Rezensionen

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Mir war nach Hörbuch-Unterhaltung. Und Sportler Romances sind, wie ich finde immer einen Versuch wert. Diese Kombination hat mich auf Helena Huntings „Hot as Ice - Heißkalt verliebt“, den 1. Teil ihrer „Pucked“-Serie stoßen lassen, welche nun schon gefühlt ewig darauf wartet (tatsächlich erst seit dem Veröffentlichungstermin in 2020) von mir gehört zu werden. Was dem folgte, war jedoch ein recht kurzes Vergnügen. Nach gerade mal 2 von 11 Stunden und 45 Minuten ungekürzter Spielzeit, war die Luft raus und ich habe das Hörbuch abgebrochen.

Violet Hall hat grundsätzlich nichts gegen Eishockey einzuwenden. Doch zum einen kennt sie ihren Stiefbruder, seines Zeichens ein erfolgreicher NHL-Spieler der „Black Hawks“ und seine Skandale, nur allzu gut, zum anderen hat sie ihren Anteil an Eishockey-Spieler, wenn auch aus einer anderen Liga, bereits genossen.

Doch ihre Familie ist anderer Meinung und Violet ergibt sich ihrem Schicksal. Vielleicht schafft sie es trotzdem, ihr Buch für den Buchclub zu lesen und ein wenig liegengeblieben Arbeit nachzuholen, während sie das Spiel ihres Bruders verfolgt? Als sie jedoch auf der After-Party der „Black Hawks“ auf Alex Waters trifft, beschäftigen sie mit einem Mal ganz andere Dinge.

Es ist neu für mich, dass ich meine Meinung über abgebrochene Hörbücher oder Bücher auf Happy End Buecher online stelle. Noch vor ein paar Jahren hätte ich es abgelehnt, das zu tun. „Abbrechen“ bedeutete für mich, auf das Recht zu verzichten, mitreden zu dürfen. Das hat sich jedoch in den letzten Jahren geändert. Heute halte ich die Begründung zu einem abgebrochenen Buch für ebenso wertvoll, wie eine Meinung über ein gelesenes. Wichtig ist mir jedoch, ein „abgebrochen“ deutlich zu kommunizieren; was die fünf grauen Sterne optisch signalisieren sollen.

Ich habe das Hörbuch zu dem Zeitpunkt abgebrochen als Violet für ihren One-Night-Stand mit Alex in dessen Hotelzimmer zugange war und kann deswegen auch nicht mehr zum Inhalt sagen. Amüsant finde ich, dass auch der Klappentext nicht mehr erzählt. Geradeso, als wäre damit alles über den Inhalt gesagt.

In diesen ersten 2 Stunden habe ich, hier und da, schmunzeln müssen und obwohl mein Missfallen zu diesem Zeitpunkt bereits zu wachsen begonnen hatte, war ich noch darauf aus, das Hörbuch weiterzuhören: Bis ich mir, auf goodreads.com, andere Meinungen zum Buch eingeholt habe. Diese haben mich auf Probleme gestoßen, die ich bereits untergründig wahrgenommen hatte, ohne dass sie mir offensichtlich waren, z.B. die vielen Süßwaren-Analogien, die ermüdende Nutzung von „Bieber“ (78 Mal, mit dem Bezug auf den Originaltext, in der Übersetzung aber gefühlt nicht wirklich besser, ich habe jedoch nicht mitgezählt) oder Betonung monströser, männlicher Attribute (59 Mal, dito). Danke dafür, denn nun nahm ich sie überdeutlich wahr.

Doch vielleicht wäre ich damit noch zurechtgekommen, was ich jedoch überhaupt nicht mag sind weibliche Hauptcharaktere, die zwar als nerdig-sympathisch, ein wenig unbeholfen und ungeschickt und als Mädchen, die „so was nicht machen“ beschrieben werden, trotzdem in einer sehr direkten Sprache immerzu eine flotte Lippe riskieren, gerade so, als müssten sie ihren Arbeitsraum auf der Straße verteidigen.

Violet, sei das Mädchen, dass sich in der Highschool so sehr bemüht hätte beliebt zu sein, das aber nie wirklich geschafft habe, so eine der Kritiken, die ich gelesen hatte und die es in gemäßigteren Worten auf den Punkt bringen. Als ich dann auch noch las, dass es mit Alex genauso weiter gehen würde, er einerseits der verliebte Teenager wäre, der über Worte stolpert und andererseits als skandalumwittertes Mitglied der „Black Hawks“ dargestellt würde, hatte ich genug.

Hier passte für mich einfach nichts zusammen, bzw. die Autorin hatte es nicht geschafft mir das, als harmonisch zu verkaufen. Ich empfand, die Geschichte als unrund und die Stilmittel, die die Autorin nutzt, als zu dick aufgetragen. Und auch wenn ich hier und da darüber schmunzeln musste, so entsprach es doch einfach nicht meinem Humor.

Die Sprecherleistung von Emilia Weinert hat mir gefallen. Ich empfand sie, als angenehm zu hören und sie wusste die zynische Art von Violet gut zu vermitteln. In diesem Punkt gab es für mich also nichts zu Jammern. Bis zum Einsatz von Philipp Reuther, ich vermutet, er spricht die Erzähl-Sicht von Alex, bin ich nicht gekommen.

Kurzgefasst: abgebrochen.