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Nicoles Bewertung

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Sidroc Guntersson, dritter Sohn eines mächtigen, aber leider auch sehr grausamen Jarls bekommt von seinem Vater ein Ultimatum gestellt. Entweder sucht er sich innerhalb von sechs Wochen eine Frau, denn die Mutter von Sidrocs neugeborener Tochter starb im Kindbett, oder der Jarl wird das Aussetzen des Kindes veranlassen, da Sidroc in Bälde auf Reisen gehen muss. Sidroc ist überaus geschockt und verärgert ob der Grausamkeit seines Vaters, doch er fügt sich. Sein Weg führt ihn zu Prinzessin Drifa, Tochter einer ehemaligen arabischen Sklavin und des Königs von Stoneheim. Drifa lässt sich zunächst nur zu gerne von dem attraktiven Wikinger umgarnen, denn eigentlich hatte sie schon fast alle Hoffnungen auf einen Gatten begraben.

Doch nachdem sie zufällig ein Gespräch zwischen Sidroc und seinem Kampfgefährten belauscht und dadurch erfährt, dass Sidroc nur eine Mutter für seine Tochter sucht und sich so schnell wie möglich wieder aus dem Staub machen möchte, bekommt sie einen verhängnisvollen Wutanfall, in dessen Folge sie Sidroc mit einem schweren Gegenstand niederschlägt. Sechs Wochen lang liegt Sidroc daraufhin im Koma. Als er erwacht, erfährt er nicht nur zu seiner Trauer, dass die sechs Wochen Gnadenfrist von Seiten seines Vaters abgelaufen sind und seine Tochter sicherlich nicht mehr unter den Lebenden weilt, sondern auch, dass Drifa sich mit ihren weiblichen Familienmitgliedern auf eine Reise begeben hat. Sidroc schwört fürchterliche Rache…

Fünf Jahre später glaubt er endlich am Ziel seiner Wünsche zu sein. Er steht Drifa persönlich in Byzanz gegenüber, denn Drifa hält sich in dieser Stadt auf, um ihre Pflanzenkunde zu vertiefen. Doch Drifa hat keineswegs eine Entschuldigung für ihr Verhalten zu bieten. Sidroc jedoch glaubt ein gutes Mittel zu haben, um seiner ehemaligen Verlobten eine Lehre zu erteilen. Er will sie zu seiner Geliebten machen…

Bereits vor vielen Jahren hielt ich meinen ersten historischen Liebesroman von Sandra Hill in den Händen, da besagtes Buch eine Zeitreiseromance war. Für dieses Genre hege ich ein besonderes Faible, was sich bis heute noch nicht geändert hat.
Zugegeben, Sandra Hill hält sich nicht unbedingt mit zeitgemäßen Ausdrucksweisen auf; so könnten Dialoge der Haupt und Nebenakteure in ihren Büchern durchaus auch der Gegenwart stammen. Außerdem sind alle ihre Wikinger äußerst potente Burschen, die zu gerne mit ihrer männlichen Virilität prahlen, was ihre Heldinnen so manches Mal zur Verzweiflung bringt. Aber gottlob, denn normalerweise gehe ich zu modern geschriebenen Historicals lieber aus dem Weg; legt Sandra Hill auch viel Humor und Warmherzigkeit in ihren Geschichten hinein und wenn man sich auf ihren Humor einlassen kann als Leser, wird man, wie ich, wahrscheinlich ebenso augenzwinkernd über gewisse Übertreibungen oder historische Ungenauigkeiten in Wort oder Tat hinwegsehen. Über Humor lässt sich bekanntlich streiten und so wird Gefallen oder Nichtgefallen meiner Meinung nach davon abhängen, ob man den manches Mal recht derben Humor amüsant findet.

Sehr positiv fand ich das exotische Setting, denn zum größten Teil spielt die Geschichte in Byzanz und somit in recht orientalischen Gefilden, wohin es Heldin und Helden verschlagen hat. Sandra Hill hat mit Sidroc und Drifa zwei eigentlich sehr sympathische Akteure geschaffen. Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis auf Kampfhähnen schließlich Liebende werden, was auch daran liegt, das Drifa lange zögert, ihr Geheimnis Sidroc anzuvertrauen. Die Autorin hat sich, statt auf langsam anbahnende Gefühle zu setzen, für eine raschere Variante entschieden, die über pure sexuelle Anziehungskraft geht.
Zwar fand ich es schon etwas verwunderlich, wie schnell Drifa „ihre Hüllen“ fallen lässt, doch in Anbetracht ihres für damalige Verhältnisse recht fortgeschrittenes Alters, mag man der Autorin diesen Punkt verzeihen.

Kurz gefasst: „Die Verführung des Wikingers“ ist ein amüsanter, netter Zeitvertreib und wartet zudem mit einer abenteuerlichen Story nebst exotischen Setting auf. Allerdings fand ich, trotz der Tatsache, dass dieser Roman mir im Großen und Ganzen gefallen hat, dass er leider nicht ganz an die grandiosen Zeitreise-Wikinger-Romances wie etwa „In den Armen des Wikingers“ oder „Die Zähmung des Wikingers“ heranreicht.


Die Verführung des Wikingers

Sandra Hill

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Originaltitel: The Norse King’s Daughter
Verlag: Bastei LÜbbe
ISBN: 978-3404170166
Erscheinungsdatum: Juli 2014
Genre: Historischer Liebesroman

Klappentext

Männer! Elende Idioten! Vor allem diese Wikinger! Prinzessin Drifa schäumt vor Wut, als sie erfährt, dass ihr Verlobter Sidroc sie nur ihres Geldes wegen heiraten will - und weil er eine Mutter für sein Kind braucht. Ihm einen Tonkrug an den Kopf zu werfen, kommt ihr da noch als milde Strafe vor. Sidroc hingegen findet ihre Reaktion völlig übertrieben - und hegt schon bald verführerische Rachepläne ...

Quelle: Bastei LÜbbe

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