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Simones Bewertung

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Der Debütroman von Rebekka Knoll (Jg. 1988) hat mich ziemlich überrascht.

Er verbindet sehr gekonnt mehrere Ebenen miteinander:

Es geht um die Studentin Maja, die ruhelos ist, sich nicht zu Hause fühlt und das letztlich auch nicht möchte,  und  die sich selbst immer wieder neu erfindet. Facebook und der Social-Media-Hype im Alltag spielen auch eine große Rolle. Maja hat auch immer lange Blackouts, sie „fällt quasi aus der Realität heraus“ und träumt. Dass sich ein Trauma dahinter verbergen könnte, ahnt man als Leser, aber die Aufklärung dafür ist wirklich überraschend. Die Autorin verbindet also Realitäts-Ebene, Traum-Ebene und die virtuelle Ebene.  Die Ebenen verschwimmen auch ineinander (z.B. die Kreidemöbel oder die Idee mit den Gefällt-mir-Aufklebern). Das Ganze klingt kompliziert, ist aber sehr stimmig und interessant kombiniert. Es las sich neu und erfrischend originell. Der Roman wirft auch viele Fragen auf, ich fand das spannend.

Was mich manchmal ein bisschen verstört hat, war, wie schnell sich alles ändert und dass das Ganze auf Gefühlebene ziemlich abgeklärt und irgendwie auch ein bisschen kühl klingt. Aber ich denke, das ist gewollt so und gehört wohl auch zum Generationsgefühl  der sog. „Digital Natives“.

Der Roman beschreibt so das Lebensgefühl einer jungen Generation, die „anders“ ist,  was manchmal fasziniert, manchmal verstört. Junge LeserInnen dürfte sich deshalb besonders für den Roman interessieren, aber ich empfehle ihn auch der Ü30-Leserschaft, da liest man etwas Originelles und muss sich auch meiner Meinung nach ein wenig bemühen, die „Jungen“ zu verstehen. Außer man ist selbst schon großer Facebook-Junkie, dann  kann man das wohl leicht nachvollziehen. Die einzelnen Kapitel sind übrigens passenderweise mit Facebook-Einstellungsmöglichkeiten betitelt.

Ich bin gespannt darauf, weitere Romane dieser Autorin zu lesen und auch zu sehen, wie sich das vielversprechende Imprint „Amelie“ des Schwarzkopf&Schwarzkopf-Verlages weiterentwickelt – bisher nur interessante und/oder auch auf ganzer Linie überzeugende Neuerscheinungen!

Kurz gefasst: Ein Roman, der geschickt Realität und Social Media verbindet. Der Mensch und seine Identität(en) … besonders geeignet für junge LeserInnen!


Das Kratzen bunter Kreide

Rebekka Knoll

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Originaltitel: ----
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 978-3862651832
Erscheinungsdatum: September 2012
Genre: Contemporary

Klappentext

Maja spielt gern, am liebsten mit Jakob und Felix um Nähe, Gefühle und Macht. Sie beginnt mit den zwei Männern eine Fernbeziehung, schreibt sich mit ihnen über Facebook, trifft sie auf lauten Partys, liebt sie zwischen Umzugskartons. Und obwohl Felix und Jakob wissen, dass sie sich Maja teilen, machen sie mit. Denn so unterschiedlich die zwei auch sind, sie beide besitzen Ehrgeiz und haben nicht vor, diese Partie zu verlieren.
Doch während Maja die Tage mit Felix und Jakob genießt, driftet sie nachts in immer geheimnisvollere Träume ab. In ihnen ist es plötzlich ganz still, sie kann nur ein Klopfen hören, Schritte oder das leise Aufprallen eines Basketballs. Auf der Suche nach der Ursache blickt sie in ihre Kindheit zurück und kommt dem Grund für ihre Spielleidenschaft gefährlich nah.

Quelle: Schwarzkopf & Schwarzkopf

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