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Nicoles Bewertung

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Angie Powell ist Wildnis-Führerin mit Leib und Seele, doch leider hat sich ihr Vater, der ihr Unternehmen zuvor führte, finanziell übernommen, so dass ihr keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als ihr Haus zu verkaufen und fortzuziehen um an einem anderen Ort neu anzufangen. Einem Ort, wo sie als einzige Führungen durch die Wildnis anbietet und wo es keinen attraktiven Dare Callahan gibt, der mit seinem rauen Charme, einem coolen Namen und Auftreten, seiner geballten Männlichkeit und nicht zu vergessen, seiner top designten Webseite, zahlreiche Kunden anlockt.

Ausgerechnet mit Dare hatte Angie vor Jahren ein Date, doch irgendwie fanden die Kampfhähne nie zusammen und auch die momentane Situation macht gegenseitige Sympathie eigentlich unmöglich, denn Dare macht Angie ein Angebot für ihr Haus und zwar 30000 Dollar unter dem angestrebten Verkaufswert. Wieder einmal gehen beide im Zorn auseinander. Darum ist Dare nicht wirklich begeistert, als er von Angies Mitarbeiter heimlich darum gebeten wird, ein Auge auf Angie zu haben, die eine Tour mit zwei männlichen Kunden in die Wildnis geplant hat.
Das Bauchgefühl von Angies Mitarbeiter erweist sich als goldrichtig, denn einer der beiden Männer entpuppt sich als Mörder, der nicht nur seinen Kollegen mit einer Schusswaffe aus dem Wege räumt, sondern auch Angie, die Augenzeugin des Mordes töten will. Kann Dare Angie rechtzeitig zur Hilfe eilen, oder wird sie am Ende ein weiteres Opfer des Mörders bzw. eines mordlustigen Bären, der ebenfalls auf Beutezug durch die Wälder streift?

Früher einmal standen Linda Howards Bücher für hochspannende und hocherotische Romantic Suspense Literatur und auch ich habe einige Linda Howard Romane in meinem Regal stehen, wie etwa „Süße Hölle“ oder „Auch Engel mögens heiß“ zum Beispiel.

Doch in den letzten Jahren musste ich für meinen Teil feststellen, dass Linda Howards Bücher nicht mehr so spritzig und packend rüberkommen, wie früher. Selbst wenn immer noch bei mir die Devise gilt „Auch ein schlechter Howard ist immer noch besser, als so manch anderer Roman“, bin ich nun an dem Punkt angelangt, an dem ich mir ernsthaft überlege, ob ich der Autorin auch weiterhin lesetechnisch gesehen die Treue halten werde, denn „Lauf, so schnell Du kannst“, entpuppte sich wieder mal als ziemlich belangloses, über weite Strecken unglaublich langweiliges Buch in dem selbst das Heldenpaar keine großartigen Sympathiepunkte mehr bei mir sammeln konnte. Und das, obwohl viele Rezensenten in den USA so euphorische Meinungen zum Buch hatten, die man auf diversen Verkaufsportalen findet. Ein Grund mehr für mich, diesen nicht wirklich mehr zu vertrauen.

Dare Callahan mag ja durchaus das Herz am rechten Fleck haben, doch abgesehen davon, dass er wie typische Howard Helden halt vor Testosteron nur so platzt, findet man seine knorrige, kantige Art leider nur zu häufig in anderen Helden wieder. Dare ist sehr stereotyp gezeichnet, viel über seine innere Gedankenwelt erfährt man leider nicht, außer, dass er Angie zwar unglaublich nervig aber „rattenscharf“ findet, was keine große Überraschung darstellt. Als nervig empfand aber auch ich Angie, die sich lieber selbst bemitleidet, als die Initiative zu ergreifen. So verflucht sie es etwa, nicht so einen coolen Namen zu tragen wie Dare, der sich auf ihrer veralteten Webseite besser machen würde, als ihr Name und gibt Dare die Schuld dafür, dass ihr Unternehmen den Bach runter gegangen ist- anstatt die Schuld bei ihrem Vater zu suchen.

Zumindest ist Angie relativ taff, das muss man der Romanheldin zugestehen, doch ans Leserherz wachsen konnte sie mir dadurch auch nicht.
Bis zu dem Zeitpunkt nach dem Mord, als Angie vor dem Mörder flüchtet, fand ich die Handlung dennoch sehr spannend gestrickt. Der mordende Bär verlieht dem Ganzen noch eine zusätzliche packende Note (auch wenn die Autorin meiner Meinung nach gut und gern darauf hätte verzichten können, dem Leser die Gedankenwelt des Bären vermitteln zu wollen) doch dann folgt ein abrupter Schnitt, an dem sämtliche Spannung die zuvor aufgebaut wurde, zugunsten der sich anbahnenden Love Story zwischen Dare und Angie, auf Eis gelegt wurde.
Und obwohl so mancher Dialog zwischen dem Paar durchaus Erinnerungen an „den alten“ Linda Howard Schreibstil in mir wecken konnte, musste ich mich regelrecht zwingen weiterzulesen, da in Sachen Suspense-Handlung einfach die Luft raus war.

Zumal der Killer, vor dem Angie flieht, nicht wirklich überlegt und clever agiert. (auch wenn er sich für wahnsinnig clever hält) Und man ihn als Leser daher für keine unüberwindbare, ernstzunehmende Hürde ansehen kann. Das Showdown gegen Ende des Romans wartet dann noch mal kurz mit gewissen Spannungselementen auf, doch konnte es die Story leider in meinen Augen nicht mehr retten. Den Rest hat mir dann, der auf mich sehr uninspiriert und nüchtern wirkende Epilog gegeben, der so lieblos dahingeschrieben scheint.

Kurz gefasst: Auf mich sehr uninspiriert wirkender, leider ziemlich belangloser Romantic Suspense mit wenigen Spannungselementen, wirklich nur Etwas für eingefleischte Fans der Autorin!


Lauf, so schnell du kannst

Linda Howard

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Originaltitel: Prey
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3802592270
Erscheinungsdatum: Oktober 2013
Genre: Romantic Suspense

Klappentext

Angie Powell führte einst ein erfolgreiches Unternehmen, indem sie Touren durch die Wildnis anbot – bis Kriegsveteran Dare Callahan auftauchte und ihr Konkurrenz machte. Als Angie ein letztes Mal mit einem Klienten unterwegs ist, beobachtet sie einen kaltblütigen Mord und muss vor dem Killer fliehen. Ausgerechnet Dare ist zur Stelle, um ihr zu helfen, und Angie muss sich eingestehen, dass sie seinem raubeinigen Charme immer mehr verfällt.

Quelle: Lyx

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