Rezensionen

Kas Bewertung 05 Sterne.png

Jillian Cardiff hat sich nach einem Dämonenangriff, den sie vor einem Jahr nur mit Mühe überlebt hat, zurückgezogen in die Berge von Colorado. Dort lebt sie auf der alten Farm ihrer inzwischen verstorbenen Eltern, mehr schlecht als recht. Doch sie braucht diese Isolation, seit dem Angriff der Seelenschänder. Eines Tages ist sie im höchsten Winter mit ihrem Zugpferd unterwegs um Brennholz zu holen, als sie auf einen Fremden trifft, der nackt unter einer Schneewehe liegt. Reseph ist furchtbar kalt, als er eines Tages erwacht, um sofort wieder in einen Dämmerschlaf zu fallen. Was er nicht weiß ist, dass ihn Jillian aus einer Schneewehe gezogen, auf den Schlitten gezerrt und ihn nach Hause, in ihr Bett gebracht hat. Als er erneut aufwacht, muss er feststellen, dass er nichts mehr weiß. Das seine Vergangenheit wie ein reines weißes Bettlaken vor ihm liegt.

Die Leser der "Lords of Deliverance"-Reihe wissen, dass Reseph im dritten Teil "Thanatos" von Reaver, dem himmlischen Berater der apokalyptischen Reiter, aus der Hölle gerettet wurde. Damit Resephs Geist in Ruhe von den Gräueltaten genesen kann, die er in Pestilence Namen begannen hat, löscht Reaver sein Gedächtnis. Denn die Umstände erfordern es, dass Reseph so schnell wie möglich geistig gesund wird. So fädelt er es geschickt ein, dass Jillian - die ebenfalls gesunden muss - ihn im Schnee findet.

Wow. Was für eine Geschichte! Larissa Ione hat es wunderbar verstanden, das Gefühlschaos, in dem sich Reseph befindet darzustellen. Denn selbstverständlich erhält er sein Gedächtnis wieder und die Qualen, die er sich selbst zufügt, als ihm bewusst wird was er - besser gesagt Pestilence - seiner Familie und der Menschheit angetan hat - sind immens. Jillian, die selbst gezeichnet ist, ist wie ein rettender Anke im Leben von Reseph. Gefühlvoll beschreibt Larissa Ione, die Angst der beiden, doch auch, wie sich ihre Schwächen allmählich in Stärken wandeln.

Der geneigte Leser erfährt mehr über die Eltern der vier apokalyptischen Reiter und auch die Rolle, die Harvester spielt, wird endlich beleuchtet und man leidet - ob man will oder nicht - mit ihr mit. Denn auch sie ist nur ein kleiner Stein auf einem großen Spielfeld. Das Puzzle, das Larissa Ione schon zu Anfang für den Leser bereit gestellt hat, fügt sich allmählich zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Humorvoll, spannend teilweise sehr aggressiv und blutig, findet die vierteilige Reihe ein fulminantes Ende. Natürlich freue ich mich schon sehr auf die Geschichte von Reaver und Harvester, die ja bereits auf Englisch erschienen ist. Ich hoffe sehr, dass sie ebenfalls übersetzt wird. 5 sehr zufriedene Punkte.

Kurz gefasst: Absolut lesenswertes Ende einer komplexen, spannenden, sexy paranormalen Reihe, in der Larissa Ione wieder einmal bewiesen hat, dass sie den Leser wunderbar zu unterhalten versteht.

Chris' Bewertung 05 Sterne.png

In einer kalten Winternacht findet Jillian Cardiff unweit ihres Farmhauses einen nackten Fremden. Auch wenn sie ihn nicht kennt, nimmt sie ihn mit in ihr Haus und rettet ihm so das Leben. Der Fremde, der sich Reseph nennt, sieht unglaublich gut aus. Allerdings hat er keine Ahnung wer er ist und weiß noch weniger wie er vor Jillians Haus gelandet ist. Jillian, die noch immer durch einen Vorfall in der jüngeren Vergangenheit traumatisiert ist, will den Fremden jedoch loswerden und bringt ihn dort in die Stadt. Sie lässt Reseph in der Obhut der Polizei zurück.

Doch so schnell wird sie ihn dann doch nicht los, denn Reseph taucht wieder bei ihr auf und will bei Jillian bleiben. Widerwillig, aber auch mit einem mulmigen Gefühl stimmt sie zu. Brutale Übergriffe haben sich in der Nachbarschaft ereignet und vielleicht ist es ja auch Reseph, der möglicherweise ein Gewaltverbrecher ist. Wie nahe Jillian mit ihrer Vermutung kommt, klärt sich dann jedoch wenig später auf. Denn plötzlich stehen die drei übrigen apokalyptischen Reiter vor der Haustür und offenbaren Reseph wer er wirklich ist.

Reseph, dessen Erinnerungen an die furchtbaren Taten Pestilences genommen wurden, bricht unter der Last der Erinnerungen, Schuld und Gefühle zusammen. Seine Geschwister können nicht zu ihm durchdringen; genauso wenig wie der Engel Reaver. Also bittet man Jillian um Hilfe, die inzwischen sehr an Reseph hängt. Auch wenn sie seine Taten ängstigen und sein Verhalten sie immer wieder verletzt. Und doch hilft sie ihm. Dabei hat auch der gefallene Engel Harvester die Hände im Spiel. Doch kann man Harvester wirklich trauen?

Was für ein fulminanter Abschluss dieser Reihe! Wobei das Ende ja noch hinausgezögert wurde. Schließlich gibt es noch weitere Teile, doch für den Moment ist die Apokalypse abgesagt. In den vergangenen Büchern hat Reseph aka Pestilence beim Leser ja schon den schlechtestmöglichen Eindruck hinterlassen und entsprechend skeptisch bin an diesen vierten Teil herangegangen. Aber durch seine Amnesie zeigt sich Reseph wie er wirklich ist, wenn er nicht unter dem Einfluss von Pestilence steht und das Ende der Welt einläuten will.

Jillian ist eine tolle Protagonisten, die zwar eine schlimme Vergangenheit hat, aber auch viel Mut beweist. Und sie hat ein wahnsinnig großes Herz, das sie dem Leser einfach schnell ans Herz wachsen lässt. Während Reseph also eine Weile mit gelöschter Festplatte durch die Gegend stolpert, schläft das Böse nicht. Und es offenbart sich schlussendlich wer der wahre böse Engel ist und mit wem dieser unter einer Decke steckt. Außerdem wird das Geheimnis um den Vater der apokalyptischen Reiter offenbart und mit Revenant bekommen die Reiter ein neues Helferlein zur Seite gestellt. Allerdings ist dieser Engel wenig freundlich und schon gar nicht auf den Mund gefallen!

Dazu gibt es auch noch ein Wiedersehen mit den anderen apokalyptischen Reitern, ihren Familien und den Dämonenbrüdern samt Anhang. Ein wirklich fulminanter und spannender Teil, bei dem sich viele Rätsel lösen und neue Fragen auftun!

Kurz gefasst: Ein Hochgenuss!