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Nicoles Bewertung

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Seitdem auch ihr Vater durch einen Unfall ums Leben kam, lebt die junge Frau Dee Swann allein und bescheiden in einem kleinen Farmhaus am Angel Creek. Doch ihr Land wird heiß begehrt, denn die größeren Ranchen in der Umgebung benötigen in Dürreperioden jeden Tropfen Wasser und der wäre ihnen nur durch eine weitere Wasserstelle sicher. Sowohl Kyle Bellamy als auch Lucas Cochran sind zwei reiche Ranchbesitzer, die wissen was sie wollen und es normalerweise auch stets bekommen. Doch an Dee beißen sie sich die Zähne aus. Während Kyle, nachdem Dee seinen Heiratsantrag abgelehnt hat auf Rache sinnt, ist Lucas vor allem neugierig auf die unabhängige Frau, die ihn bis aufs Blut reizt und höllisch schießen kann. Er sucht immer wieder Dees Nähe, obwohl diese ihm klar zu verstehen gibt, dass sie seine Hilfe und Freundschaft nicht will. Erst als sie bei der Arbeit vom Heuboden stürzt, lässt sie sich von Lucas helfen, doch seine Annäherungsversuche und seine heißen Küsse machen sie nervös und unsicher. Solche Gefühle hatte sie bislang noch nie für einen Mann und vor allem kommen sie völlig ungelegen, denn Dee hat sich geschworen allein zu bleiben, damit sie ihre Unabhängigkeit niemals verliert. Mit ihrer Einstellung bringt sie sich jedoch in große Gefahr…

Nachdem ich vom ersten Teil der WildWest Serie „Eiskaltes Feuer“ (OT: Lady of the West) so begeistert war, denn momentan sind Wildwest Romances leider Mangelware, habe ich mich schon sehr auf „Am wilden Fluss“ gefreut, da in diesem Historical von Linda Howard gleich zwei junge und sympathische Frauen jeweils ihre große Liebe finden. Beide könnten gegensätzlicher nicht sein:

Die eine, Dee, musste bereits in jungen Jahren zwei Schicksalsschläge verkraften, wobei ihr nur die kleine Farm geblieben ist auf der sie lebt und die sie mit viel Liebe bewirtschaftet. Ihr ist es mit Durchhaltevermögen und Mut gelungen, sich ohne Mann einen Platz im Leben zu erkämpfen – allerdings will sie auch keinen Mann um sich haben, weil sie nach dem Tod ihrer Eltern Verlustängste besitzt. Dees Freundin Olivia ist die einzige Tochter und Augapfel reicher Eltern, die sie gerne mit Lucas Cochran verheiratet sehen würden. Doch obwohl Lucas im Begriff steht, Olivia den Hof zu machen, weiß diese jedoch ganz genau, dass er nicht der Richtige für sie ist. Zudem schreckt sie seine Dominanz ab. Als Olivia jedoch Kyle Ballamys Mitarbeiter Luis Fronteras begegnet, keimen zärtliche Gefühle für den attraktiven Mexikaner in ihr auf. Doch sie befürchtet, dass ihre Eltern ihr eine Ehe mit Luis nicht erlauben werden.

Während ich Luis sehr sympathisch fand, der recht behutsam mit Olivia umgeht, hatte ich dagegen arge Probleme mit Lucas, denn er ist nicht nur ein Alpha-Held wie er im Buche steht, sondern dazu auch leider wie seine Artgenossen in typischen 80er Jahre Liebesromanen gestrickt. Will sagen, er ist überdominant, lässt keine andere Meinung gelten als die seine, meint Dee in allen Belangen bevormunden zu müssen und was noch schwerwiegender war, er drängt sich ihr auf, obwohl sie ihm sagt, dass sie ihn nicht will. Negativer Tiefpunkt war für mich dabei die Entjungferungsszene, in der Lucas noch davon angetörnt wird, dass Dee sich unter ihm wehrt. Zugegeben, ich mag ab und an gerne Liebesromanhelden, die ein wenig machohafter gestrickt sind, doch bei der Entwicklung dieses Helden ist die Autorin meiner Meinung nach weit über ihr Ziel hinausgeschossen und ich konnte zu keinem Zeitpunkt einen Zugang zu Lucas finden, den ich fürchterlich unsympathisch fand.
Man nimmt ihm seine Gefühle für Dee einfach nicht ab, denn eine ganze Zeit lang sucht er einfach nur seine sexuelle Befriedigung, die er auf Biegen und Brechen mit Dee finden will.

Abgesehen davon habe ich mich ein wenig durch den Roman quälen müssen, der erst gegen Ende ein wenig an Fahrt aufnimmt und spannend wird, als Dee auf ihrer Farm überfallen wird. Ein weitere Grund für meine sehr gemischten Gefühle was diesen Historical angeht, ist die Art wie dieser Roman geschrieben wurde. Ich habe schon einige Romane von Linda Howard gelesen, doch dieser hier wartet stellenweise mit einer sehr ordinären, derben Ausdrucksweise auf was die Liebeszenen angeht und vor allem geht durch den modernen, sehr einfachen Schreibstil jegliches historisches Flair verloren (wobei ich nicht weiß, ob es an der Übersetzung liegt, oder auch schon beim englischen Original so ist) . Man hat fast das Gefühl, als lese man einen dünnen Heftroman; alles wirkt seicht, schablonenhaft und zumindest die Männer, die um Dees Gunst buhlen sind konturlos und nach Schema F gestrickt.

Kurz gefasst: Ein Historical der eigentlich keiner ist- weder ist historisches Flair vorhanden, noch wurde ich mit dem Helden dieses Romans warm. Nur für eingefleischte Fans von Linda Howard zu empfehlen, die keine Probleme mit überdominanten Alpha Helden haben.


Am wilden Fluss

Linda Howard

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Originaltitel: Angel Creek
Verlag: Mira
ISBN: 978-3862783410
Erscheinungsdatum: Juli 2012
Genre: Historischer Liebesroman
 
Teil einer Serie: Western Ladies

Klappentext

Die schöne Dee Swann hat früh gelernt, sich aufdringliche Verehrer vom Leib zu halten. Allein lebt sie am Angel Creek, der dem Tal das nötige Wasser beschert. Kaum einer im Ort, der nicht sie und ihr Grundstück begehrt! Und eine Ehe? Davon will sie nichts wissen. Ganz anders als ihre Freundin Olivia, die bald schon den Rancher Lucas Cochran heiraten wird. Doch dann stürzt Dee schwer. Zum ersten Mal ist sie wehrlos. Und zum ersten Mal muss sie einen Mann ganz nah an sich heranlassen. Denn ausgerechnet Lucas findet sie. Seine Hände auf ihrer Haut, als er Dee vorsichtig untersucht, wecken eine nie gekannte Leidenschaft. Lucas und sie - unmöglich. Lucas und sie - unaufhaltsam und mitreißend wie wildes Wasser...

Quelle: Mira

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