Rezensionen

Kas Bewertung 04 05 Sterne.png

Thanatos bebt vor Zorn. Er fühlt sich von Regan, die ihm die Jungfräulichkeit geraubt hat und dann vor ihm geflohen ist, hintergangen und bloßgestellt. Bis dato glaubten er und seine Geschwister, dass er selbst - bzw. seine Jungfräulichkeit - sein Agimortus, also das Siegel wäre. Wird das Siegel gebrochen, bricht das Ende der Welt an und der Kampf zwischen Gut und Böse beginnt. Nur dass diese Vermutung falsch war. Nicht Thanatos Jungfräulichkeit ist das Siegel, sondern das Kind, das er zeugen wird. Nur eines weiß er noch nicht, als er sich bösartig auf die Suche nach Regan macht …

Regan ist hochschwanger. Das Kind, das sie empfangen hat, als sie vor vielen Monaten Thanatos Jungfräulichkeit "gestohlen" hat, wächst und gedeiht in ihrem Leib, jedoch nicht ohne Komplikationen für Regan selbst. Sie bereut zutiefst, zu was sie sich, in jener Nacht auf Geheiß ihrer Gruppe, der Aegis, überreden hat lassen, nämlich Thanatos zu verführen. Wenn sie könnte, würde sie es rückgängig machen. Doch eines Nachts bricht das Chaos im Aegis-Geheimquartier aus, als Thanatos kommt um Regan zu "beseitigen". Was er nicht weiß ist, dass sie von ihm im achten Monat schwanger ist …

Larissa Ione hat es auch in diesem dritten Teil der "Lords of Deliverance" verstanden, den Leser auf sehr spannende, teils humorige Art und Weise zu unterhalten, was nicht zuletzt an ihrem locker-flockigen Schreibstil liegt. Was mich ein wenig störte, war jedoch die Darstellung von Thanatos selbst. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden, hatte er etwas weniger Intensität und Farbe. Was nicht heißt, dass er langweilig war, mitnichten, doch ich hatte mir etwas mehr von ihm versprochen. Zudem war er - als er Regan zurück in seine Burg schleppte - noch von heftigem Zorn zerfressen, der sich allerdings für meinen Geschmack etwas schnell legte. Das wirkte etwas zu hastig. Schließlich hatte er seine Abneigung gegen Regan lange Monate genährt!

Abgesehen davon, hat Larissa Ione eine lesenswerte Fortsetzung der Apokalyptischen Reiter geschrieben, in der Thanatos und Regan alles daran setzen, ihren gemeinsamen Sohn vor Reseph, über den Pestilence auf grausame Art und Weise die Kontrolle übernommen hat, zu schützen. Sollte Reseph es schaffen, das Kind zu töten, wird die Welt in ungeahntes, dämonisches Chaos stürzen. Zudem erfolgt ein Verrat von einer Seite, von der man das nicht vermutet hätte! 4,5 Lesepunkte für "Thanatos" und ich freue mich sehr auf Reseph!

Kurz gefasst: Spannende, teils blutige, lesenswerte Fortsetzung einer tollen paranormalen Reihe. Larissa Ione kann beim Lesen begeistern.

Chris' Bewertung 04 Sterne.png

Thanatos, einer der vier Apokalyptischen Reiter, ist stinksauer. Und das zurecht. Eine Dämonenjägerin hat ihn hereingelegt, ihn hintergangen und seine Geschwister Ares und Limos haben ihn mit Hilfe von Dämonen für eine lange Zeit außer Gefecht gesetzt. Doch jetzt ist Thanatos entkommen und will Regan zur Rechenschaft ziehen. Allerdings staunt er nicht schlecht, als er die attraktive Kämpferin der Aegis schwanger vorfindet. Sie trägt sein Kind unter dem Herzen. Das Kind, von dem nun erwartet wird, dass es die Apokalypse aufhalten wird. Gesetz dem Fall, Reseph (der vierte und böse Bruder) bekommt das Kind nicht in seine Finger.

Regan, die geschützt im Aegis Hauptquartier lebt, bereitet sich auf die Geburt ihrer Kindes vor. Jedoch hat sie nicht vor es zu behalten, da sie sich nicht als Mutter fühlt. Außerdem hat sie qualifizierte und clevere Pflegeeltern für den kleinen Jungen ausgesucht. Doch bevor sie ihr Kind bekommt, taucht Thanatos plötzlich im Hauptquartier auf und entführt Regan in seine eisige Festung. Dort soll sie bis zur Geburt bleiben und dann soll sie für die letzten Monate büßen. Doch auch wenn Regan sich gegen Thanatos wehrt und durchaus ein schlechtes Gewissen wegen ihres Verhaltens ihm gegenüber zeigt, wird sehr schnell klar dass da noch mehr zwischen ihr und Thanatos ist.

Das merkt auch Thanatos sehr schnell, auch wenn er noch immer getrieben von Hass und Rache ist. Doch sie haben auch noch ganz andere Probleme. Thanatos’ Vergangenheit und seine Untaten rücken stärker in den Vordergrund. Außerdem ist da noch Reseph, dessen Siegel gebrochen ist und der Regan und das Kind töten will. Und dann beginnt es auch noch in der Aegis zu rumoren. Schon bald sind Freund und Feind nicht mehr so klar zu unterschieden. Selbst unter den Engeln scheint sich so manch faules Ei zu befinden!

Obwohl ich nur schwer in die Geschichte hineingefunden habe, war es eine würdige Fortsetzung. Nach ein paar Längen, nimmt die Geschichte ziemlich an Fahrt auf und oft werden Fragen mit neuen Fragen beantwortet. Der Grundplot wird natürlich fortgeführt und man fiebert dem Höhepunkt der Geschichte hin. Jedoch ergeben sich immer wieder neue Fragen und Probleme, deren Lösung wohl erst in den nächsten beiden Bänden um Reseph und Reaver zu finden sind.

Die Protagonisten der Geschichte sind ja nicht unbekannt – schließlich hatten sie schon einen gewichtigen Anteil in den vorherigen Teilen. Allerdings sind sie nicht ganz so sympathisch bzw. ihr Verhalten auch nicht ganz so nachvollziehbar wie erwartet. Vor allem mit Thanatos kam ich phasenweise nur schwer zurecht. Dafür darf man sich über ein Wiedersehen mit den Dämonenbrüdern und den anderen mythischen Protagonisten, die alle ihr eigenes Süppchen zu kochen scheinen, freuen.

Kurz gefasst: Gewohnt spannend und dämonisch gut!