Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Dorcas Slythe, Tochter von Matthew Slythe, einem strengen Puritaner, wächst in einem freudlosen Elternhaus auf. Ihre optische Schönheit, ihre aufgeschlossene Art und ihr freundliches, fröhliches Wesen missfallen dem gläubigen Vater sowie auch ihrem Bruder, dem verkrüppelten Ebenezer. Ebenezer beneidet Dorcas über alle Maßen und lässt keine Gelegenheit aus, um seiner schönen Schwester das Leben schwer zu machen und sie bei ihrem Vater anzuschwärzen.

Eine günstige Gelegenheit bietet sich ihm, als er Dorcas eines Tages beim heimlichen Nacktbaden im See erwischt. Erschwerend hinzu kommt, dass Dorcas beim Baden von einem weiteren Mann beobachtet wird, der sich allerdings kurz darauf zu erkennen gibt. Toby Lazen, ein Adeliger, ist überaus fasziniert von der jungen Frau und nachdem sie sich schamhaft angekleidet hat, führen beide eine unschuldige Unterhaltung. Die beiden verabreden sich, doch Dorcas kann diese Verabredung nicht einhalten, weil sie für ihr, laut des Vaters Worten; hurenhaftes Verhalten, von ihm verprügelt und bestraft wird.

Einige Zeit später, Toby Lazen ist mittlerweile schon längst in London, sucht ein ebenso frömmelnder Puritaner wie ihr Vater, Dorcas Elterhaus auf- Samuel Scammell entpuppt sich als Bewerber um Dorcas Hand und ihr Vater zwingt ihr diesen Mann trotz ihrer anfänglichen Weigerung, als Verlobten auf. Dorcas ist verzweifelt, sind ihr doch die Hände gebunden und alle Hoffnung, Toby, den jungen Mann in den sie sich auf den ersten Blick verliebt hat, wiederzusehen, scheinen dahin zu sein.

Doch kurz vor der Hochzeit stirbt ihr Vater plötzlich und als Dorcas von ihrem Verlobten erfährt, dass sie durch einen geheimnisvollen Bund, der vor vielen Jahren geschlossen wurde, reich sei, versucht sie, mittlerweile neugierig geworden, mehr darüber herauszufinden. Wichtig scheint ihrem Bruder und Scammell vor allem ein Amulett; ein Siegel, zu sein, dass ihr Vater irgendwo im Haus versteckt hat. Dorcas gelingt es schließlich dieses Siegel zu finden und aus Briefen, die sich ebenfalls in dem Versteck befinden, geht hervor, dass sich die meisten Antworten auf ihre Fragen wohl nur in London aufklären lassen und so fasst Dorcas den kühnen Plan, ihrem Verlobten und ungeliebten Bruder zu entfliehen.

In London angekommen, kommt sie jedoch nicht nur ihrem Anliegen ein Stückchen näher und trifft Toby wieder. Ihre Ankunft setzt auch eine Reihe von negativen Ereignissen in Gang, die Dorcas, Toby und auch Tobys Familie in Lebensgefahr bringen, denn in London befindet sich außerdem ein geldgieriger, skrupelloser Widersacher, der ebenfalls von dem geheimnisvollen Bund weiß, eine große undurchsichtige Rolle darin spielt und Dorcas Vermögen an sich reißen will. Doch dazu braucht er um jeden Preis das Siegel. Als es ihm mit Hilfe eines machthungrigen Priesters und Dorcas grausamen Bruder Ebenezer gelingt, Dorcas in seine Gewalt zu bringen, ihr durch eine verleumderische Intrige einen Mord anzuhängen, den sie nicht begangen hat und sie als Hexe anklagt, scheint Dorcas Leben verwirkt zu sein. Kann es noch Hoffnung für die junge Frau geben?

Dieser historische Roman und gleichzeitig erste Teil einer Serie um die adelige Familie Lazen, wurde von Bernard Cornwell, einem bekannten Autor von historischen Romanen zusammen mit seiner Ehefrau , unter dem Pseudonym Susannah Kells geschrieben.
Die Handlung spielt zur Zeit Charles I. von England und beleuchtet auf interessante und spannende Weise die Zeit des Glaubenswandels. Die Heldin des Buches, Dorcas, ist ein junges Puritanermädchen, das sich zwischen fanatischen Priestern, frömmelnden Puritanern und Royalisten behaupten muss und bei ihrem Abenteuer auf ihre große Liebe trifft.

Die Suche nach Wahrheiten und vor allem nach der Bedeutung des „Bundes“ und des Siegels, das sich in ihrem Besitz befindet, ist sehr packend vom Autorenpaar in Szene gesetzt worden. Man leidet als Leser mit der sympathischen Heldin, der die Zwänge ihrer Zeit aufgedrückt werden, mit und die bildhafte Schilderung des alten Londons, vermochte mich als Leser sehr in ihren Bann zu ziehen, so dass die immerhin 590 Seiten sich für mich wie im Flug lesen ließen.
Obwohl die „Bösewichte“ des Romans etwas klischeehaft geraten sind, möchte ich trotzdem keinen Punktabzug geben, denn dieser historische Roman bietet Unterhaltung pur und Cornwells/Kells Schreibstil ist gewohnt gut und sehr eingängig.

Kurz gefasst: Ein gelungener, spannender Auftakt zur „Lazen Reihe“, mit interessanten, geschichtlichen Hintergründen und einem sympathischen Heldenpaar.