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Nicoles Bewertung

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Avery Murray (Tochter von Nigel & Gisele / Die Ehre des Highlanders) und ihre Cousine Gillyanne Murray ( Eric & Bethia Murray/ Unter dem Schutz des Highlanders) befinden sich in Frankreich bei Verwandten von Averys Mutter, als sie von Mitgliedern der DeVeau- Familie überfallen und gefangen genommen werden. Da jemand noch eine alte Schuld bei Cameron MacAlpin zu begleichen hat, der dem DeVeau Clan zusammen mit seinen Mannen als Söldner dient, bietet er Cameron, Avery und Gillyanne, als Geiseln an.

Cameron ist zunächst froh, die beiden Frauen zu bekommen, denn er braucht sie als Druckmittel, um Averys Bruder Sir Payton dazu zu zwingen, Camerons schwangere Schwester Katherine zu ehelichen. Katherine behauptet nämlich, Payton hätte sie vergewaltigt und schwanger zurückgelassen. Dazu plant Cameron, Avery ebenfalls zu entehren und sie in Schande zurück zu ihrer Familie zu schicken, als Genugtuung für die Schmäh, die Averys Bruder Katherine antat.

Doch gleich von Anfang an besteht zwischen Avery und Cameron, der nach einer herben Enttäuschung schon seit drei Jahren enthaltsam lebt, eine sexuelle Spannung. Obwohl Avery Cameron dafür verachten möchte, dass er sie und ihre Cousine als Geiseln hält und sie entehren will, spürt sie, dass Cameron im Grunde seines Herzens ein guter Mensch ist und verliebt sich in ihn.

Als sie ihn und seinen Clan vor einen Hinterhalt warnt, wird Cameron von Gewissensbissen heimgesucht, versucht sich zurückzuhalten und seinen ursprünglichen Plan zu überdenken. Doch Avery will ihn mittlerweile unbedingt in ihrem Bett haben, versucht Cameron, der mit Frauen bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht hat, aus der Reserve zu locken und treibt ihn auf dem Weg zurück nach Schottland zu Camerons Besitz, mit ihren Verführungskünsten fast in den Wahnsinn. Wird sie ihn davon überzeugen können, dass sie ihm in Liebe zugetan ist und wird sich auch das Rätsel um Sir Paytons angebliche Vergewaltigung und Vaterschaft eines noch ungeborenen Kindes aufklären?

Im neusten Band um den Murray- Clan von Hannah Howell, erfährt man nun die Geschichte über Avery, der Tochter von Nigel & Gisele aus dem Roman “ Die Ehre des Highlanders“. Eigentlich hat jede Autorin einen eigenen Schreibstil und man kann sich als Leser immer sehr gut daran orientieren, ob einem dieser Stil liegt, oder nicht. Doch bei Hannah Howell gilt diese Regel meiner Meinung nach nicht. Ich habe mittlerweile schon einige ihrer Romances, die in Deutschland erschienen sind gelesen und bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich ihre Bücher geraten sind. Diese Aussage von mir ist nicht unbedingt abwertend gemeint, allerdings sollten die Leser unter Euch gewarnt sein, die eher tiefgründigere, ernstere Liebesromane mögen, denn dieser Roman ist völlig anders geraten, als Vorgängerbände der Autorin.

Fast hatte ich das Gefühl, ich halte einen historischen Liebesroman von Kinley MacGregor, Sandra Hill oder Lynsay Sands in Händen, denn für meinen Geschmack ist der Schreibstil sehr modern und der Plot leider leicht unrealistisch geraten. Zudem hatte ich schon anfangs arge Probleme damit, mir vorzustellen dass eine Frau von einem Mann fasziniert sein soll, der plant sie zu entjungfern, das Ereignis öffentlich zu machen und dann in Schimpf und Schande zurück zu ihren Eltern zu schicken.

Gut, die Figur des Cameron ist sehr sympathisch beschrieben und man ahnt schnell (durch bestimmte Gesten, Dinge und Zugeständnisse die der Held dieses Buches der Heldin macht) dass Cameron seinen ursprünglichen Plan niemals in die Tat umsetzen wird, doch es hinterließ bei mir einen leichten bitteren Nachgeschmack beim Lesen (genau wie auch Camerons leicht schwerfällige Art und sein langes Zögern, bis er Avery endlich vertraut) und führte zu einem kleinen Punktabzug.

Die Heldin handelt zwar in manchen Situationen TSTL; so zum Beispiel, als sie einen Fluchtversuch ohne Pferd startet, der niemals klappen kann und sie eher in Gefahr bringen wird, doch sie hat ein humorvolles, sympathisches Wesen und eine gehörige Portion Mut, so dass man ihr das Ein oder Andere kopflose Handeln als Leser gerne verzeiht. ;-) Die eigentlichen Helden dieses Buches sind aber auf jeden Fall Gillyanne, Averys schlagfertige, freche Cousine und Leargan, Camerons Cousin, der im oftmals gehörig die Leviten liest und einen schönen, hintersinnigen Humor hat. Oft habe ich kichern müssen, bei gemeinsamen Dialogen zwischen Cameron und Leargan.

Hannah Howells „Der Zorn des Highlanders“ ist zwar kein Liebesroman- Meilenstein und kein absoluter Keeper, den ein jeder in seinem Bücherregal stehen haben muss, brilliert noch nicht einmal durch eine schöne, der Zeit angepassten Ausdrucksweise (das Buch spielt um 1458) , jedoch ist er unterhaltsam und humorvoll, wenn man seine üblichen Ansprüche die man an einen historischen Liebesroman hat, ein wenig herunterschraubt. Zudem haben die Romanfiguren das Herz am rechten Fleck und ich habe mich trotz einiger kleiner Schwächen, die das Buch hat, sehr gut beim Lesen amüsiert.

Kurz gefasst: Witziger, beschwingter historischer Liebesroman für Zwischendurch - genau der richtige Lesestoff für historische Liebesromaneinsteiger und Leser, die humorvolle, leichte Romances mögen.


Der Zorn des Highlanders

Hannah Howell

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Originaltitel: Highland Knight
Verlag: Weltbild
ISBN: 978-3868000085
Erscheinungsdatum: September 2008
Genre: Historischer Liebesroman

Teil einer Serie: Nurray Familie

Klappentext

Auf einem Beutezug gelangt eine goldhaarige Schönheit in die Gewalt von Cameron MacAlpin. Das Mädchen stellt sich als Avery Murray heraus- die Schwester von Camerons Todfeind Payton Murray. Der Ehrenkodex seines Clans verbietet es Cameron, sein Herz an eine Murray zu verlieren. Doch bald stellt er fest, dass die glühende Leidenschaft, die Avery in ihm entfacht, sie beide zu verbrennen droht...

Quelle: Weltbild

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