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Simones Bewertung

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Die Handlung dieses Romantasy-Buches ist recht flüssig erzählt, wobei der Sprachstil etwas klischeebehaftet ist, was allerdings auch an der Übersetzung liegen könnte.

Das Thema ist interessant, aber leider wird meiner Einschätzung nach der historische Hintergrund bzw. die entsprechende Stimmung nicht ganz eingefangen, was sowohl die Dialoge als auch das Verhalten der Figuren betrifft.

Die Figuren blieben mir zu sehr typisiert, wenig individuell, weswegen ich mit ihnen leider nicht richtig warm werden konnte. Die Protagonistin, eine bekennende Buch-Liebhaberin, was sie grundsätzlich sympathisch macht ;-), neigt dazu, aus Büchern zu zitieren, was zu anfangs interessant ist, im Laufe des Romans allerdings ein wenig zu stören beginnt.

Die Story an sich ist gut ausgearbeitet, wenn die Figuren und der historische Hintergrund in Folge-Romanen der Autorin authentischer werden, lese ich gerne weitere Romane von ihr.

Geeignet für LeserInnen, die gerne historische Liebesromane mit Vampir-Story gemischt lesen. Wenig geeignet für LeserInnen, die einen „klassischen“ Fantasy-Roman suchen oder z.B. , wie derzeit sehr gefragt, einen paranormalen Plot mit starker Heldin.

Kurz gefasst: Nette Unterhaltung für zwischendurch, die allerdings nicht unbedingt einen bleibenden Eindruck hinterlässt.


Kerstins Bewertung

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London, Viktorianisches Zeitalter
Die russische Prinzessin Angelica Belarow hat eine Begabung, die sie eher als Fluch ansieht: Sie kann Gedanken lesen. Dadurch erfährt sie allerdings viel mehr über ihre Mitmenschen als sie eigentlich möchte. Dies erschwert auch ihre Aufgabe, einen reichen Ehemann zu finden, da die meisten Männer in ihrer Gegenwart nur an das eine denken. Doch dann trifft sie auf den russischen Prinzen Alexander, der über die gleiche Fähigkeit verfügt wie sie.

Alexander ist ein Vampir, und es ist ihm nicht klar, wieso ein bloßer Mensch wie Angelica einen so starken Geist besitzen und Gedanken lesen kann, eine Eigenschaft, die normalerweise Vampiren vorbehalten ist. Immer mehr fasziniert ihn die Schönheit und Intelligenz (und auch Sturköpfigkeit) der Prinzessin, so dass er sich von seinem eigentlichen Ziel ablenken lässt: Er ist nur deshalb nach London gekommen, um den abtrünnigen Vampir Sergej ausfindig zu machen, der Menschen tötet, in der Hoffnung einen blutigen Krieg zwischen Menschen und Vampiren entfachen zu können.

Die Autorin hat hier einen ganz eigenen Vampirmythos geschaffen. Vampire sind eine eigene Rasse, werden nicht geschaffen, sondern geboren, sind nicht unsterblich, sondern werden lediglich deutlich älter als Menschen, sie vertragen Sonnenlicht, vertragen Knoblauch, Kreuze und Weihwasser. Allerdings brauchen sie Blut zum Überleben und besitzen auch schnellere und bessere Reflexe als Menschen. Sie leben nach strengen Gesetzen, die sowohl ihre eigene Sicherheit als auch die der Menschen gewährleisten. Den Blutdurst allerdings können sie nicht besiegen, und so ist ihre einzige Hoffnung die Auserwählte, ein Mensch, mit dem ein Vampir Kinder zeugen kann und der somit die Vampire vor dem Aussterben bewahren kann.
Diese Gedanken fand ich sehr interessant, darüber hätte ich gerne noch mehr erfahren. Leider blieb die Ausarbeitung des Mythos dann aber doch relativ an der Oberfläche.

Mein Hauptproblem hatte ich aber mit den Figuren. Kurz gesagt: Sie blieben mir alle fremd, keine hat mich wirklich berührt (am ehesten noch Angelicas Bruder Mikhail). Bei Dialogen hatte ich oft den Eindruck, mehrere Zeilen überlesen zu haben, da die Diskussion oft in eine völlig andere Richtung ging, die Reaktionen auf diverse Enthüllungen fand ich oft unglaubwürdig. Wenn da stand: „Sie weinte“, dann habe ich es registriert, konnte aber leider nicht mitfühlen (zumal ich meist den Grund für diverse Gefühlsschwankungen nicht nachvollziehen konnte).

Angelica wird als extrem intelligent und gebildet dargestellt. Das merkt man als Leser hauptsächlich daran (neben der ständigen Erwähnung dieser Tatsache), dass Angelica mit Zitaten nur so um sich wirft. Das könnte ja noch amüsant sein, nur leider waren die angebrachten Zitate oft nicht passend. Eher hatte ich den Eindruck, die Autorin versucht krampfhaft mit allen Mitteln witzige Dialoge zu schaffen. Das kann aber natürlich auch an der Übersetzung liegen, in der diese Dialoge vielleicht kohärenter sind und / oder unübersetzbare Wortspiele enthalten.

Etwas irritierend fand ich auch, dass bei jeder neuen Bekanntschaft, die Angelica gemacht hat, diese ihr sogleich das Du und das Nennen beim Vornamen angeboten hat. Im viktorianischen London, in der die Etikette unter allen Umständen gewahrt werden müsste, fiel mir das sehr negativ auf.

Nachdem ich sowieso schon nicht so begeistert von dem Buch war, störten mich noch andere Kleinigkeiten, die ich ansonsten vielleicht überlesen hätte, wie z.B. die falsche Verwendung römischer Ziffern (VVII existiert einfach nicht).


Unsterblich wie die Nacht

Mina Hepsen

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Originaltitel: Under the blood red Moon
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3442469178
Erscheinungsdatum: Januar 2009
Genre: Paranormal

Teil einer Serie

Klappentext

Wenn Vampire zu sehr lieben...
Eigentlich hätte Angelica nichts dagegen, ihre Zeit weiterhin mit ihren geliebten Büchern zu verbringen. Doch seit sie in London ist, muss sie sich in der Gesellschaft zeigen. Aber ihre Gabe, Gedanken lesen zu können, verunsichert sie. Bis sie jemandem begegnet, der sie ohne Worte zu verstehen scheint. Könnte der mysteriöse Aleksandr ihr Seelenverwandter sein? Oder stellt er eine tödliche Gefahr dar? In London gehen plötzlich Gerüchte über grausame Vampire um, und Aleksandrs Name fällt dabei immer öfter...

Quelle: Goldmann

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