihr klar, dass Adam als Teil des Adels weit über ihr steht und sie sich die gefasste Zuneigung schnellsten aus dem Herzen schlagen muss.

Doch Adam sieht das anders. Zunächst aus Dankbarkeit für ihre selbstlose Hilfe, später dann, weil sich herausstellt, dass es ihm Spaß macht, beginnt er in Rosies Inn zu arbeiten, ihr zu helfen den Betrieb aufrecht zu halten und ihr Verbesserungen vorzuschlagen. Und bald schon kann er sich kein anderes Leben mehr vorstellen.

Ein Adeliger und ein Spieler, der sich herablässt der Wirt eines Inn zu werden? Zugegeben, ich war skeptisch, ob eine solche Geschichte funktionieren kann. Tatsächlich liest sich diese Kurzgeschichte harmonisch und rund. Vor allem, weil, die Autorin es so hervorragend versteht, die Beweggründe der Protagonisten, allen voran die von Adam, trotz der eingeschränkten Seitenzahl, so nachvollziehbar darzustellen.

Zudem gelingt es der Autorin ihm gegenüber, dessen Präsens mit Leichtigkeit alle anderen Figuren in den Hintergrund hätte drängen können, eine Heldin zu stellen, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht und sich zu behaupten weiß. Aber auch sie muss erst lernen, dass man eben manchmal Hilfe annehmen muss und es nicht schadet hier und da einmal die Kontrolle abzugeben.

Kurzgefasst: mir hat, die Kurzgeschichten-Serie „The Lords of Scandal Row“ zu lesen, viel Vergnügen bereitet. Auch Adams und Rosies Geschichte hat sich als würdiger Teil erwiesen.