Rezensionen

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Gleich nach der Hochzeit hat er sie auf den Landsitz seines Vaters gebracht und nach der Hochzeitsnacht ist er nach London verschwunden und seitdem hat Isobel Vance, die Marchioness of Roth, ihren Ehemann nicht mehr gesehen.

Es braucht eine Reihe an Skandalnachrichten aus London über ihren Ehemann und die Ermutigung ihres Schwiegervaters, bis Isobel beschließt nach London zu reisen und ihren unwürdigen Ehemann nach Hause zu holen. Schließlich hat sie, dank ihrer Freundin und Gesellschafterin, Clarissa und deren Rabauken von Brüdern, viel gelernt über Verführung und ist bereit ihr neues Wissen an ihrem Ehemann auszuprobieren.

Winter Vance, Marquess of Roth und Erbe des Duke-Titels seines Vaters, hat in den letzten Jahren alles darangesetzt, einen skandalösen Club aufzubauen und finanziell unabhängig von seinem ungeliebten Vater zu werden. Dazu kommt ihm sein skandalöser Ruf, der jedoch völlig unverdient ist, zu Pass. Als nun mit einem Mal Isobel vor ihm steht, gerät sein Leben jedoch aus den Fugen und um Isobel wieder aufs Land zu verscheuchen, beschließt er seiner Ehefrau zu zeigen, dass sein Ruf als skandalöser (Ehe-)Mann wahr ist.

Seit ich den 1. Teil der Duologie um die „Everleigh Schwester“ von Amalie Howard mit solchem Vergnügen gelesen hatte, habe ich mich auf „The Rakehell of Roth“ gefreut. Dass die Serie mittlerweile in einer deutschen Ausgabe erschienen war, war ein Bonus.

Tatsächlich las sich die deutsche Übersetzung recht gut; nach meiner Erfahrung kommt das in der letzten Zeit eher selten vor; trotzdem habe ich irgendwann dann doch zum Original gegriffen, nur um sicher zu sein. Die Geschichte wurde davon jedoch keinen Deut besser.

Sicher, ich habe so meine Probleme mit „Marriage in Trouble“-Tropes. Ich mag sie einfach nicht, weil sie mir nur selten als nachvollziehbar verkauft werden können. Und mir so oft, wie auch in diesem Fall, geradezu vollkommen unlogisch und gegen jeden Menschenverstand erscheinen. Denn, anstelle 3 Jahre auf dem Land vor sich hin zu schmachten, hätte Isobel doch längst ihrem Mann hinterher sein können! Ich stimme zu, dass es eine weise Entscheidung war, Isobel ein wenig Zeit zu geben sich zu entwickeln. Doch leider hat sie (bzw. die Autorin) diese Chance vertan. Isobel rauscht nach London (natürlich erst als ihr Schwiegervater sie dazu aufgefordert hat), in dem Glauben, nach ein wenig Recherche und flotten Sprüchen, an die sie dank ihrer unverblümten Gesellschafterin (und deren Brüder) gekommen ist, als Verführerin gegen ihren weitaus erfahreneren Ehemann antreten zu können – was insgesamt ein eher jämmerlicher Auftritt war. Und das obwohl, sie in Winter ein sehr dankbarer Kandidat hat. Der sich wie ein Pubertierender verhält, der vorgibt ein geschickter Geschäftsmann zu sein und einen gewissen Ruf zu pflegen, der nicht den Tatsachen entspricht, aber Kunden in seinen Club bringt. Eine Ehefrau oder Kinder wollte er übrigens auch nicht, aber Isobel hätte nun mal gerade einen gebraucht, deswegen hätte er sie geheiratet. Hä?

Während sich also Isobel als zögerlich herumfummelnde Verführerin inszeniert und Winter ihr mit dicker Hose hinterherläuft, gibt es da auch noch einen (scheinbar?) bösen Bruder, abgebrannte Ställe, aus dem Nichts auftauchende frühere Geliebte und Gefahr für Isobel. Wie die beiden es am Ende schaffen wollen, mehr als nur sexuelle Leidenschaft füreinander zu entwickeln und mir an Ende einen zufriedenstellenden Historical Romance zu bieten, blieb mir völlig verschlossen. Wäre es bei der sexuellen Anziehung geblieben und dieser Roman als erotisch-historischer Roman geplant gewesen, hätte das alles vielleicht funktionieren können.

Doch mich hat das ziemlich rasch alles nicht mehr interessiert. Trotzig an die Hoffnung auf Besserung klammernd, habe ich noch bis zur Hälfte des Buches durchgehalten. Dann habe ich jedoch beschlossen, dass mir meine Lese-Zeit für schlechte Liebesromane zu schade ist.

Kurzgefasst: abgebrochen.